Banken: Risiko-Manager haben Risiken gesteigert

CRO-Liebe zu Hochrisiko-Derivaten hat Banken-Crash begünstigt

Die Risiko-Manager, mit deren Hilfe sich US-Großbanken vor mehr als einem Jahrzehnt vor übertriebenen Risiken schützen wollten, haben sich alles andere als bewährt. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der University of Toronto. Eigentlich sollte das Anheuern eines Chief Risk Officer (CRO) nämlich riskantes Verhalten und damit Gefahren für die Institute minimieren. „Es hat stattdessen zu einer Zunahme bei jener Art von riskantem Verhalten geführt, das dazu beitrug, die Wall Street in den Crash von 2008 zu steuern“, sagt Studien-Erstautorin Kim Pernell.

Finanz-Pyromanen

Die Idee hinter der Position eines CRO ist ähnlich dem Bestellen eines Brandschutzwartes: Er soll Risiken am Arbeitsplatz möglichst schon im Voraus minimieren. Doch die Risiko-Manager haben sich der Studie zufolge eher als Pyromanen entpuppt. Das Team hat erfasst, auf welche Derivate 157 große nordamerikanische Banken in den Jahren 1995 bis 2010 gesetzt haben. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade jene Institute mit einem CRO wesentlich eher hochriskante Derivate wie außerbörsliche Optionen, Swaps und Kreditderivate missbraucht haben. Traditionellere, sicherere Derivate kamen hingegen nicht verstärkt zum Einsatz.

Laut der Analyse hat JP Morgan im Jahr 2002, vor der Bestellung eines CRO, Kreditderivate im Wert von 366 Mio. Dollar gehalten. 2003 waren es bereits eine Mrd. Dollar an Kreditderivaten, vor dem Crash im Jahr 2008 schließlich saß JP Morgan auf einer mit acht Mrd. Dollar bewerteten Blase. Auch die Bank of America  und Wells Fargo haben den Forschern zufolge ähnlich dramatische Anstiege bei den Hochrisiko-Derivaten verzeichnet, nachdem sie einen CRO bestellt hatten.

Fehlbestellungen

Auch wurden in vielen Fällen von vornherein eher ungeeignete Kandidaten zum CRO gemacht. Dafür seien Verschärfungen der Regulierungen in den USA Anfang des Jahrtausends mitverantwortlich gewesen, die eigentlich die Risikobereitschaft dämpfen sollten. „Der Witz ist, dass viele Banken darauf reagiert haben, indem sie Risiko-Experten in die Vorstandsebene befördert und ihnen damit viel mehr Macht gegeben haben“, sagt Pernell. Damit wollten CEOs zeigen, dass sie sich an das Gesetz halten und Risiken ernst nehmen.

„Die neuen Führungskräfte haben Banken im Vorfeld der Krise jedoch ermutigt, sich stärker den riskantesten Derivaten auszusetzen“, so Pernell. Denn die Risiko-Manager Anfang des Jahrtausends waren vom Boom der 1990er-Jahre geprägt und hatten sich im Streben, Vorständen zu gefallen, als Spezialisten für Profitmaximierung neu definiert. „Diese Agenda war mit dem Reduzieren von Risiko nicht kompatibel.“ Vielmehr waren genau diese Risiko-Spezialisten zum Zeitpunkt ihrer Bestellung zum CRO prädestiniert dafür, auf Hochrisiko-Derivate zu setzen. Gebessert habe sich hier seit der Krise nichts: CROs sind noch beliebter geworden, aber nach wie vor profitorientierte Risiko-Optimierer statt Risiko-Minimierer.

Studie: Familienunternehmen genießen Vertrauensvorsprung bei Bankenfinanzierung

Neue Forschungskooperation von Euler Hermes, Roland Berger und der HSBA

  • Forschungskooperation untersucht Finanzierungsstrukturen von
    Familienunternehmen anhand von Daten von über zwei Millionen
    deutschen Unternehmen
  • Erste Teilergebnisse liegen vor: Familienunternehmen sind entgegen
    der Erwartung höher verschuldet als nicht inhabergeführte Betriebe
  • Sie weisen häufig eine höhere Bankverschuldung und einen höheren
    Anteil an Fremdfinanzierung auf
  • Dies konnte anhand von Stichproben bei rund 700 großen, nicht
    börsennotierten Kapitalgesellschaften empirisch belegt werden

Familienunternehmen genießen durch ihre gute Reputation einen Vertrauensvorschuss bei der Bankenfinanzierung und haben bei der Kreditvergabe Vorteile gegenüber anderen Unternehmen. Zu diesem Schluss kommen erste Teilergebnisse einer neuen, über drei Jahre laufenden Forschungskooperation des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes, der Unternehmensberatung Roland Berger und der HSBA Hamburg School of Business Administration. Ziel der Studie ist es, die Kapitalstruktur von Familienunternehmen und sich daraus ergebende Wettbewerbsvorteile zu analysieren.

Familienunternehmen nicht so risikoscheu wie ihr Ruf – höhere Bankverschuldung

„Familienunternehmen sind nicht so risikoscheu wie ihr Ruf“, sagt Martin Wendt, Risikoexperte bei Euler Hermes und als Doktorand Initiator der Studie. „Erste Teilergebnisse unserer Studie haben ergeben, dass Familienunternehmen beispielsweise eine höhere Bankverschuldung haben und einen größeren Anteil an langfristiger Finanzierung aufweisen als vergleichbare Unternehmen, die sich nicht in Familienhand befinden. Entsprechende statistische Auswertungen legen den Rückschluss nahe, dass Familienbetriebe durch ihre Reputation bei Banken einen Vertrauensvorschuss und damit Vorteile bei der Kreditvergabe genießen.“

Diese These konnten die Kooperationspartner durch eine Stichprobe von rund 700 großen, nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften empirisch belegen. In der Forschungskooperation soll dies in den kommenden drei Jahren anhand weiterer Studien präzisiert werden.

Langfristiger Fokus von Eigentümerfamilien bewirkt Vorteile bei der Kreditaufnahme

„Diese Teilergebnisse unserer Studie zeigen, dass der Einfluss von Eigentümerfamilien einen Fokus auf langfristige Unternehmensziele bewirkt. Dies steigert wiederum die Vertrauenswürdigkeit von Unternehmen für Banken – mit entsprechenden Vorteilen bei der Kreditaufnahme“, kommentiert Matthias Holzamer, Partner und Finanzierungsexperte bei Roland Berger, die Zwischenergebnisse. „Zahlreiche Familienunternehmen nutzen ihre gute Reputation bei der Finanzierung aktiv und können damit Wettbewerbsvorteile erzielen.“

Euler Hermes bringt in diese Kooperation seine fast 100-jährige Expertise in der Finanz- und Risikoanalyse von Unternehmen ein und stellt einen anonymisierten Datensatz von über zwei Millionen deutschen Unternehmen für die Studie zur Verfügung. Diese wertet sie anschließend gemeinsam mit Roland Berger-Experten und Wissenschaftlern der HSBA aus.

Roland Berger liefert als eine der weltweit führenden Beratungsgesellschaften den fundierten praktischen Kontext, inwieweit Familienunternehmen sich strategisch noch besser positionieren, ihre Reputation steigern und von den daraus resultierenden Finanzierungsvorteilen profitieren können.

Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis gewährt Einblicke in Finanzstrukturen

„Die Studie ermöglicht eingehende Einblicke in die Finanzierungsstruktur deutscher Familienunternehmern“, sagt Prof. Stefan Prigge von der HSBA. „Die Kooperation von Wissenschaft und führenden Unternehmen aus der Praxis zur Auswertung von zwei Millionen Datensätzen deutscher Unternehmen ist bis dato einzigartig. Sie erlauben uns einerseits detaillierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen in der Finanzierungspraxis und liefern andererseits Ansätze für die Optimierung in Finanzierung, Beratung und Risikominimierung.“

30 % der Arbeitsplätze im Bankwesen durch AI und Blockchain bedroht

Die Saïd Business School, University of Oxford, führt ein neues Fintech Online-Programm ein, um den Herausforderungen der sich schnell ändernden Finanzdienstleistungsbranche besser gerecht zu werden

Branchenexperten glauben, dass im Verlauf der nächsten zehn Jahre zwei bis sechs Millionen Arbeitsplätze aufgrund von bahnbrechenden Technologien wie künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) und Blockchain verloren gehen werden. Diese Möglichkeit wird durch digitale Bank-Herausforderer wie Starling und Monzo illustriert, die mit 90 % weniger Personal als traditionelle Banken arbeiten können.

Gleichzeitig bieten sich mit Tausenden Neuunternehmen in allen Finanzsegmente enorme Möglichkeiten im FinTech-Bereich. Die Saïd Business School, University of Oxford, die sich dieser gleichzeitigen Bedrohungen und Möglichkeiten bewusst ist, kündigte die Einführung eines neuen digitalen offenen Einschreibungsprogramms für Finanztechnologie und Innovation an: das Oxford Fintech Programme. Das Programm hilft Führungskräften, Fintech-Projekte einzuführen sowie neue Technologie zu nutzen, um bessere Finanzdienstleistungsunternehmen aufzubauen.

Das Programm untersucht die aktuellen sowie aufkommenden Technologien hinsichtlich Geld- und Zahlungsverkehr sowie Märkten und Verbrauchererfahrung und erörtert zentrale Ideen, Prinzipien sowie Rahmenwerke rund um RegTech, PropTech und sozialer Einbindung. Die behandelten Themen reichen von Blockchain und künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) bis zu Crowdfunding und Quantencomputing.

Das Programm wurde gemeinsam mit GetSmarter, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von 2U, Inc. und globaler Marktführer für Bildungstechnologie, eingeführt.

„Technologie und die mobile Revolution unterziehen die Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und entsprechenden Geschäftsmodelle einem raschen Wandel. Unter Nutzung des Fachwissens führender Akademiker und Praktiker der Saïd Business School wird unser neues digitales FinTech-Programm, das von GetSmarter unterstützt wird, Unternehmern und Führungskräften die Einblicke und Kenntnisse bieten, die notwendig sind, um sich in dieser dem Wandel unterzogenen Landschaft zurechtzufinden sowie ihre Karrieren entsprechend anzupassen bzw. voranzutreiben“, sagte Peter Tufano, Peter Moores Dean und Professor of Finance an der Saïd Business School.

Rob Paddock, Chief Academic Officer und Mitgründer von GetSmarter, bezeichnete die Partnerschaft als eine weitere Bestätigung ihrer Unternehmenstechnologie, die sicherstellt, dass Studierende online die gleiche Ausbildungsqualität erhalten, wie dies auf persönlicher Ebene der Fall wäre: „Wir fühlen uns geehrt und sind stolz darauf, mit der Saïd Business School, University of Oxford – eine der weltweit ältesten und respektiertesten Institutionen – an diesem dynamischen, neuen Fintech Online-Programm zusammenarbeiten zu dürfen. Studierende werden an der international anerkannten Saïd-Fakultät lernen und den Stundenplan sowie die Programmentwicklung durch praxisnahe Branchenerfahrung und -kenntnisse bereichern, während sie unseren Online Campus nutzen – ein benutzerfreundlicher, kollaborativer, von Menschen vermittelter Ansatz für Online Learning-Design.“

Das praxisnahe und erfahrungsbasierte Programm wird von Nir Vulkan, außerordentlicher Professor für Business Economics an der Oxford Saïd, und David Shrier, Business-Autor und CEO von Distilled Analytics – zwei führende Experten für Fintech – durchgeführt. Das Programm umschließt ebenfalls Akademiker aus Großbritannien und den USA sowie 60 kuratierte Expertenperspektiven von Gastsprechern aus dem Bankwesen und Technologiebereich, wie z. B. Sopnendu Mohanty, Chief Fintech Officer der Monetary Authority of Singapore, und Anne Boden, CEO der Starling Bank.

Robo-Advisor im Test: Scalable, Liqid und Visualvest bilden das Spitzen-Trio

Das Magazin „Capital“ hat die Robo-Advisor unter einem Test unterzogen – hier das Ergebnis…

Die noch junge Branche der digitalen Vermögensverwalter etabliert sich zusehends als Alternative zur klassischen Anlageberatung. Viele der sogenannten Robo-Advisor können in punkto Transparenz des Investment-Prozesses, profil-gerechter Portfolio-Mischung und kundenorientierter Service-Qualität bereits heute mit ihren etablierten Konkurrenten mithalten. Das hat jetzt ein vom Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 8/2017) in Zusammenarbeit mit den Münchner Investment-Spezialisten Tetralog durchgeführter Test der 13 im Juni in Deutschland aktiven Robo-Advisor ergeben. Dabei wurden insgesamt mehr als 70 Kriterien bewertet.

Klarer Sieger des ‚Capital‘-Tests ist das Startup Scalable, an dem sich erst kürzlich der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock beteiligte. Scalable erreichte 87,43 von 100 möglichen Punkten. Auf dem zweiten Platz landete Liqid mit 78,66 Punkten vor der Union Investment-Tochter Visualvest mit 77,41 Punkten. Weitere sechs Anbieter schnitten ebenfalls gut ab: Whitebox (68,09), Cominvest (68,09), Quirion (67,90), Vaamo (67,64), Ginmon (67,35) und Growney (63,99).

Finanzindustrie: Künstliche Intelligenz soll Kunden glücklicher machen (Infografik und Studie)

Finanzdienstleister in Deutschland setzen auf künstliche Intelligenz (KI) und haben dabei in erster Linie die Kunden im Blick. Jede zweite Bank oder Versicherung nutzt bereits eine bestimmte KI-Anwendung, mit der sie ihre Kunden besser verstehen und passendere Leistungen entwickeln können. 24 Prozent der Finanzdienstleister lassen große unstrukturierte Datenmengen mit einer speziellen Knowledge Management Software auswerten. Jedes fünfte Institut sammelt Erfahrungen mit digitalen Assistenten, so genannten Chatbots. Das sind Ergebnisse der Potenzialanalyse „Künstliche Intelligenz“ von Sopra Steria Consulting, für die mehr als 200 Entscheider befragt wurden, darunter 86 aus dem Finanzdienstleistungssektor.

Finanzdienstleister betonen stärker als andere Branchen, dass sie durch Anwendungen von künstlicher Intelligenz vorrangig die Leistung für Kunden verbessern wollen. Sie versprechen sich zum Beispiel viel davon, mit einer besseren Datenauswertung Produkte auf einzelne Kunden zuzuschneiden und die Ansprache zu verfeinern. 35 Prozent wollen das Erlebnis der Kunden im Austausch mit den Unternehmen positiver gestalten. Für 26 Prozent der Banken und Versicherer gehört kognitiven Systemen die Zukunft. „Cognitive Computing ist das fehlende Bindeglied, um die Bedeutung unstrukturierter Informationen zu verstehen und im richtigen Kontext anzuwenden“, sagt Martin Stolberg, KI-Experte von Sopra Steria Consulting. Denkbar sind etwa Auswertungen von Stimmungsbildern in sozialen Netzwerken wie Twitter. „Banken können so zum Beispiel im Vorfeld von Konditionsänderungen austesten, wie Kunden reagieren könnten und ihre Maßnahmen sowie die Kommunikation darauf abstimmen“, so Stolberg.

Eines der weiteren zentralen Einsatzfelder für künstliche Intelligenz ist die Automatisierung – das gilt auch für Finanzdienstleister. Der Einstieg in die KI-Welt führt häufig über das so genannte Robotic Process Automation. 26 Prozent der Banken, Versicherer und anderen Finanzinstitute wollen Kosten sparen und Mitarbeiter von geistiger Fließbandarbeit befreien, indem sie heute bereits Softwareroboter Zahlenkolonnen abarbeiten und Excel-Tabellen füllen lassen.

Dabei wird es allerdings nicht bleiben. Die Investitionen in KI-Vorhaben in der Finanzbranche sollen in den kommenden Jahren ausgeweitet werden. 45 Prozent der befragten Entscheider von Finanzdienstleistern sehen ein großes Potenzial darin, mit digitalen Assistenten Kundenservice und Vertrieb zu verbessern und Beratung für die Masse anzubieten. „Ein großes Ziel der Finanzdienstleister ist, den passenden Vertriebsimpuls zum richtigen Zeitpunkt zu erkennen. Dafür werden künftig selbstlernende Recommendation Engines sorgen“, sagt Simon Oberle, Bankenexperte und Leiter der DigiLabs von Sopra Steria Consulting in Berlin und Frankfurt.

Datenschutz ist eine große Herausforderung

Potenzial und gleichzeitig Entwicklungsbedarf sehen Finanzdienstleister bei sprachgesteuerten Anwendungen. Derzeit nutzen nur zwölf Prozent eine Spracherkennung, beispielsweise beim Einsatz von Chatbots. Fast jeder dritte befragte Entscheider ist allerdings überzeugt, dass sich diese Technologie künftig etablieren wird.

Unausgereifte Technik ist übergreifend die zentrale Hürde, die Unternehmen vom Einsatz von KI abhalten, so die Studie. Mehr als in anderen Branchen spüren Finanzdienstleister zudem Gegenwind für ihre KI-Vorhaben durch gesetzliche Regeln. Dazu zählt vor allem die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die ab Mai 2018 verbindlich für Unternehmen gelten wird. Für 41 Prozent der befragten Entscheider im Finanzwesen sind die Einhaltung aktueller und kommender gesetzlicher Vorgaben zur Datennutzung und die Absicherung der IT-Systeme sowie der Übertragungswege die größte Herausforderung für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Eine weitere große Hürde, die viele Banken und Versicherer sehen, ist der Aufbau von Know-how. Jedes dritte Unternehmen aus dem Finanzsektor beklagt ein fehlendes Verständnis für die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz.

steria

Über die Studie:

Für die „Potenzialanalyse Künstliche Intelligenz“ wurden im Auftrag von Sopra Steria Consulting im Februar 2017 mehr als 200 (n=203) Geschäftsführer, Vorstände, und Führungskräfte im Business Development und aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern befragt. Die Teilnehmer kommen aus Unternehmen der Branchen Banken, Versicherungen, sonstige Finanzdienstleister, Energieversorger, Automotive und sonstiges verarbeitendes Gewerbe, Telekommunikation und Medien sowie Öffentliche Verwaltung. Explizit von der Teilnahme ausgeschlossen waren Mitarbeiter und Führungskräfte von Beratungsunternehmen und Anbieter von IT-Lösungen sowie der Handel

Studie zeigt Neuordnung der Bezahlpräferenzen – Generationenwandel in der Geldbörse

Nur Bares ist Wahres – eine überholte Redensart? Obgleich Bargeld und Karte in friedlicher Koexistenz bestehen, nimmt die Bedeutung elektronischer Bezahlverfahren seit Jahren kontinuierlich zu. Mit den 30- bis 44-Jährigen gibt es in Deutschland nun erstmals eine Altersgruppe, in der die Mehrheit nach eigener Aussage grundsätzlich lieber mit Karte zahlt. Auch insgesamt stieg der Anteil derjenigen Bundesbürger, die die Kartenzahlung einer Barzahlung vorziehen erneut, auf nunmehr rund ein Drittel an. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, für die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. 1.437 Personen ab 16 Jahren befragte.

Die Bedeutung der Bankkarte in den hiesigen Portemonnaies und damit der digitalen Abwicklung von Zahlungen ist weit vorangeschritten – so besitzen 92 Prozent der Bevölkerung nach eigenen Angaben eine girocard. Dabei wächst die Relevanz der Kartenzahlung von Jahr zu Jahr stetig. Zückten 2016 noch 29 Prozent lieber die Karte als Bargeld, steigerte sich dieser Wert in 2017 auf 32 Prozent.

Vor allem innerhalb der jüngeren Bevölkerungskreise zeichnet sich ein Prozess des Umdenkens hin zum bargeldlosen Bezahlen ab. Die digitalen Vorreiter sind hier die 30- bis 44-Jährigen. In dieser Altersgruppe überwiegt zum ersten Mal der Anteil all derer, die nach eigenen Angaben beim Einkaufen grundsätzlich lieber zur Karte als zum Bargeld greifen (51 Prozent, 2016: 44 Prozent). Weiterhin bezeichnen 38 Prozent der noch etwas jüngeren Bürger zwischen 16 und 29 Jahren (2016: 32 Prozent) die Karte als ihr bevorzugtes Bezahlmedium. Die Befragten ab 60 setzen erwartungsgemäß nach wie vor auf die klassische Barzahlung (81 Prozent).

Ganz ungeachtet des Alters ist bei denjenigen, die sowohl eine girocard als auch eine Kreditkarte besitzen, die girocard das „monetäre Plastik“ der Wahl (60 Prozent).

Digitale Pioniere vs. traditionsbewusste Barzahler: Leben ohne Bares spaltet die Republik

Angesprochen auf ein Leben ohne Bargeld, ist es wenig überraschend, dass für die jüngeren Befragten eine Umstellung einfacher wäre als für die Generation 60 plus. Den 16- bis 29-Jährigen fiele ein Umstieg auf einen rein bargeldlosen Alltag eher leicht beziehungsweise sehr leicht (60 Prozent). Ebenfalls bereit sind die Bürger zwischen 30 und 44 Jahren: Hier sagen 58 Prozent, dass ihnen die Umstellung sehr leicht oder eher leicht fallen würde. Doch macht sich hier auch die unterschiedliche Einstellung zwischen den Generationen besonders bemerkbar: Die Deutschen ab 60 Jahren fänden eine solche Veränderung schwierig bis sehr schwierig (71 Prozent).

Diese aktuell bei manchen noch herrschende Zurückhaltung gegenüber Kartenzahlung ist auch auf althergebrachte Vorbehalte zurückzuführen, die heute nicht mehr gelten. Attribute, die die Befragten derzeit noch eher in Verbindung mit Bargeld bringen sind etwa die Schnelligkeit (59 Prozent) und die Eignung für das Zahlen kleinerer Beträge (87 Prozent). Dass diese Aspekte aber schlichtweg keine Alleinstellungsmerkmale des Baren sind, lässt sich besonders gut anhand der aktuellsten Produktweiterentwicklung des in Deutschland meistgenutzten kartenbasierten Zahlungsmittels aufzeigen: Der Weg der girocard zur girocard kontaktlos.

Der durchschnittliche Bezahlvorgang mit der kontaktlosfähigen Bank- oder Sparkassenkarte beansprucht bei Beträgen bis 25 Euro ohne PIN-Eingabe im Schnitt lediglich 11 Sekunden. Damit ist der Vorgang mehr als doppelt so schnell wie eine Barzahlung oder eine girocard Zahlung mit Stecken und PIN-Eingabe (Messung der GfK im Lebensmitteleinzelhandel vom Mai und Juni 2017 im Auftrag der EURO Kartensysteme; insgesamt 840 Transaktionen). Die Banken und Sparkassen adressieren mit kontaktlosem Zahlen vor allem den Bereich der Kleinbetragszahlungen bis 25 Euro, da hier in der Regel die Eingabe der PIN entfällt und der Vorgang am Point of Sale für Bürger und Händler so noch schneller und unverändert intuitiv vonstattengeht.

Dem schreibt auch die Studie erhebliche Potenziale zu: Denn schon jetzt – nur wenige Monate nach Beginn des nationalen Roll-Outs – zieht rund die Hälfte aller girocard Inhaber eine Nutzung in Betracht oder hat von dem neuen Verfahren bereits Gebrauch gemacht (48 Prozent). An dieser Stelle zeigt sich die deutlich größere Aufgeschlossenheit der 16- bis 44-Jährigen abermals. Denn unter ihnen treffen sogar nahezu sieben von zehn Befragten (67 Prozent) diese Aussage – mehr als doppelt so viele wie bei den Bürgern ab 60 Jahren (29 Prozent).

Weitere Innovationen, wie mobiles Bezahlen oder neue Terminalkonzepte, sorgen dafür, dass die girocard im zunehmenden internationalen Wettbewerb dauerhaft besteht. Damit sich diese Innovationen in der Praxis etablieren und auch in Zukunft Komfort, Sicherheit und Datenschutz gleichermaßen gewährleistet bleiben, arbeiten die Initiative Deutsche Zahlungssysteme und ihre Mitglieder – Verbände und Institute der Deutschen Kreditwirtschaft sowie technische Dienstleister des Zahlungsverkehrs – eng mit dem Handel zusammen und stehen in stetigem Austausch mit der Politik.

Zur Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich als Netzwerk für Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die hierfür notwendige Infrastruktur bereitstellen. Sie bündelt die Interessen ihrer Mitglieder und vertritt sie gegenüber Politik und Medien. Der Verein recherchiert neue Einsatzmöglichkeiten, initiiert Pilotprojekte und unterstützt bestehende Aktivitäten seiner Mitglieder, insbesondere in den Bereichen Marketing, Public Relations und Public Affairs. Bereits seit zwölf Jahren beschäftigt sich die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit dem Bezahlen in Deutschland.

Zu den Bezahlverfahren In Deutschland gibt es über 100 Millionen girocards sowie Kundenkarten von Banken und Sparkassen – fast jeder Bürger hat sie in der Tasche. Seit Ende 2016 werden alle neuen girocards durch die Volksbanken Raiffeisenbanken sowie Sparkassen mit integrierter Kontaktlosfunktion ausgegeben, um direkt und ohne Aufladen vom Konto kontaktlos bezahlen zu können. Auch die GeldKarte, die kontaktbehaftete Prepaid-Funktion, die auf den meisten girocards vorhanden ist, ist weit verbreitet. Die GeldKarte ist eine „Geldbörse“ in Chipform, die am Geldautomaten oder über das Internet aufgeladen werden kann. girogo ist die kontaktlose Funktion der GeldKarte. GeldKarte und girogo dienen damit vorrangig als Kleingeldersatz.

CFO-Studie: Aufstellung der Finanzbereiche der Banken nicht zukunftsorientiert – Anforderungen an einen modernen CFO werden überwiegend nicht erfüllt

Gemäß der aktuellen CFO-Studie der Strategie- und Managementberatung zeb sind die Finanzbereiche der Banken nicht zukunftsorientiert ausgerichtet.

Die meisten Führungskräfte sind sich zwar der neuen Anforderungen durch die aktuellen Megatrends Regulatorik, Marktumfeld, Kostendruck und Digitalisierung bewusst – so beschreiben nur noch 25 % der Studienteilnehmer ihre Rolle als einen rein auf Finanzdaten fokussierten CFO. Auf Basis der weiteren Studienergebnisse wird jedoch deutlich, dass mit der derzeitigen Aufstellung die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nicht gemeistert werden können. „Wir hätten erwartet, dass die CFO-Bereiche bereits stärker auf die Rolle als aktiver Sparringspartner des CEOs bzw. als Vertreter der Stakeholder ausgerichtet sind. Insbesondere im Hinblick auf die funktionale Aufstellung in Abgrenzung zu den anderen Vorstandsbereichen, die thematische Fokussierung sowie die Personalausstattung besteht hier offensichtlich noch großer Nachholbedarf“, erläutert zeb-Partner und Studieninitiator Dr. Dirk Holländer. Insgesamt beteiligten sich rund 60 CFOs und Top-Entscheider überwiegend aus der DACH-Region an der Ende 2016 durchgeführten Befragung.

Unklare Governance verhindert die Rollenänderung

Die Grundvoraussetzung für die Ausrichtung der CFO-Organisation auf das gewünschte Rollenbild ist eine klare Abgrenzung der Schnittstellen zu anderen Vorstandsbereichen. Die klassischen Kernfunktionen sind überwiegend im CFO-Bereich angesiedelt, jedoch gibt es oftmals kein klares Bild der funktionalen Schnittstellen und Verantwortlichkeiten, die notwendig sind, um die Gesamtbanksteuerung proaktiv zu etablieren.

Neben den bereichsübergreifenden Schnittstellenfragen deckt die Studie auf, dass auch bereichsintern bei ca. 50 % der Banken keine klaren Prozesse und Verantwortlichkeiten festgelegt wurden. „Die unklar definierte und nicht konkretisierte Governance ist in vielen Fällen der Grund, warum der CFO-Bereich noch nicht effizient und effektiv arbeitet“, erläutert Gerhard Pachschwöll, Senior Manager bei zeb und Experte für Betriebsmodelle im Steuerungsbereich.

„Do the right things and do things right“

Die klassischen Aufgaben bestimmen nicht nur aktuell das Aufgabenspektrum des CFOs. Managementorientierte Zukunftsthemen stellen auch in den nächsten Jahren – aufgrund von Kostendruck und hohen Compliance-Anforderungen – noch keinen Schwerpunkt dar. Zentral im Fokus steht dagegen das „Cost Cutting“, wie 66 % der Befragten zum Ausdruck brachten.

Personalausstattung nicht adäquat – jedoch Schlüssel für ein zukunftsorientiertes CFO-Betriebsmodell

„Zusätzlich ist die quantitative und qualitative Personalausstattung zu adjustieren. Die Anforderungen an die Mitarbeiter haben sich deutlich gewandelt. Früher waren insbesondere Sachbearbeiter erforderlich, um die stark standardisierten Aufgaben zu erfüllen. Heute sind hingegen Business Analysten, Steuerungsexperten und Projektmanager gefordert“, sagt Dietmar Genßler, Senior Manager bei zeb und Autor der Studie.

Jeweils rund 50 % der Befragten konstatieren sowohl eine zu geringe Anzahl im CFO-Bereich als auch unzureichende Qualifikationen der Mitarbeiter aufgrund sich ändernden funktionaler Anforderungen. Durch entsprechende Personalmanagementkonzepte, u. a. bestehend aus Talentmanagement, Einrichten von Kompetenzteams und motivierenden Kompensationsmodellen, ist dem weiterhin existenten „War for Talents“ entgegenzutreten und mit einem „modernen CFO-Bereich“ einen Kontrapunkt zu der aktuell für junge Absolventen hip erscheinenden FinTech-Szene zu setzen.

Aligniertes Target Operating Model als Ziel

Bei der Ausgestaltung des Betriebsmodells für den zukunftsorientierten CFO-Bereich ist sicherzustellen, dass die Funktionen eindeutig definiert und die fünf relevanten Gestaltungselemente des Betriebsmodells (i. e. Governance & Organisation, Prozesse & Produkte, Daten & Applikationen, Skills & People Management sowie Methoden & Modelle) darauf und in sich abgestimmt sind. „Das „Zählen-Messen-Wiegen“ für diese Abstimmungspunkte wird in der Praxis sträflich vernachlässigt. Daher ist es für viele Häuser aktuell auch (noch) schwierig, den „Gesundheitszustand“ ihres CFO-Bereichs laufend zu messen und als Basis für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu nehmen“, so Dr. Holländer abschließend. Mit der Einführung eines Alignement-Index für CFO-Organisationen hat zeb ein einfaches Maß entwickelt, den Status heutiger Finanzbereiche zu beschreiben. Damit steht ein weiteres Steuerungsinstrument zur Verfügung.

 

Studie: Österreichische Privatbanken bleiben im internationalen Wettbewerb weiter zurück

Aktuelles Ranking unter Europas Privatbankkunden zeigt einen Dämpfer nach Fortschritten in den letzten Jahren. Im Retail Banking Radar 2017 der internationalen Managementberatung A.T. Kearney haben sich die österreichischen Banken zwar gegenüber dem Vorjahr gesteigert und verbuchen bessere Erträge als die meisten europäischen Banken, trotzdem sind sie bei den Kosten Schlusslicht. Einziger Lichtblick: Die einst krisengeschüttelte BAWAG zeichnet sich als besonders kosteneffizient aus.

Die internationale Bankenlandschaft befindet sich im Umbruch. „Den europäischen Banken ist es noch nicht gelungen, sich dem Niedrigzinsumfeld anzupassen. Diese Belastung und die Dämpfung des realwirtschaftlichen Aufschwungs machen sich daher bemerkbar“, fasst Daniela Chikova, Partner Financial Services bei A.T. Kearney in Österreich und Co-Autorin der Studie, die Ergebnisse des aktuellen „Retail Banking Radar“ zusammen.

Der Retail Banking Radar 2017 der Managementberatung A.T. Kearney untersucht seit 2007 jährlich die Performance europäischer Retailbanken und erlaubt damit einen umfassenden und einzigartigen Einblick in die Stärken und Schwächen der Privatkundenbanken in Europa sowie in die Position der österreichischen Institute im europäischen Wettbewerb. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von fast 100 Privatkundenbanken und Bankengruppen in 22 europäischen Ländern hinsichtlich der Kriterien Ertrag pro Kunde und Mitarbeiter, Gewinn pro Kunde, Cost-Income-Ratio und Kreditrisikovorsorgequote untersucht. In der Studie wurden auch Champions unter den europäischen Privatkundenbanken identifiziert: jene Institute, die sich besonders deutlich bei Kosten, Ertrag und Digitalisierung vom Wettbewerb absetzen.

Daniela Chikova: „Das im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächte Wachstum des Einlagen- und Kreditgeschäftes konnte den Margenverfall nicht mehr kompensieren. Zudem haben Länder  wie Italien und Portugal wieder massiv mit faulen Krediten zu kämpfen. Dies führt zu einer deutlich schlechteren Profitabilität, die den Fortschritt des Vorjahres komplett aufgezehrt hat. Österreich schneidet besser ab, allerdings haben die Institute die Chancen zu strukturellen Bereinigungen noch nicht ausreichend genutzt. Die Achillesferse ist weiterhin die Kosteneffizienz – mit ca. 70% Kosten zu erwirtschafteten Erträge bleiben heimische Banken durchgehend Schlusslicht im europäischen Vergleich. So sind zwar in den letzten fünf Jahren beispielsweise Fortschritte beim Filialabbau (12%) erzielt worden, diese liegen jedoch deutlich unter den 30% anderer Länder wie Großbritanniens oder der Niederlande.“

Trotz positiven wirtschaftlichen Umfelds bleibt das europäische Privatkundensegment, so die diesjährigen Ergebnisse, weiterhin stark unter Druck. Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsmarge sank der durchschnittliche jährliche Ertrag pro Kunde um 3% auf 633 Euro. Zusätzlich stieg die Risikovorsorge um 20%, insbesondere in Portugal und Italien. Dies konnte durch eine um 2% höhere Produktivität pro Mitarbeiter nicht ausgeglichen werden, sodass der Gewinn je Kunde um 14% sank.

Das Ergebnis der österreichischen Privatkundenbanken ist im Vergleich zu Westeuropa besser, wenn auch nicht zufriedenstellend. Die österreichischen Privatkundenbanken verloren unter anderem durch Interchange Regulierung ~3% der Provisionserlöse. Gleichzeitig schafften Sie es, trotz weiter erodierender Zinsmargen die Zinserträge um ~3,7% zu steigern. Kosteneinsparung blieben trotz Schließung weiterer 5% der Filialen komplett aus.

Das bessere Abschneiden im westeuropäischen Vergleich verdankten die österreichischen Privatkundenbanken auch den besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Anstieg des Geschäftsvolumens (Einlagen und Kredite) im letzten Jahr lag in Österreich mit 5,8% deutlich über dem westeuropäischen Schnitt von 3,1%. Trotz der ertragsbedingten Verbesserung der Kosten-Ertrags-Relation um 2 pp von 72% letztes Jahr bewegen sich heimische Institute auch unter Berücksichtigung der historisch niedrigen österreichischen Risikovorsorgequoten nur im letzten Drittel der europäischen Banken.

BAWAG ist neuer Musterschüler

Als Best Champion wurde in diesem Jahr für den deutschsprachigen Raum die BAWAG ausgezeichnet. Seit ihrer Akquisition durch Cerberus hat sie ihre Produkt- und Vertriebskomplexität reduziert, die Nutzung digitaler Kanäle intensiviert und die Mitarbeiterproduktivität verbessert. Das Ergebnis: Senkung der Kosten in den vergangenen zwei Jahren um 16%. Auch die ING-DiBa fällt im deutschsprachigen Raum durch eine überdurchschnittliche Performance (mehr als 10%) beim Ertrag pro Kunde auf. Die Gründe: überdurchschnittliches Wachstum im Geschäftsvolumen, steigende Erträge aus dem Depotgeschäft und Vernetzung mit einer stark wachsenden Wholesale-Banking-Division. Auch Zukäufe können ein Erfolgsrezept sein, wie das Beispiel Banca Transilvania aus Rumänien, zeigt, ebenfalls ein europäischer Musterschüler: Mit der Übernahme der Volksbank Romania, die sie in Rekordzeit von acht Monaten nach Closing in das operative Geschäft integriert hat, ist sie zum Marktführer im hochprofitablen und wachstumsstarken Segment für klein- und mittelständische Unternehmen aufgestiegen. Das Ergebnis: Steigerung des Ertrags pro Kunde um 23% in nur zwei Jahren.

„Die österreichischen Banken haben die Gunst der Stunde noch nicht ausreichend genutzt, um ihre strukturellen Nachteile zu beseitigen“, kommentiert Achim Kaucic, Principal Financial Services bei A.T. Kearney in Österreich, das Abschneiden heimischer Institute und ergänzt „da die österreichischen Privatkundenbanken kaum Spielraum hinsichtlich Zinsmarge haben und sich das aktuelle Volumenswachstum (Einlagen und Kredite +5,8% vs. Vorjahr) nicht nachhaltig fortsetzen wird, müssten sie die Provisionserlöse um fast 30% steigern und die Kosten um fast 20% vor jährlichen Gehaltssteigerungen senken, um eine Cost-Income-Ratio von 60% zu erreichen. Eine gewaltige Herausforderung, die jetzt in einem positiven Wirtschaftsumfeld konsequent angegangen werden sollte.“

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