PSD2: Mehr als jede zweite Bank hat Bedrohungen und Chancen noch nicht erkannt

Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 entkoppelt das Banking von den Banken. Die Welt der etablierten Institute als Finanzintermediäre droht damit ins Wanken zu geraten. Doch eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Cofinpro zeigt: Viele Banken haben es nicht eilig, ihr Geschäftsmodell zukunftsfest zu machen. Sie warten erst einmal ab, was PSD2 bringt.

54 Prozent von 138 befragten Experten meinen, die Institute hätten bislang weder die von der Richtlinie ausgehenden Bedrohungen ausreichend erkannt, noch deren Chancen. Eine riskante Strategie, zeigen sich doch viele Kunden ihrer Hausbank gegenüber inzwischen wenig treu, wie eine ergänzende bevölkerungsrepräsentative Cofinpro-Studie unter 2.000 Bundesbürgern zeigt.

Die Bankenwelt steht vor grundlegenden Veränderungen: Anfang 2018 verlieren die Institute ihr Monopol auf die Kontodaten. Überlässt der Kunde seine Daten Drittanbietern, ist seine Bank dazu verpflichtet, ihre Schnittstellen offenzulegen. Die Institute könnten damit ihre Rolle als engste Partner des Kunden in Geldgeschäften verlieren. 87 Prozent der von Cofinpro und dem IT Finanzmagazin befragten Bank-Experten rechnen mit erheblichen Folgen für das Geschäft der Institute. Und sie sind sich sicher: PSD2 betrifft nur vordergründig den Zahlungsverkehr. Es bedroht mittel- bis langfristig jedoch ebenso das Geschäft der Banken im Wertpapier- und Kreditbereich.

„Unsere Studie zeigt: Die Banken haben sich noch nicht ausreichend mit PSD2 beschäftigt“, sagt Christine Naber, Vorstand bei Cofinpro. „Das birgt Risiken und öffnet Konkurrenten die Tore. Denn auch auf Seiten der Kunden nimmt die Treue zur Hausbank ab.“ Das belegt das ergänzend erhobene FinWeb Barometer 2017 der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung. Die bevölkerungsrepräsentative Studie zum Thema digitales Banking ergibt: Mindestens jeder zweite Deutsche kann sich vorstellen, Produkte und Leistungen anderer Anbieter zu nutzen. Bei Akademikern liegt der Anteil deutlich höher als bei Befragten ohne Hochschulabschluss.

Auch Bank-Experten sind davon überzeugt, dass die Hausbank an Bedeutung verlieren wird. 68 Prozent rechnen künftig mit mehr Kontoeröffnungen pro Kunde. Die Konkurrenten von morgen lauern nach Einschätzung der Teilnehmer abseits der Bankenwelt: Es sind vor allem Internetunternehmen (85 Prozent), aber auch bankfremde Zahlungsdienstleister, Händler und Fintechs.

Noch haben die Banken ihre Kunden allerdings nicht verloren. Denn wie das zum dritten Mal in Folge erhobene FinWeb Barometer auch belegt, vollzieht sich zumindest der Weg der Bundesbürger in die digitale Bankenwelt in kleinen Schritten – gleicht also einer Evolution statt einer Revolution. So hat der Gesamtindex in 2017 nur relativ leicht auf 45,9 Punkte von 44,6 Punkten im Jahr 2016 zugelegt. Allerdings zeigt sich ein Trend: Akademiker öffnen sich der digitalen Bankenwelt deutlich schneller.

Was empfehlen die im Rahmen der PSD2-Studie befragten Experten den Banken jetzt? Agieren statt abwarten, lautet die Devise. Denn die EU-Richtlinie birgt nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen. So glauben 72 Prozent, dass PSD2 den Banken neue Geschäftspotenziale erschließt. „Die Institute sollten aktiv daran arbeiten, ihr Geschäftsmodell anzupassen und ihre Rolle als zentrale Finanzintermediäre zu sichern. Es gibt dabei jedoch keinen sprichwörtlichen Königsweg, jede Bank muss ihre eigene Positionierung finden“, rät Cofinpro-Vorstand Naber. Dazu zählen auch die Fragen, ob die Institute Produktschmiede bleiben, sie als Dienstleister beziehungsweise Plattform für andere arbeiten werden oder welche Partnerschaften sie eingehen wollen.

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Studie: Keine Trendwende im deutschen Privatkunden-Bankgeschäft in Sicht

Die negative Ertrags- und Ergebnisentwicklung in einem der zentralen Geschäftsfelder deutscher Banken, dem Privatkundengeschäft, wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen. Damit ist die von vielen Marktteilnehmern erhoffte zügige Trendwende zum Besseren vorerst nicht in Sicht.

Dies ist das zentrale Ergebnis der aktuellen zeb.Privatkundenstudie. Die Strategie- und Managementberatung zeb, führend in der Beratung von Unternehmen der europäischen Finanzindustrie, hatte im Juni 2017 zum 17. Mal untersucht, auf welchem Weg sich das Retailbanking in Europas wichtigstem nationalen Bankenmarkt befindet und welche Schlüsse daraus für die Branche gezogen werden müssen.

Beliefen sich die Erträge im deutschen Retailbanking im Jahr 2014 noch auf 52,4 Mrd. Euro, sind sie zum Ende des Jahres 2016 auf rund 49,7 Mrd. Euro gesunken. Diese negative Entwicklung dürfte sich bis zum Jahr 2020 weiter fortsetzen. Bis dahin erwarten die Experten auf Basis der zeb-Zukunftsszenarien ein Absinken des Ertragspotenzials auf dann 45,6 Mrd. Euro. Ulrich Hoyer, Partner bei zeb und Spezialist für das Retailbanking, führt aus: „Unsere Einschätzung der Ertragsentwicklung im Retailbanking ist leider negativ. Aufgrund der zentralen, sich überlagernden Trends, wie z. B. des sich deutlich ändernden Kundenverhaltens, der äußerst dynamischen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung sowie branchenspezifischer Entwicklungen, wie der Niedrigzinsphase oder der Regulatorik, können wir aktuell keine positive Tendenz für das deutsche Privatkundengeschäft erkennen.“ Den Berechnungen der zeb.Studie liegt die Annahme zugrunde, dass z. B. die Risikokosten der Banken im Retailbanking in den kommenden Jahren auf einem weiterhin eher niedrigen Niveau verharren und sich auch sonstige Kostenpositionen ohne signifikante Gegenmaßnahmen nicht substanziell senken lassen.

Begleitend zu fallenden Ertragszahlen dürfte auch das Ergebnis im deutschen Retailbanking von zuletzt leicht positiven 1,4 Mrd. Euro ohne Gegenmaßnahmen im Jahr 2016 auf dann -5,6 Mrd. Euro im Jahr 2020 sinken. Hoyer ergänzt: „Ein Ergebnisrückgang von ca. 6 Mrd. Euro innerhalb weniger Jahre ist für den Markt nur schwer verdaulich. Zur Einordnung: Will man z. B. nur das Ergebnis des Jahres 2016 auf vergleichbarem Niveau halten, müssten Kostensenkungen von 17 % erzielt werden – wozu einzelne Marktteilnehmer im Übrigen tatsächlich in der Lage wären.“ Berücksichtigt man zudem, dass das jeweilige Ambitionsniveau der üblichen Planungsansätze eher auf das Wachstum der Top- und Bottom-Line ausgerichtet ist, werden die substanziellen Veränderungsbedarfe aus Sicht von zeb schnell erkennbar und ganzheitliche Programme zur Verbesserung der Kosten- und Ertragsstruktur deutlich. Dabei ist auf der Ertragsseite die strukturelle Margenverschiebung zum Aktivgeschäft ebenso zu berücksichtigen wie die Tatsache, dass auf Gesamtmarktebene noch keine substanzielle Entlastung durch ein gesteigertes Provisionsergebnis erkennbar ist – anders als in anderen europäischen Märkten, wie z. B. in Frankreich.

Technologische Entwicklungen im Rahmen der Digitalisierung zeigen perspektivisch Potenziale auf, die an der Kundenschnittstelle für ein verbessertes Kundenerlebnis sorgen. Gleichzeitig erfordert die notwendige und vielfach bereits eingeleitete digitale Transformation erhebliche Investitionen, ohne sich unmittelbar in gleichem Maße sofort ertragsseitig niederzuschlagen. Aus Sicht der zeb-Experten ist dieser Transformationspfad allerdings ohne Alternative für etablierte Marktteilnehmer, da nur so den attraktiven, agilen Angeboten von FinTechs und anderen Akteuren Paroli geboten werden kann. „Die laufende Weiterentwicklung und explizite Steuerung der Customer Journey gewinnt erheblich an Bedeutung“, erläutert Dr. Marc Buermeyer, Senior Manager bei zeb und zusammen mit Ulrich Hoyer Leiter der Practice Group Retail Banking. „Die Nutzung und das aktive Management von Kundeninteraktionen in digitalen Kanälen stellt damit aktuell eine der großen Herausforderungen in der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Richtung einer kundenzentrierten Retailbank dar. Einzelne Anbieter und internationale Erfahrung zeigen, dass Banken hier durchaus Chancen haben, der wahrscheinlichen Bedrohung durch „Big Tech“ Paroli bieten zu können.“

Die Top 10 der strategischen Technologie-Trends 2018

Gartner hat die wichtigsten strategischen Technologie-Trends für 2018 vorgestellt. Dabei steht eine Technik im Mittelpunkt, die Treiber für weitere Lösungen sein wird.

Trends 2018 - Gartner

Künstliche Intelligenz (AI) wird für Hersteller bis zum Jahr 2020 das Kernthema sein. Dabei stehen lern- und anpassungsfähige Systeme im Mittelpunkt, die potentiell eigenständig handeln können. Ergänzend dazu kommen Intelligente Apps und Analytics und Intelligente Dinge wie Roboter, Drohnen und Autos.

Im Bereich Digital sieht Gartner folgende  Bereiche als zukunftsweisend für die nächsten Jahre: Digitale Zwillinge, darunter versteht man digitale Kopien von realen Objekten oder Systemen, sollen gerade im Bereich von IoT-Projekten an Bedeutung gewinnen. Weitere wichtige Technologie-Trends sind Cloud to Edge (Die Verschiebung der Datenverarbeitung vom Zentrum an den Rand des Systems), Dialogplattformen, über welche User mit Unternehmen kommunizieren können, Immersive Experience, die Erweiterung und Verbesserung von Virtual, Mixed und Augmented Reality, und die Blockchain als Infrastruktur für den Finanz-, aber auch Gesundheits-, Produktions- und Medienbereich sowie «Continuous Adaptive Risk and Trust» (in Echtzeit angepasste Entscheidungen über Risiko und Vertrauen).

Eine genauere Erläuterung zu den einzelnen Punkten finden Sie hier. Hier noch das offizielle Video von Gartner zu diesen 10 Trends:

Blockchain macht Entwicklungszusammenarbeit wirksamer

  • KfW verwendet erstmals Blockchaintechnologie für den transparenten Einsatz von Haushaltsmitteln
  • Pilotprojekt in Afrika geplant

Die KfW testet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) den Einsatz der sogenannten Blockchaintechnologie. Diese ermöglicht es, sämtliche Arbeits- und Genehmigungsschritte im Rahmen der Beschaffung, der Vertragsgestaltung, der Ausschreibungen und Auszahlungsprozesse bei der Durchführung eines Projekts zuverlässig abzubilden. Um die Verwendung öffentlicher Mittel transparent und nachvollziehbar zu gestalten, hat die KfW Entwicklungsbank zusammen mit dem KfW Digital Office die Software TruBudget (Trusted Budget Expenditure Regime) auf Basis dieser innovativen Technologie entwickelt. Alle beteiligten Parteien können auf dieser Plattform zusammenarbeiten und verfolgen, wer welche Änderungen vornimmt. Dank der Blockchaintechnologie sind die Vorgänge nicht nur transparenter nachvollziehbar, sondern können vor allem nicht nachträglich oder unbefugt manipuliert werden. Das minimiert die Risiken einer Mittelfehlverwendung auf Seiten der Institutionen, an die ausgezahlt wird.

„Mängel im Management öffentlicher Finanzen gehören zu den größten Hemmnissen für wirtschaftliche Entwicklung und gefährden regelmäßig auch die Wirksamkeit der Finanziellen Zusammenarbeit. Mit TruBudget hat die KfW eine innovative digitale Anwendung entwickelt, von deren Nutzen auch andere Entwicklungsbanken profitieren könnten. Mit dieser Software ist Deutschland weltweit Vorreiter bei der Anwendung digitaler Lösungen in der Armutsbekämpfung“, sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

In Entwicklungsländern besteht das Risiko, dass öffentliche Mittel fehlgeleitet werden anstatt dem Gemeinwohl (z. B. bei Krankenhäusern und Schulen) zu dienen. Internationale Geber reagieren auf diese Risiken und die schwachen Umsetzungskapazitäten in den Partnerländern, indem parallele Strukturen aufgesetzt werden. Die damit verbundenen Transaktionskosten sind jedoch für beide Seiten hoch. Mit der Umgehung der Systeme der Partnerinstitutionen des jeweiligen Entwicklungs- oder Schwellenlandes erschweren die Geber zudem ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Partnerländer in die Lage zu versetzen, Projekte eigenständig zu planen und umzusetzen.

In einer Pilotphase, die durch das BMZ in Höhe von 1 Mio. EUR finanziert wird, soll der existierende Prototyp der Software zunächst bei laufenden Investitionsprojekten getestet und weiterentwickelt werden. Die KfW ist bereits mit mehreren afrikanischen Ländern für eine Pilotphase im Gespräch.

Studie: Digitale Disruption schürt Ängste im Finanzsektor

  • Rund 88 Prozent der Manager im Finanzbereich registrieren bereits Auswirkungen der Digitalisierung auf ihr Unternehmen
  • Höherer Prozentsatz der Führungskräfte im Finanzsektor als in anderen Branchen geht davon aus, dass der digitale Wandel langfristige Geschäftsentscheidungen erschwert
  • An die 89 Prozent der Fachleute sind optimistisch, dass ihr Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung bewältigt.

Der überwiegende Teil der Führungskräfte im Finanzsektor stuft die Effekte des digitalen Wandels für ihr Unternehmen als positiv ein. Das gilt auch für die Geschäftschancen, die sich dadurch ergeben. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, die im Auftrag von Fujitsu erstellt wurde1. Allerdings löst der Umbruch in ihrer Branche bei fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) auch Besorgnis aus.

Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen, dass die Digitalisierung für Unternehmen in fast allen Branchen heute die „neue Normalität“ ist. Organisationen müssen daher neue Wege finden, wie sie ihre Geschäfte betreiben. Vor allem in der Finanzbranche hat sich die Wettbewerbssituation verschärft. Zudem haben neue Mitbewerber die Bühne betreten. Dazu zählen Fintechs und so genannte „Challenger“-Banken, also junge, agile Unternehmen, die etablierte Großbanken herausfordern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass fast alle (98 Prozent) Manager von Finanzunternehmen einräumen, dass ihr Unternehmen bereits von dieser Entwicklung tangiert wurde. Weitere 72 Prozent gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und bis 2021 zu einem dramatischen Wandel in der Finanzbranche führt.

Den massiven Wandel und seine Folgen sehen viele Führungskräfte von Banken und Finanzdienstleistern mit einer gewissen Sorge. So räumte fast die Hälfte (47 Prozent) der Manager ein, dass es durch die disruptive Entwicklung schwerer fällt, langfristige Geschäftsentscheidungen zu treffen. Nur 9 Prozent der Befragten sehen ihr Unternehmen in einer führenden Position, was die Digitalisierung betrifft. Das ist der niedrigste Wert aus allen Wirtschaftsbereichen. Dagegen sind 62 Prozent der Befragten der Auffassung, dass sie heute in viel stärkerem Maß die richtigen Entscheidungen in puncto Digitalisierung treffen als noch vor zwei Jahren. Rund 89 Prozent der Befragten glauben sogar, dass ihr Unternehmen auch im digitalen Zeitalter erfolgreich sein wird.

Finanzdienstleister müssen sich wandeln
Um das zu erreichen, muss sich die Finanzsparte jedoch nach Einschätzung von 86 Prozent der Führungskräfte weiterentwickeln. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Manager sind der Auffassung, dass ihr Unternehmen innovativer als bislang sein muss. Für rund 46 Prozent der Befragten sind es die Führungsteams und Top-Manager, die intern die digitale Transformation der Finanzunternehmen vorantreiben sollten. Als wichtigsten äußeren Faktor nannten 46 Prozent der Führungskräfte die Kunden, gefolgt von Mitbewerbern (27 Prozent) sowie Partnern und Dritten (20 Prozent).

Generell ist die Stimmung im Finanzsektor positiv. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) glauben, dass der digitale Wandel ihrem Unternehmen neue Geschäftschancen eröffnet. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) sehen in der Digitalisierung ein positives Element.

Dr. Rolf Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutschland und Head of Central Europe bei Fujitsu, kommentiert die Ergebnisse der Studie folgendermaßen: „Der Finanzsektor sieht sich stärker als andere Branchen mit einem wachsenden Wettbewerbsdruck und den Folgen der digitalen Transformation konfrontiert. Gleichzeitig müssen die Unternehmen ihre in die Jahre gekommene technologische Infrastruktur erneuern. Die Resultate unserer Untersuchung bestätigen, dass Finanzdienstleister sehr wohl die Vorteile der Digitalisierung erkennen und dem Wandel mit Zuversicht entgegensehen. Sie implementieren daher neue Technologien, um ihre Marktposition zu behaupten und den Wandel in ihrer Branche mitzugestalten. Allerdings sind sich die Führungskräfte von Finanzunternehmen sehr wohl darüber bewusst, dass sie Unterstützung benötigen, um ihre Ziele zu erreichen: An die 52 Prozent sind der Meinung, dass der ‚richtige‘ Partner, mit dem sie gemeinsam Technologielösungen entwickeln, ein Schlüssel zum Erfolg ist.“

Informationen zur Studie
 Die quantitative Studie “Fit for Digital: Co-creation in the Age of Disruption” wurde im vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Censuswide durchgeführt. An der Umfrage nahmen 1180 Führungskräfte von mittelständischen und großen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen teil. Dazu zählen der öffentliche Sektor, Finanzdienstleister sowie Handel und Industrie. Rund 250 der Befragten sind im Einzelhandel tätig. Von den Teilnehmern der Studie stammen 210 aus den USA, 156 aus Großbritannien sowie jeweils 152 aus Deutschland und Australien. Je 150 der Befragten sind in Spanien, Frankreich und Italien tätig, jeweils 30 in Finnland und Schweden.

Kryptowährungen im Kampf mit traditionellen Zahlungsmitteln (Infografik)

Laut einer BearingPoint-Studie sind virtuelle Kryptowährungen zwar weitgehend bekannt, aber noch keine Alternative

 

Kryptowährungen erfreuen sich großer Bekanntheit. Über 70 Prozent der Verbraucher kennen die innovativen Zahlungsmittel oder haben davon schon mal gehört. Allerdings gibt es nach wie vor eine große Kluft zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Nutzung. Zudem werden Kryptowährungen im Wettbewerb mit staatlichen Währungen und Gold in der Erfüllung der einzelnen Geldfunktionalitäten weiterhin eher als Außenseiter gesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Unternehmensberatung BearingPoint. Im Rahmen der Online-Erhebung wurden über 1.000 Verbraucher aus ganz Deutschland befragt. Die Studie beschäftigt sich mit den grundlegenden Eigenschaften von Kryptowährungen im Vergleich zu staatlichen Zahlungsmitteln und Gold.

Kryptowährungen – Vertrauen und Rahmenbedingungen vielfach nicht vorhanden

Im Vergleich zu staatlichen Währungen und Gold werden Kryptowährungen von einem eher kleineren Anteil der Nutzer als wettbewerbsfähig bezeichnet, wenn auch mit steigender Tendenz. Laut der aktuellen Studie halten immerhin 34 Prozent eine Ablösung durch virtuelle Zahlungsmittel für wahrscheinlich. In der Vorgängerstudie von BearingPoint aus dem Jahr 2016 waren es lediglich elf Prozent, die eine Durchsetzung und damit frühzeitige Verdrängung traditioneller Zahlungstechnologien erwarteten.

Allerdings hält nur etwa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) virtuelle Zahlungsmittel für vertrauenswürdig hinsichtlich ihrer Preisstabilität. Verbraucher vertrauen am stärksten der Preisstabilität des Goldes (81 Prozent), gefolgt von staatlichen Währungen (69 Prozent).

„Die Digitalisierung der Finanzwirtschaft führt zur Beschleunigung im Ablauf der Finanzprozesse, um Verbraucherbedürfnisse immer und jederzeit befriedigen zu können. So ermöglichen es Kryptowährungen beispielsweise, Zahlungen nahezu in Lichtgeschwindigkeit zu beauftragen und abzuwickeln. Daher ist ihr Einsatz aus Verbrauchersicht zukünftig sicherlich eine mögliche Alternative zu staatlichen Währungen und Gold als Zahlungsmittel oder Anlageform. Hierfür muss in Bezug auf die Geldfunktionen aber noch einiges passieren, um das Entwicklungspotenzial von Kryptowährungen auch wirklich auszuschöpfen. Das erfordert vor allem entsprechende technische und gesetzliche Rahmenbedingungen, die grundlegende Veränderungen im gesamten Finanzsystem nach sich ziehen. Themen wie Sicherheit, Werterhaltung und Zweckmäßigkeit spielen dabei eine entscheidende Rolle“, kommentiert Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint im Bereich Financial Services.

Staatliche Währungen und Gold weiter führend

Die noch fehlende Entwicklung zeigt sich auch in Bezug auf die Geldfunktionalitäten. Laut Studie gibt es hier weiterhin signifikante Unterschiede zwischen staatlichen Währungen, Gold und Kryptowährungen. Gold wird mit 79 Prozent als die beste Anlageform zur Werterhaltung wahrgenommen. Die Hälfte der Nutzer (53 Prozent) nimmt staatliche Währungen als geeignete Anlageform wahr und nur ein Drittel (31 Prozent) würde für Anlagen virtuelle Währungen nutzen.

Wenn es um den Preisvergleich von Produkten und Dienstleistungen geht, neigen Verbraucher eher zu staatlichen Währungen – für 77 Prozent der Befragten sind diese am besten zum Preisvergleich geeignet. Gold (48 Prozent) genauso wie Kryptowährungen (36 Prozent) werden eher weniger als Recheneinheit empfunden.

Auch wenn in absehbarer Zeit keine Ablösung traditioneller Zahlungsmittel zu erwarten ist, sollte die Finanzwelt Kryptowährungen jedoch mehr Beachtung schenken. Während 2016 nur fünf Prozent die neue Zahlungsform bereits benutzt haben, sind es laut der aktuellen Studie mit elf Prozent immerhin schon doppelt so viele. Und auch die Digitalisierung trägt ihren Teil zur Weiterentwicklung bei.

Über die Studie

Im Rahmen der Online-Befragung nahmen 1.006 Deutsche teil. Die Studie beschreibt die grundlegenden Eigenschaften von Kryptowährungen, staatlichen Zahlungsmitteln und Gold. Virtuelle Währungen (z.B. Bitcoins) sind Geld in Form digitaler Zahlungsmittel, bei denen die Prinzipien der Kryptographie (Verschlüsselung) angewandt werden. Als staatliche Währungen (z.B. der Euro) werden Tausch- / Zahlungsmittel und Anlageformen (z.B. Bar, Anleihen, Tagesgelder) bezeichnet. Gold als Edelmetall beinhaltet neben der industriellen Nutzung die Funktionen der Tausch- und Werterhaltung (z.B. Münzen, Goldzertifikate, Goldfonds).

Studie: Seit 10 Jahren Stillstand im Anlageverhalten der Österreicher

  • Globale Konjunktur bleibt auf Kurs
  • Q4: Aktien übergewichten, Fokus Euroland & Emerging Markets

„Die globale Konjunkturdynamik, gepaart mit der expansiven Geldpolitik, spricht auch im vierten Quartal klar für risikoreichere Anlageklassen“, erklärt Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz in Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG, die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal.

Österreich hält starr an Bankeinlagen fest
Wie aus einer aktuellen Allianz Studie hervorgeht, wuchs das globale Bruttogeldvermögen gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent auf knapp 170 Billionen Euro. Zu dieser Wachstumsbeschleunigung beigetragen haben vor allem die USA und Großbritannien. Insgesamt stehen diese beiden Länder für gut 40 Prozent des weltweiten Vermögenszuwachses im Jahr 2016. Auffällig ist: Nur ein Viertel des Wachstums in den Vereinigten Staaten wurde durch originäre Sparleistungen erzielt, der Rest stammt aus Wertzuwächsen aus dem Bestand. „Die US-Amerikaner stehen fest auf beiden Beinen und lassen neben Sparleistungen aus dem Arbeitseinkommen ihr Geld für sich arbeiten“, kommentiert Bruckner.

Rendite der Veranlagungen in Europa
In Europa und in Österreich tragen hingegen Sparleistungen aus dem Arbeitseinkommen stärker zum Vermögensaufbau bei. Hierzulande halte man außerdem starr an Bankeinlagen fest – auch in langfristiger Betrachtung: Seit rund 10 Jahren herrscht in der Asset Allocation der privaten Haushalte in Österreich Stillstand. Der Anteil der Bankeinlagen ist laut Statistiken der OeNB seit 2006 unverändert am höchsten und liegt aktuell bei 37,6 Prozent. Der Anteil von börsennotierten Aktien im Vergleich dazu ist von 4,7 Prozent im Jahr 2006 auf 3,5 Prozent (2016) gesunken. Die Konsequenz: Sicherheits- und liquiditätsorientiertes Sparen kostet Rendite. „Wer sein Geld unter den Kopfpolster oder auf das Sparbuch legt, verliert bei einer Inflation von beispielsweise drei Prozent über zwanzig Jahre etwa die Hälfte seines Geldes. Langfristig gesehen, gibt es nur ein Risiko: nicht investiert zu sein“, so Bruckner.

Volkswirtschaftlicher Ausblick: Aufschwung in allen Regionen
Wirft man einen Blick auf die volkswirtschaftlichen Prognosen für das vierte Quartal, setzt sich weltweit ein einheitlicher Trend fort: Das globale Wirtschaftswachstum wird 2017 durch einen synchronen Aufschwung in allen Regionen getragen. Die Frühindikatoren zeigen auch keine Abschwächung über die letzten Monate. „In Summe blicken wir – mit Ausnahme der USA – auf einen ruhigen Sommer zurück“, erklärt Mag. Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH. Die konjunkturelle Erholung in den USA bleibt solide, die ursprünglich erwartete Beschleunigung durch Maßnahmen der Trump-Administration dürfte allerdings ausbleiben. Die politischen Turbulenzen schlagen sich bisher nicht auf die Konjunktur nieder. In der Eurozone hat sich das Wachstum verfestigt und könnte heuer über 2 Prozent ausmachen. Die lockere Geldpolitik der EZB hat letztlich eine steigende Kreditvergabe bewirkt, und die Industrie profitiert von der Erholung der globalen Konjunktur seit Mitte 2016. Auch die Emerging Markets zeigen eine solide, weitere Konjunkturerholung vom Ölpreisverfall 2015/2016. Im Speziellen haben sich auch die Ängste vor einer stärkeren Verlangsamung Chinas verflüchtigt.
Die globale Geldpolitik bleibt grundsätzlich weiterhin expansiv und unterstützend für die Konjunktur. Das Ausmaß der geldpolitischen Impulse ist aber weiter rückläufig. Neben den Zinserhöhungen beginnt die US-Notenbank FED im Oktober 2017 mit dem vorsichtigen Abbau der Bilanzsumme. „Die Europäische Zentralbank pumpt weiter Liquidität durch Anleihenkäufe in den Markt. Das Ausmaß wird sie im Jahr 2018 erneut reduzieren“, erklärt Ramberger. Der Euro konnte heuer infolge der positiveren Wirtschaftsdaten deutlich zulegen. Bis zum Jahresende erwarten die Experten eine stabile Entwicklung.

Chancen für Anleger: Aktien übergewichten
„Im derzeitigen Umfeld raten wir Anlegern, Aktien aus dem Euroland und den Emerging Markets überzugewichten“, so Ramberger. „Aktien sind nach der bereits lang andauernden Hausse nicht besonders günstig bewertet, profitieren jedoch direkt vom Wachstum und bieten unverändert attraktive Dividendenrenditen“, erklärt der Allianz Experte. Empfohlen wird dementsprechend, Emerging Markets überzugewichten, Japan neutral zu halten sowie die USA und Großbritannien

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