Business-Intelligence-Studie und -Infografik: Unternehmen bringen Daten-PS fachlich nicht auf die Straße

Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) erarbeiten sich zu wenige Geschäftsimpulse und Erkenntnisse aus Daten. 43 Prozent der Fach- und Führungskräfte machen dafür vorrangig Lücken im fachlichen Verständnis verantwortlich. Oft fehlt es an Ideen, die technischen Möglichkeiten für Analysen, Prognosen und Innovationen nachhaltig zu nutzen, um fachliche Anwendungsfälle zu entwickeln. 31 Prozent geben zudem fehlende technische Expertise für neue Disziplinen wie Advanced Analytics und Künstliche Intelligenz (KI) zu Protokoll. Das sind Ergebnisse der BI- & Analytics-Studie biMA® 2017/18 von Sopra Steria Consulting in Zusammenarbeit mit dem Business Application Research Center (BARC).

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Die Führungsebene der meisten Unternehmen stuft Business Intelligence (BI) und Analytics mittlerweile als geschäftskritisch ein. Der Anspruch, sich als datengetriebene Organisation aufzustellen, ist daher weit verbreitet. Die Wertschöpfung aus Daten bleibt allerdings noch weit hinter den Erwartungen zurück. Derzeit nutzen Unternehmen nur einen Ausschnitt der tatsächlich verfügbaren Daten und diese vor allem nur für Controlling- und Reportingzwecke sowie zur Vertriebssteuerung. Andere Bereiche im Unternehmen fallen dagegen deutlich ab. Nur in rund sechs Prozent der Unternehmen liefert BI und Analytics umfassend Mehrwert durch Information in der Produktgestaltung. Eine datengetriebene Fertigung sowie Forschung und Entwicklung ist ebenfalls Zukunftsmusik.

Das liegt auch an Qualitätsmängeln in der Datenbereitstellung sowie an fachlichen Wissenslücken: Die Mehrheit der Unternehmen erarbeitet sich gerade erst das Know-how, unstrukturierte Daten für ihre Analysezwecke zu nutzen und auf Basis weiterführender Technologien wie Text Mining und Deep Learning neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Folge: Nur jedes vierte befragte Unternehmen erzielt derzeit Wertschöpfung aus Daten, die unter anderem aus Blogs und Social-Media-Plattformen sowie anderen Quellen stammen – beispielsweise in Form von Wettbewerbs- und Marktanalysen sowie durch ein frühzeitiges Reagieren auf Kundenfeedback im Internet.

Möglichkeiten von Sensordatennutzung werden nicht nur in der Industrie erkannt

Ansätze für den praktischen Einsatz von Sensordaten hat rund jedes dritte Unternehmen identifiziert. Die Industrie ist hier am weitesten. Klassische Anwendungen sind die Optimierung der Lagerhaltung sowie bei der vorausschauenden Planung von Wartungsintervallen von Anlagen und Maschinen (Predictive Maintenance). Diese Ansätze ließen sich auch auf andere Branchen wie Banken übertragen. Der Nachfüllbedarf von Geldautomaten beispielsweise lässt sich automatisch übermitteln, und die bestmögliche Route zur Befüllung der Automaten innerhalb eines definierten geografischen Raums wird direkt in das Navigationssystem des Fahrers übertragen. Ähnliche Strategien für die Nutzung von Sensordaten, zum Beispiel der Einsatz der Beacon-Technologie für gezielte Informationen in Filialen oder Behörden, befinden sich bei der Mehrheit der Unternehmen in den Planungsschubladen.

Fortschrittlicher sind die Unternehmen bei der Nutzung von ereignisgesteuerten Daten, wie sie für Sendungsverfolgungen und andere Echtzeit-Statusmeldungen im Online-Handel und in der Logistik schon verwendet werden. Jedes zweite Unternehmen nutzt diese Form von Ereignisdaten zumindest teilweise, um Kunden mehr Service zu bieten und Abläufe zu beschleunigen. In Zukunft werden Konzepte für Streaming- und Echtzeitdatennutzung an Bedeutung gewinnen, beispielsweise beim autonomen Fahren sowie für die automatisierte Erfassung und Auswertung von Videodaten für Behörden zur schnellen Bearbeitung von Verkehrssündervorgängen.

Fachliches Potenzial hinkt weiter hinterher

Die Rückmeldungen der Studienteilnehmer zeigen insgesamt: Es fehlt Unternehmen vor allem an fachlichen Ideen und Kreativität, interne und extern frei verfügbare Daten gewinnbringend zu nutzen. „Zum Zeitpunkt der Erhebung von 2012/13 waren Unternehmen technisch noch nicht in der Lage, die Anforderungen an ein datengetriebenes Unternehmen vollständig abzubilden“, sagt Lars Schlömer, Leiter BI & Analytics bei Sopra Steria Consulting. „Das ist heute anders: Die technischen Voraussetzungen stimmen, um komplexe Fragestellungen mit Daten zu beantworten. Entscheidend ist aber, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um fachlich Mehrwerte durch Informationen zu schaffen. Um die technischen Möglichkeiten nachhaltig zu nutzen, ist die Fachlichkeit der entscheidende Erfolgsfaktor – der Motor der Digitalisierung. Die Grundlagen werden bereits in der Strategie gelegt, mit der die Rahmenbedingungen für Organisation und Technik definiert werden. Hier sollten Unternehmen ansetzen, um das fachliche Potential auszuschöpfen.“, so Schlömer.

Über die Studie:

Die Ergebnisse der biMA®-Studie 2017/18 wurde von Sopra Steria Consulting mit Hilfe von Fragebögen und Interviews ausgewertet. 314 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen nahmen Mitte 2017 an der Studie teil, die Ergebnisse wurden Anfang 2018 ausgewertet. Die Studie ist die fünfte Auflage und zeigt die bisherige und zukünftige Entwicklung von BI & Analytics in Unternehmen. Methodische Grundlage der Studien bilden das von Sopra Steria Consulting, zusammen mit den Universitäten Duisburg-Essen und St. Gallen unter Mitwirkung der Universität Düsseldorf, entwickelte Reifegradmodell biMM® (Business Intelligence Maturity Model) und die darauf aufbauende Analysemethode biMA® (Business Intelligence Maturity Audit).

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Studie und Infografik: So wächst Bank heute

Der Finanzsektor stemmt sich gegen den Wachstumsstillstand. Strategisch setzen acht von zehn Banken, Versicherern und sonstigen Finanzdienstleistern auf die bewährten Geschäftsmodelle und ihr Kerngeschäft. 34 Prozent wollen mit neuen Produkten ihr Geschäft voranbringen. Der Blick auf internationale Märkte findet dagegen im Vergleich zu Industrieunternehmen kaum statt. Nur sechs Prozent der Finanzunternehmen suchen Wachstumschancen im Ausland. Das sind die Ergebnisse der Studie „Potenzialanalyse flexibel wachsen“ von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

 

Vor allem die Banken sind gefordert, ihr Profitabilitätsproblem durch neues Wachstum auszugleichen sowie Geschäftsmodelle zu hinterfragen und anzupassen. Der Privatkundenmarkt zählt zu den schwierigsten der Welt. Für 30 Prozent der Finanzunternehmen sollen deshalb digitale, internetbasierte Geschäftsmodelle zu einer tragenden Säule für Wachstum und Profitabilität werden. Zum einen fällt die Kostenstruktur über Online-Kanäle vor allem im Privatkundengeschäft mit Girokonten und Standardfinanzierungen deutlich niedriger aus als beim Absatz in der Filiale. Zum anderen sind Technologien und Digitalisierung ein Mittel, Kunden wieder stärker zu begeistern und auch mit einem reduzierten Filialnetz die Reichweite zu halten.

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Darüber hinaus gibt es Institute, die ihre Komfortzone der bekannten Wertschöpfungskette verlassen und neue Geschäftsmodelle ausprobieren. Einige Finanzdienstleister nutzen zum Beispiel Informationen über Kunden dazu, ihnen den optimalen Strom- oder Telekommunikationstarif anzubieten. Ermöglicht werden diese Geschäftsmodellinnovationen vielfach durch Partnerschaften mit Start-ups. „Das Beispiel verdeutlicht: Durch Technologie verwischen Branchengrenzen, und es entstehen digitale Ökosysteme, die sowohl datengetrieben als auch kundenzentriert sind“, sagt Stefan Lamprecht, Mitglied der Geschäftsleitung und Division Director Banking von Sopra Steria Consulting. Insgesamt ist der Aufbau und die Pflege von Partnernetzwerken für jedes dritte Finanzunternehmen eine wichtige Wachstumsquelle.

Digitalisierung und Kooperation ebnen zudem den Weg zur Erschließung internationaler Wachstumsmärkte. Auslandsbanken wie Santander haben gezeigt, wie sie mit ihren standardisierten Plattformen Innovationen sehr rasch über Ländergrenzen hinweg einführen können. Den Weg der Internationalisierung geht allerdings kaum ein deutsches Finanzinstitut. Nur bei sechs Prozent der befragten Finanzunternehmen stehen die Zeichen auf Expansion ins Ausland als zentrale Wachstumsstrategie. „Die Exporte deutscher Großunternehmen und des Mittelstandes halten an. Für jedes dritte Industrieunternehmen sind Investitionen im Ausland eine zentrale Wachstumsschraube. Diese Unternehmen brauchen vertrauenswürdige Finanzierungs- und Abwicklungspartner und deren Know-how. Das sind langfristig große Chancen, die auch mittelgroße und kleinere Banken über Digitalinnovationen stärker nutzen können“, sagt Stefan Lamprecht.

Bei Jugendlichen sind Online- und Mobile-Banking weiter auf dem Vormarsch (Studie)

Hohe Bereitschaft für mobiles Bezahlen vorhanden – Jugendliche sparen fleißig

Für junge Menschen in Deutschland gewinnen Bankgeschäfte über das Internet und mobile Endgeräte zunehmend an Bedeutung: 80 Prozent ist es wichtig, Finanzangelegenheiten online abwickeln zu können; 2017 waren es noch 74 Prozent. Zwei Drittel (63 Prozent) der Jugendlichen geben an, auch über Smartphone oder Tablet Bankgeschäfte zu erledigen (2017: 59 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Umfrage der Deutschen Bank zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August. Für die Umfrage wurden mehr als 1000 Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufstätige im Alter zwischen 14 und 25 Jahren zufällig ausgewählt und im Juli befragt.

Umfrage der Deutschen Bank zum Internationalen Tag der Jugend

Bemerkenswert ist, dass besonders bei jungen Frauen die Nutzung mobiler Geräte bei den täglichen Bankgeschäften deutlich gestiegen ist. Waren es 2017 noch 54 Prozent der weiblichen Befragten, sind es in diesem Jahr bereits 62 Prozent. Damit liegen die jungen Frauen nahezu gleichauf mit ihren männlichen Altersgenossen (64 Prozent).

Hohe Bereitschaft, mit dem Smartphone zu bezahlen

Auch beim Bezahlen zeigt sich, dass junge Menschen Smartphones und Tablets schätzen: 71 Prozent können sich vorstellen, kleinere Beträge mit dem Smartphone zu begleichen, wie beispielsweise beim Einkaufen im Supermarkt oder an der Tankstelle. Mit 74 Prozent sind junge Männer deutlich aufgeschlossener für das mobile Bezahlen als ihre Altersgenossinnen (67 Prozent).

Finanzielle Sicherheit hat hohen Stellenwert – Jugendliche sparen fleißig

Finanzielle Sicherheit hat bei der jungen Generation einen hohen Stellenwert: 93 Prozent der 14- bis 25-Jährigen ist es wichtig, Rücklagen zu haben (2017: 87 Prozent). Dies spiegelt sich im Sparverhalten wider: Vier von fünf Befragten (81 Prozent) legen regelmäßig Geld zurück. Von durchschnittlich 468 Euro, die ihnen monatlich zur Verfügung stehen, legen sie 134 Euro zur Seite. Damit bleibt die Sparquote mit knapp 29 Prozent auf einem sehr hohen Niveau und liegt deutlich über der Sparquote aller privaten Haushalte in Deutschland (2017: rund 10 Prozent). Junge Männer sparen im Monat durchschnittlich 151 Euro, junge Frauen 116 Euro. Allerdings haben Männer zwischen 14 und 25 Jahren mit 526 Euro auch 116 Euro monatlich mehr im Portemonnaie als gleichaltrige Frauen, die im Schnitt über 410 Euro verfügen. Die Einnahmen stammen aus Taschengeld, Nebenjobs, Ausbildung und Berufstätigkeit.

Spareinlage und Tagesgeld am beliebtesten

Bei den Sparformen fahren die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehrgleisig. Trotz Niedrigzins setzt der Großteil (67 Prozent) der Befragten auf die „klassische“ Spareinlage, also Sparplan und Sparbuch. Es folgen das Tagesgeldkonto (29 Prozent) und der Bausparvertrag (15 Prozent). Die Anlage in Aktien und Fonds wird von 12 Prozent genutzt, Lebensversicherungen von 7 Prozent und die Riester-Rente von 4 Prozent. Obwohl sich die Männer mit 16 Prozent nach wie vor öfter als Frauen für Aktien und Fonds entscheiden, haben die jungen Frauen deutlich aufgeholt: Ihr Interesse an dieser Anlageform hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 9 Prozent nahezu verdoppelt (2017: 5 Prozent).

Bei den Sparzielen der jungen Menschen stehen mit 57 Prozent weiterhin konkrete Konsumwünsche wie etwa Führerschein, Auto, Reise oder Elektronikprodukte an erster Stelle. 24 Prozent legen Geld für die Ausbildung, Studium oder Praktika zurück, 15 Prozent für die Altersvorsorge.

Ihre nähere Zukunft sehen rund zwei Drittel der 14- bis 25-Jährigen positiv: 63 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre finanzielle Lage in den nächsten sechs Monaten verbessert. Männer sind dabei deutlich optimistischer (68 Prozent) als Frauen (59 Prozent).

Studie zum Existenzdruck der Vermögensverwalter

Regulierungsdruck, Technologiewandel und verändertes Kundenverhalten machen dem Asset-Management zu schaffen

  • Gewinnunterschiede zwischen den stärksten und schwächsten      Vermögensverwaltern nehmen deutlich zu
  •    Insbesondere Unternehmen, die weder Skalenspieler noch differenzierte Nischenanbieter sind, stecken in der Profitabilitätsfalle
  •    Drei Wege führen in der Asset-Management-Branche zum Erfolg

Bain-Studie zum Existenzdruck der Vermögensverwalter

Von der Milliardenmaschine zum Problemfall: Bis 2022 muss sich die Asset-Management-Branche auf einen deutlichen Profitabilitätsverlust einstellen. Das weltweit verwaltete Vermögen wächst langsamer, die Kosten steigen – und in der Folge schrumpfen die Gewinne (Abb. 1). Zwischen 2018 und 2022 wird der Ertrag pro verwaltetem Euro Vermögen jedes Jahr im Schnitt um 7 Prozent fallen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie „After the Easy Money Boom, Stark Choices for Asset Managers“ der internationalen Managementberatung Bain & Company.

„Die Vermögensverwalter haben lange Zeit vom Boom des billigen Geldes und vom Wohlstandswachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitiert“, stellt Matthias Memminger, Bain-Partner und Co-Autor der Studie, fest. „Doch der Asset-Management-Markt steht vor enormen Veränderungen. Nicht alle Anbieter werden überleben. Und diejenigen, die es schaffen, werden hart arbeiten müssen, um weiterhin profitabel zu sein.“

Nach Bain-Analysen unterschätzen viele Vermögensverwalter, wie stark staatliche Regulierung und der Technologiewandel ihr Geschäftsmodell gefährden. Gleiches gilt für das Verhalten der Anleger, das sich fundamental wandelt. Diese vergleichen zunehmend Produkte, Preise sowie Services der Anbieter und entscheiden sich immer seltener für aktiv gemanagte Formen der Geldanlage.

Top-Performer erobern den Markt

Dieser Marktdruck trifft vor allem die weniger erfolgreichen Vermögensverwalter. Der Bain-Studie zufolge wird die Ertragskluft zwischen den zehn stärksten und den zehn schwächsten Asset-Management-Playern immer größer. So steigern die Top-Performer ihren Vorsprung bei den Gewinnen bis 2022 auf 13 Basispunkte. Im Jahr 2013 waren es gerade mal 4 Basispunkte. Bei einem verwalteten Vermögen von 300 Milliarden Euro macht dies beim Profit einen Unterschied von gut 400 Millionen Euro pro Jahr aus.

Dieses Szenario gilt insbesondere für die Anbieter austauschbarer Standardservices, erklärt Mike Kühnel, Bain-Partner und Co-Autor der Studie: „Vielen kleinen und mittelgroßen Vermögensverwaltern ohne wirkliche Alleinstellungsmerkmale droht das Aus. Und diese Firmen stehen für mehr als 50 Prozent des weltweiten Marktvolumens.“

Um diesem „Tal des Todes“ zu entkommen, müssen sich die Unternehmen den Marktveränderungen stellen. „Es gilt, sich vom Wettbewerb abzuheben, das Geschäftsmodell zu überarbeiten und festzulegen, welche Zukunftsstrategie für das eigene Unternehmen die Richtige ist“, so Kühnel.

Drei Modelllösungen für einen zukünftigen Champion

Unterschiedliche Firmengrößen und Geschäftsmodelle verlangen spezifische Lösungen. Asset-Management-Konzerne, die Kundengelder passiv verwalten, benötigen eine andere Strategie als Anbieter aktiver Fonds oder spezialisierte Nischenspieler. Die Bain-Studie zeigt die Schlüsselkomponenten der verschiedenen Strategien auf, mit denen Vermögensverwalter zum Champion werden können:

1. Passive Skalenspieler. Der Siegeszug der Exchange Traded Funds (ETFs) und sonstiger passiver Fonds spült viel Anlagekapital in die Kassen dieser Vermögensverwalter. Erfolgreiche Unternehmen wie Blackrock oder Vanguard schaffen es, ihre Kosten auf eine breite passive Assetbasis zu verteilen, was hohe Profitabilität bedeuten kann. Die Zukunftsstrategie mittelgroßer Anbieter könnte sein, offensiv ihr Geschäftsvolumen zu vergrößern – auch durch Fusionen oder Überkreuzbeteiligungen. In Europa und Asien ist zudem noch Platz für regionale Champions.

2. Aktive Skalenspieler. Zahlreiche Kunden setzen auf das Know-how der Anlagespezialisten großer Fondsgesellschaften von Banken und Versicherungen wie beispielsweise Amundi oder auf unabhängige Asset-Manager wie Fidelity. Auch hier sind Fusionen ein vielversprechendes Mittel, um zu wachsen, Kosten zu reduzieren und die eigene Expertise zu erweitern. Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören oder margenschwach sind, können hingegen ausgelagert werden.

3. Hoch spezialisierte Nischenanbieter. Kunden sind bereit, für gewinnträchtige Spezialstrategien höhere Erfolgsgebühren zu bezahlen. Als besonders Erfolg versprechend erweisen sich Themenfonds für Mobilität und umweltfreundliche Technologien, Investitionen in Bereiche mit sozialer Verantwortung sowie Infrastruktur und Immobilien. Beispiele hierfür sind die Schweizer RobecoSAM, Nordea Asset Management aus Schweden und verschiedene Stiftungsfondsanbieter.

Ganz gleich, ob ein Vermögensverwalter eine Volumen- oder eine Nischenstrategie verfolgt: Er sollte vor jeder Entscheidung acht Kernfaktoren prüfen, die maßgeblich zum Erfolg beitragen und Champions ausmachen. Dazu zählen Produktpalette, Ausweitung der Wertschöpfungskette, Fusionen und Übernahmen, Technologie, Geschäftsmodell, Mitarbeiter sowie Kunden und Vertrieb. Entsprechend der aktuellen und zukünftig angestrebten Marktpositionierung sollten die Asset-Manager in mindestens drei bis fünf dieser Bereiche herausragende Fähigkeiten entwickeln.

„Das Ende des billigen Geldes naht“, betont Bain-Partner Memminger. Deshalb sollten Vermögensverwalter ihre Entscheidung für eine Nischen- oder eine Skalenstrategie nicht auf die lange Bank schieben. „Jetzt ist der Zeitpunkt festzulegen, welche Geschäftsbereiche gestärkt und welche aufgegeben werden können“, so Memminger weiter. „Wer hier den richtigen Weg einschlägt, wird vom wachsenden globalen Asset-Management-Markt nachhaltig profitieren können.“

 

Sparstudie: ÖsterreicherInnen stecken Geld in Konsum statt in Altersvorsorge

  • ÖsterreicherInnen sparen aktuell 245 Euro pro Monat
  • Finanzwissen: 91% der ÖsterreicherInnen wissen nicht was Anleihen sind
  • Neue Fondssparpläne und 3 Jahre Gratis-Depot

Finanzielle Vorsorge sinkt im Stellenwert

Sparen ist für drei Viertel der ÖsterreicherInnen sehr wichtig. Hauptgrund ist nach wie vor der Notgroschen beziehungsweise um finanziell abgesichert zu sein (82%). Im Vergleich zu 2009 wird aber vermehrt auf Urlaubsreisen (34%, +12), aber auch für größere Anschaffungen gespart: Für die eigenen vier Wände oder ein neues Auto will immerhin fast jeder Zweite (48%) sparen – das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2009.

Ins Eigenheim zu investieren ist gut und wichtig. Alarmierend hingegen ist die Tatsache, dass Altersvorsorge so stark aus dem Fokus der Österreicher rückt“, so Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank. Die Altersvorsorge ist nur mehr für 41 Prozent (2009: 56%) ein definiertes Sparziel, so das aktuelle Ergebnis einer repräsentativen IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.
Nach wie vor fließt viel Geld in Freizeit und Konsum. Laut aktuellen Prognosen wird die Sparquote für 2018 bei 7 Prozent liegen und somit eine leichte Erholung ausweisen. „Die Menschen scheinen ihre Sparziele offenbar wieder leicht anzupassen, weil die Konjunktur boomt“, so Schaufler.

Wertpapiere nehmen an Bedeutung zu

Der Sparbetrag liegt aktuell bei 245 Euro. Im Jahr 2009 waren es noch 155 Euro (+58%). Zufrieden mit dem Sparbetrag ist aber nur die Hälfte der Bevölkerung. Vieles vom Ersparten, geht auch ganz offensichtlich weiterhin auf Sparbücher: Das Gesamtvolumen der Retail-Einlagen beläuft sich derzeit auf 254,3 Milliarden Euro [2], 2009 waren es noch 205,7 Milliarden Euro. Dass die Sparzinsen seit vielen Jahren deutlich unter der Inflationsrate liegen, daran scheint man sich in der Alpenrepublik gewöhnt zu haben. Das Sparbuch bleibt trotz dieses Umstands weiterhin die beliebteste Sparform der ÖsterreicherInnen; 80% haben Geld am Sparbuch. Einen Bausparer haben 60%, 44% lassen ihr Geld am Girokonto liegen. Wertpapiere konnten allerdings auf 28% (+11) zulegen. „Das ist eine Entwicklung, die absolut notwendig ist“, so Schaufler. Als Liquiditätsreserve werden rund drei Netto-Monatsgehälter am Sparbuch empfohlen. „Den Rest sollte man so veranlagen, dass die Inflation ausgeglichen ist und am Ende ein Plus übrig bleibt. Und das geht zurzeit nur mit Wertpapieren“, so Schaufler.


Fondssparen als Vorsorge: Keine Depotgebühr für drei Jahre

Laut der aktuellen Studie spart knapp die Hälfte der österreichischen SparerInnen ohne konkreten Plan, nur 14 Prozent haben einen ganz konkreten Plan und 37% machen beides. „Rufen Sie sich ihren Gehaltszettel und das Pensionskonto ins Gedächtnis. Da gibt es bei vielen eine große Lücke. Ein Plan ist essentiell“, betont Schaufler. Sich „breit aufstellen“ bei der Geldanlage ist das Um und Auf. Vor allem für „Neueinsteiger“ bieten sich Fonds an. Die Erste Bank hat dafür die wichtigsten Kundenbedürfnisse und größten Trends für den Vermögensaufbau analysiert und speziell fünf Themenpakete im „s Fonds Plan Mix“ geschaffen, in denen jeweils bis zu 5 Fonds stimmig gebündelt sind. Auch bei der Preisgestaltung hat man sich extra dafür etwas Neues einfallen lassen. Beim s Fonds Plan Depot fallen in den ersten drei Jahren bis zu einem  Gesamtkurswert von 10.000,- Euro weder Depot- noch Mindestgebühren an. PrivatanlegerInnen können demnächst das Depot zum s Fonds Plan Mix auch online über George eröffnen.

Mangelndes Finanzwissen oft Hindernis für Wertpapier-Investments

Ein Faktor, warum Wertpapiere noch nicht fest im Anlageuniversum der ÖsterreicherInnen verankert sind, ist das mangelnde Wissen rund um Wirtschaft- und Finanzthemen. Laut der aktuellen Studie geben nur 36% an, sich sehr gut mit diesen Themen auszukennen. Zwei Drittel haben teils großen Aufholbedarf. Dies spiegelt sich auch in der Erklärungsnot bei diversen Finanzbegriffen wider. 91% können nicht erklären, was Anleihen sind, 70% ist der Begriff Fonds völlig unklar und 62% sind mit dem Wort Aktien überfordert. Immerhin nur mehr jeder Zweite (48%) hat mit dem Begriff Zinsen Probleme und „nur“ 35% wissen nicht, was Inflation bedeutet. „Eines der Hauptprobleme ist das mangelnde Finanzwissen.“, meint Schaufler. Um dem entgegen zu wirken, gibt es von der Erste Bank unterschiedliche Initiativen. Eine solche ist beispielsweise der Erste Financial Life Park (FLIP). Dabei handelt es sich um eine weltweit einzigartige Bildungseinrichtung, die bei Jugendlichen ansetzt. Sie vermittelt spielerisch Finanzwissen, um den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu fördern und die finanzielle Eigenverantwortung zu schärfen. Eine weitere Initiative dreht sich um Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der BeraterInnen. „In einer zunehmend komplexeren Welt setzen wir in der Erste Bank auf geprüfte Experten, die den Menschen mindestens so gut verstehen wie ihr professionelles Handwerk“, meint Schaufler. Das ist ein Leistungsversprechen an alle Kundinnen und Kunden – und sollte es einmal nötig sein, kann man in den neuen Erste-Filialen jederzeit einen Spezialisten per Video zuschalten. Gespräche auf Augenhöhe zu führen, ist dabei essentiell: „Egal wo – von George bis zum Beratungsgespräch. Wir wollen uns so einfach wie möglich ausdrücken und Hilfestellungen geben, um den Kunden in eine Lage zu versetzen, eine gute Entscheidung zu treffen.
Wirtschaftsindikatoren lassen ein Licht am Ende des Tunnels erkennen

Prognosen bestätigen ein anhaltend solides globales Wirtschaftswachstum – auch in Österreich. Wobei sich die Dynamik 2019 etwas abschwächen wird“, meint Gudrun Egger, Head of Major Markets und Credit Research. Die Kapazitäten sind dennoch gut ausgelastet, die Arbeitslosenrate sinkt in der Eurozone und zuletzt sind die Löhne erstmals seit 2012 wieder stärker als 2% gewachsen. Daher ist die europäische Zentralbank zuversichtlich, dass sich der allgemeine Preisdruck verstärken wird und sich die Inflation in Richtung Ziel der Notenbank bewegt. Das ist die Voraussetzung für Zinserhöhungen in der Eurozone. „Aber selbst wenn die Zinsen im Herbst 2019 beginnen zu steigen, werden weitere Zinsschritte voraussichtlich nur langsam erfolgen und moderat ausfallen“, so Egger. Dies wird von einem anhaltenden Wirtschaftswachstum, Lohnsteigerungen und einer anziehenden Kerninflation abhängen. Es wird zwar langsam besser werden, aber man muss geduldig sein, die Normalisierung der Geldpolitik wird dauern.  „Ein Niveau von zwei bis drei Prozent bei kurzfristigen Einlagezinsen für private Haushalte ist innerhalb der kommenden drei Jahre kaum absehbar. Damit bleiben kurzfristige Zinsen noch länger unter der österreichischen Inflationsrate,“ so Gudrun Egger abschließend.

Über die Studie: Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit der Befragung der ÖsterreicherInnen (ab  15 Jahre) rund um das Thema Sparen. Die Studie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren. Insgesamt wurden n=900 Interviews in ganz Österreich geführt. Pro Bundesland wurden n=100 Interviews gemacht, um eine getrennte Auswertung zu ermöglichen. Vergleichswerte basieren auf vorangegangenen Studien ab dem Jahr 2009.

Digitalstudie 2018: Jeder fünfte Deutsche nutzt Mobile Payment – Ebenso viele wollen kontaktloses Bezahlen bald testen – Jeder Dritte würde per Sprachbefehl bezahlen

Die Bedeutung von Mobile Payment nimmt vergleichsweise langsam, aber stetig zu. Aktuell nutzen 20 Prozent der Deutschen laut der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2018 bereits mobile oder kontaktlose Bezahlmethoden. Damit hat sich die Nutzung im Vergleich zu 2016 verdoppelt. In der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre zahlt mit 28 Prozent sogar mehr als jeder Vierte zumindest gelegentlich kontaktlos per Smartphone oder Karte. Demnächst ausprobieren wollen altersübergreifend 19 Prozent der Bundesbürger die neuen Bezahlmöglichkeiten. Jeder Dritte kann sich sogar vorstellen, eine Überweisung in Zukunft über einen Sprachbefehl auszulösen. Dabei bleibt die Liebe der Deutschen zum Bargeld weiterhin ungebrochen: 80 Prozent der Bundesbürger können sich eine Abschaffung der physischen Währung unter keinen Umständen vorstellen.

Postbank Digitalstudie 2018

Obwohl die Deutschen im internationalen Vergleich noch immer sehr häufig mit Bargeld bezahlen, gibt es inzwischen auch hierzulande eine Reihe von elektronischen Bezahlmethoden, die unter dem Überbegriff Mobile Payment zusammengefasst werden. Diese umfassen sowohl Geldtransfers mithilfe von Apps als auch kontaktlose Bezahlungsmöglichkeiten über Near-Field-Technologie (NFC) im Handel. In der ersten Kategorie sind so genannte „Instant-Überweisungen“ in Echtzeit am weitesten verbreitet. 31 Prozent der Studienteilnehmer mit Mobile-Payment-Erfahrung nutzen dazu mobile Bezahldienste wie paydirekt oder PayPal. Fürs Bezahlen im Handel, zum Beispiel in Shops und an Tankstellen, verwenden 28 Prozent der Mobile-Payment-Nutzer Smartphone-Apps mit NFC-Schnittstelle, bei 24 Prozent sind Bank- oder Kreditkarten mit NFC-Funktion im Einsatz.

Interesse an kontaktlosem Bezahlen im Handel steigt

Das kontaktlose Bezahlen an der Ladenkasse wird in den nächsten Monaten voraussichtlich stark an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Einzelhändler rollen NFC-fähige Terminals flächendeckend aus, Finanzinstitute gehen mit eigenen Mobile-Payment-Lösungen an den Markt oder kooperieren mit Technologieunternehmen. Und auch auf Verbraucherseite ist das Interesse groß: Jeder Fünfte plant, demnächst mobile Bezahloptionen auszuprobieren. „Durch die zunehmende Bekanntheit und die wachsende Anzahl ausgereifter Lösungen wird sich Mobile Payment in Deutschland immer stärker durchsetzen“, sagt Thomas Mangel, Chief Digital Officer von der Postbank. „Von den 750.000 Nutzern unserer integrierten Banking-App ,Postbank Finanzassistent‘ greifen bereits spürbar mehr auch auf die Mobile-Payment-Funktionen zurück.“ An solchen Applikationen von Banken besteht auch das größte Interesse der Studienteilnehmer, die Mobile Payment befürworten und künftig nutzen möchten. Dahinter folgen Smartphone-Bezahlapps anderer Anbieter wie beispielsweise Google Pay, an dritter Stelle das kontaktlose Bezahlen per NFC-fähiger Bank- oder Kreditkarte.

37 Prozent sind offen für Überweisung mit Sprachassistent

Digitale Sprachassistenten wie Alexa und Co. werden immer beliebter. Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist: Mehr als jeder Dritte wäre nicht abgeneigt, Überweisungen künftig per Sprachbefehl auszulösen. Acht Prozent sind von dieser Idee begeistert, weitere 29 Prozent schließen zumindest nicht aus, so eine Lösung in Zukunft anzuwenden.

Zögernde hält vor allem mangelndes Wissen ab

Von den 61 Prozent, die sich die Nutzung von Mobile Payment für sich persönlich bisher nicht vorstellen können, gibt jeder Zweite als Grund an, zu wenig über diese Optionen zu wissen. Jeder Dritte Mobile-Payment-Verweigerer hatte nach eigenen Angaben noch keine Gelegenheit, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Jeder Vierte bemängelt, dass noch zu wenig Händler kontaktloses Bezahlen aktiv anbieten.

81 Prozent lehnen Abschaffung von Bargeld ab

Während es im Ausland längst üblich ist, auch kleine Beträge mit Karte oder Smartphone zu bezahlen, hängen die Bundesbürger noch stark am physischen Geld. Eine große Mehrheit von 81 Prozent kann sich den Alltag ohne Bargeld nicht vorstellen – darunter vor allem Ältere. Während sich 30 Prozent der Digital Natives von 18 bis unter 35 Jahren ein Leben ohne Bargeld vorstellen könnten, sehen das nur 15 Prozent der älteren Generationen so. Als Hauptnachteil nennen 73 Prozent der Befragten eine zu große Abhängigkeit von der Technik. Außerdem missfällt 65 Prozent, dass digitale Transaktionen Spuren hinterlassen, die nachverfolgt werden können. Zudem meinen 62 Prozent, dass so die Gefahr steige, Opfer von Cyberkriminalität zu werden.

Immobilienpreise „Stimmungskiller“ für Sparmotiv Wohneigentum

Steigende Immobilienpreise sorgen weiterhin für ein Stimmungstief beim Sparmotiv „Wohneigentum“. Das zeigt die Sommerumfrage 2018 zum Sparverhalten der Deutschen. Kantar TNS befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen bereits zum 63. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Immobilienpreise "Stimmungskiller" für Sparmotiv Wohneigentum

„Die Lust am Wohneigentum ist ungebrochen. Doch die Preise sind längst der Einkommensentwicklung davongelaufen. Eigene vier Wände werden somit für viele unerschwinglich. Das sorgt vor allem bei jungen Menschen für Enttäuschung.“ So kommentierte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Bernd Hertweck, die jüngsten Zahlen. Danach nennen unverändert 37 Prozent der Befragten „Wohneigentum“ als Sparmotiv. Der Tiefstand in der über 20-jährigen Umfragereihe ist damit noch nicht überwunden.

Gerade für Haushalte an der Schwelle zum Wohneigentum sei eine ausreichende Eigenkapitalbildung unverzichtbar. Hertweck: „Die von der Politik angekündigte verbesserte Ansparförderung könnte hier – sozial treffsicher – für neue Impulse sorgen. Sie sollte am besten noch 2019 kommen.“

Nach wie vor auf Platz 1 der Sparmotive steht „Konsum“ mit 57 Prozent der Nennungen – nach 60 Prozent im Frühjahr. Das Sparmotiv „Altersvorsorge“ verzeichnete ein Plus von 2 Prozentpunkten auf 53 Prozent und nimmt damit wieder Platz 2 ein.

Keine Änderung ergab sich auch beim Sparmotiv „Kapitalanlage“, das Investmentfonds, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Kapitallebensversicherungen umfasst. Für diesen Zweck sparen nach wie vor 26 Prozent. Das Sparmotiv „Notgroschen“ erreicht 4 Prozent gegenüber 5 Prozent in der Frühjahrsumfrage. Die „Ausbildung der Kinder“ kommt erneut auf 2 Prozent

Viel Hype, wenig Eile: Blockchain hat für Banken und Versicherer noch keine Priorität (Studie)

  • Bei 68 Prozent der deutschen Finanzdienstleister ist die Blockchain „noch nicht Teil der strategischen Planung“, zeigt eine PwC-Umfrage
  • Gerade mal drei Prozent setzen die neue Technologie schon ein oder wollen dies zeitnah tun
  • Viele Banken, Versicherer und Asset Manager räumen offen ein, erst einmal abzuwarten, was die Konkurrenz macht
  • PwC-Experte Schönfeld: „Bei der Blockchain gilt es, die strategische Planung voranzutreiben, ohne in Hektik zu verfallen“

Die deutsche Finanzindustrie verfolgt das Thema Blockchain mit wachsendem Interesse – räumt der neuen Technologie aber noch keine große Priorität ein. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter den Führungskräften von 300 Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern hierzulande. So sagt inzwischen zwar fast jeder zweite Top-Entscheider, er sei zumindest „moderat“ mit dem Thema vertraut. Trotzdem ist die Blockchain in zwei Dritteln der Unternehmen „noch nicht Teil der strategischen Planung“. Und gerade einmal drei Prozent der deutschen Finanzdienstleister setzen die neue Technologie bereits ein oder wollen dies zeitnah tun.

Die abwartende Haltung zeigt sich auch daran, dass bloß zwei Prozent der befragten Unternehmen das Ziel verfolgen, „die ersten im Markt zu sein, die die Blockchain-Technologie produktiv einsetzen“. Immerhin 14 Prozent sagten, sie wollten zumindest „unter den ersten sein“. Dagegen verspürt die große Mehrheit der Banken, Versicherer und Asset Manager offenbar keine Eile. 47 Prozent gaben an, es reiche ihnen, wenn sie die Blockchain ungefähr zur gleichen Zeit wie die wichtigsten Wettbewerber einführten. Und 27 Prozent erklärten sogar, bei ihnen werde die neue Technologie erst dann zum Einsatz kommen, wenn sie bereits eine Zeitlang im Markt erprobt sei.

„Bei der Blockchain klafft eine merkliche Lücke zwischen dem öffentlichen Hype und der Frage, wie weit die Finanzindustrie tatsächlich schon mit den Plänen für eine reale Anwendung ist.“ Dr. Thomas Schönfeld, Blockchain Leader Financial Services bei PwC in Deutschland

Einfluss-Blockchain

Dass sich Banken, Versicherer und Vermögensverwalter erst einmal mit der Beobachterrolle begnügen, hält der Experte dabei „für durchaus nachvollziehbar. Schließlich kann niemand exakt vorhersagen, in welche Richtung die Entwicklung geht wird.“ Zugleich warnt Schönfeld allerdings davor, dass Thema auf die lange Bank zu schieben: „Die Blockchain wird die Finanzindustrie verändern – daran kann es wenig Zweifel geben. Insofern sind die Unternehmen gefordert, allmählich die strategischen Weichen für das Blockchain-Zeitalter zu stellen.“ Erst wenn die Ziele für das Unternehmen definiert seien, könne über die Umsetzung entschieden werden, die dann ihrerseits entsprechenden Vorlauf benötige. „Wer in fünf Jahren mit dabei sein möchte, muss folglich jetzt beginnen, seine Ziele zu bestimmen“, so Schönfeld.

Soweit ist die Branche allerdings noch lange nicht. Bei jedem zweiten Finanzdienstleister zeichnet bislang noch überhaupt kein Mitarbeiter konkret für das Thema verantwortlich. Und nur 23 Prozent haben mehr als zwei Mitarbeiter auf die neue Technologie angesetzt. Dazu passt, dass interne Blockchain-Initiativen – wenn es denn welche gibt – nur in acht Prozent aller Fälle auf Ebene des Topmanagements angesiedelt sind. Gängiger ist es, zum Beispiel die IT-Abteilung (24 Prozent) zu beauftragen oder einzelne Mitarbeiter, die ein besonderes Know-how für das Thema mitbringen (12 Prozent).

Kurzfristig noch wenig Einfluss auf Geschäftsmodell

Tatsächlich sehen die meisten Banken, Versicherer und Asset Manager in der Blockchain kein Thema für die nähere, sondern eher für die mittlere Zukunft. So antworteten nur  fünf Prozent auf die Frage, inwieweit die Technologie das Geschäftsmodell in den kommenden zwei Jahren verändern werde, mit „sehr stark“ oder „extrem stark“. Bei einem Zeithorizont von fünf Jahren waren es aber immerhin schon 19 Prozent – und auf Sicht von zehn Jahren sogar 34 Prozent. Zudem liegt die Zahl derer, die glauben, die Blockchain habe „wenig“ oder „gar keinen“ Einfluss auf ihr Geschäftsmodell, auf lange Sicht nur noch bei 24 Prozent. Anders als noch vor einem Jahr scheinen sich jedoch mittlerweile die größeren Unternehmen vergleichsweise deutlich stärker mit dem Thema zu beschäftigen und auch entsprechend Mitarbeiter und Budget bereitzustellen als die kleineren.

Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass einige Finanzdienstleister auch auf alternative Konzepte setzen – sprich: „auf Techniken, die auch ohne Blockchain eine dezentrale und zumindest teilautonome Lagerung von Daten versprechen“, so PwC-Experte Schönfeld. Auf Sicht von zwei Jahren trauen elf Prozent der befragten Unternehmen diesen Technologien einen markanten Einfluss auf ihre Geschäftsmodelle zu. Bei einem Fünf-Jahres-Horizont sind es 17 Prozent und bis 2028 sogar 24 Prozent.

„Man darf gespannt sein zu sehen, inwieweit sich solche Modelle – die den Anspruch haben, Vorteile der Blockchain mit besserer Effizienz zu vereinen – tatsächlich am Markt durchsetzen können“, so Schönfeld.

Verbraucher wollen menschenähnliche Künstliche Intelligenz ohne menschliches Aussehen (Studie und Infografik)

  • Künstliche Intelligenz (KI) ist kein Neuland mehr: Drei von vier Verbrauchern haben sie bereits genutzt und meist positive Erfahrungen gemacht
  • Unternehmen unterschätzen die Bedeutung von KI für ihre Kunden und fokussieren zu sehr auf Kosten und Rentabilität
  • Kunden fordern Transparenz und ständige Verfügbarkeit, wollen aber nicht auf menschlichen Service verzichten

Verbraucher akzeptieren Künstliche Intelligenz (KI) im Service-Bereich: 73 Prozent haben bereits Chatbots, Stimmerkennung oder personalisierte Empfehlungen genutzt und 69 Prozent davon waren mit dem Ergebnis zufrieden. Unternehmen berücksichtigen jedoch die Auswirkungen auf das Kaufverhalten und den Wunsch nach Transparenz nur unzureichend. Der Mensch bleibt im Kundenkontakt dennoch weiterhin gefragt. Dies zeigt die globale Studie „The Secret to a Winning Experience with Artificial Intelligence: Add Human Intelligence“ von Capgemini. Für die Studie wurden 10.000 Verbraucher und 500 Führungspersonen in Unternehmen aus zehn Ländern, darunter Deutschland, befragt.

Für Konsumenten in Deutschland und der Welt ist KI bei Beratung und Kauf eine willkommene Unterstützung. 63 Prozent von ihnen schätzen die ständige Verfügbarkeit. Stets die Kontrolle zu haben, ist für 73 Prozent der Deutschen und 63 Prozent der Befragten weltweit wichtig. 38 Prozent der deutschen beziehungsweise 45 Prozent der globalen Kunden haben bereits von schnelleren Lösungen durch KI profitiert, jeweils 29 Prozent Vorteile durch personalisierte Leistungen erlebt. Insgesamt bewertet es die Mehrheit positiv, wenn KI über eine menschliche Stimme und intelligentes Verhalten verfügt (jeweils 62 Prozent) sowie Emotionen erkennt (52 Prozent). 64 Prozent befürworten eine noch menschenähnlichere KI, doch allzu menschliches Aussehen bereitet Unbehagen: 52 Prozent empfinden eine KI mit physischen menschlichen Merkmalen als „gruselig“. Die Hälfte der globalen Konsumenten und ein Drittel der Deutschen sind zudem der Ansicht, dass eine menschenähnliche KI Loyalität und Vertrauen gegenüber dem Unternehmen erhöht.

Ingo Finck, Vice President Augmented Intelligence und Experte für KI bei Capgemini Consulting: „Es ist fast ironisch, dass digitale Sprachverarbeitung und maschinelles Lernen es Unternehmen in bestimmten Situationen ermöglicht, tiefere und effektivere Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen. KI im Kontaktpunkt zum Kunden hilft, seine Ausgaben und Loyalität zu steigern. Wie unsere Studie zeigt, profitieren davon am meisten die Unternehmen, die Künstliche Intelligenz in ihrer Kundenkontaktstrategie priorisieren – neben Kostengesichtspunkten und interner Prozessoptimierung.“

KI ist beliebt, ersetzt aber nicht die persönliche Beratung

Dennoch läuft KI der menschlichen Interaktion nicht den Rang ab. So bevorzugen es 47 Prozent der Verbraucher, Künstliche wie menschliche Intelligenz beim Kauf kostspieliger Produkte hinzuziehen zu können. Nur acht Prozent wäre in der Hinsicht ein ausschließlich KI-basierter Service, 45 Prozent ein rein persönlicher Service am liebsten. Mit 46 Prozent erwartet knapp die Hälfte eine insgesamt verbesserte Lebensqualität durch KI, während 48 Prozent gerne ihre Aufgaben einem persönlichen digitalen Assistenten überlassen würden.

Unternehmen verstehen das Kundeninteresse an KI nur bedingt

Unternehmen schätzen ihre Kunden in Bezug auf KI oftmals falsch ein: So möchten 66 Prozent der Kunden wissen, ob sie es mit einer KI zu tun haben, doch nur ein Drittel der Unternehmen hält diese Information für relevant. In der deutschen Finanz- und Automobilbranche sind es jeweils sogar nur 23 Prozent. Auch zeigt die Studie, dass 38 Prozent der Konsumenten mehr kaufen und jeder Vierte sogar zehn Prozent mehr ausgibt, wenn sie auf überzeugende KI-Dienste zugreifen können. Dennoch berücksichtigen nur zehn Prozent der Unternehmen die Vorstellungen der Kunden, wenn sie den KI-Einsatz planen. Stattdessen dominieren global Kosten (62 Prozent) und Rendite (58 Prozent) als wichtigste Faktoren, während deutsche Unternehmen sich an der Effizienz im Betrieb (31 Prozent) und der Nachfrage am Markt (21 Prozent) orientieren.

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Methodik

Für die Studie wurden 10.000 Konsumenten und über 500 Führungskräfte aus Unternehmen in zehn globalen Märkten, darunter Deutschland, befragt. Alle erzielten im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar.  Die Umfrage wurde im Mai 2018 durchgeführt und um drei virtuelle Fokusgruppengespräche mit jeweils acht bis zehn Konsumenten aus den USA, Frankreich und Deutschland ergänzt. Die Untersuchung beinhaltet zudem Interviews mit mehreren wichtigen Akteuren aus Industrie und Wissenschaft.

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