Die Daten und das Vertrauen der Kunden sind das wertvollste Kapital einer Bank. Insbesondere Retailbanken haben durch die Umsätze auf den Girokonten ein umfangreiches Wissen über die regelmäßigen Ausgaben ihrer Kunden. Dieses Wissen bleibt jedoch meistens ungenutzt. Warum nicht jedem Kunden das individuelle Sparpotential bei seinen regelmäßigen Ausgaben zeigen? Durch den direkten Wechsel zu einem günstigeren Anbieter z. B. Strom, Gas, Mobilfunk usw. profitieren Kunde und Bank gleichermaßen.

„Mit Finprove, dem zweiten FinTech-Start-up der IntelliNet Gruppe, stellen wir einen Service zur Verfügung, der Bankkunden den einfachen Weg zum sorglosen Anbieterwechsel ermöglicht“, erklärt Arne Westphal, Geschäftsführer der Finprove GmbH. Für die Bank bedeutet das eine Chance, ohne großen Projektaufwand ihren Kunden einen echten Mehrwert zu bieten und zugleich zusätzliche Umsätze zu generieren.

Den großen Auftakt gab es im Februar 2017 als das Geschäftsmodell von Finprove auf der „Handelsblatt Jahrestagung Privatkundengeschäft“ zum ersten Mal vor großem Publikum präsentiert wurde und den „Pecha-Kucha-Publikumspreis“ gewann.

Die erste Retailbank wird im 2. Quartal 2017 Finprove für die Bereiche Strom und Gas einführen. Danach wird das Angebot Produkt für Produkt bis in alle privaten Ausgabenbereiche wie Mobilfunk, Internet, Versicherung, Streaming-Dienste usw. ausgebaut.

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„Banken dürfen FinTechs die Kundenrelevanz nicht kampflos überlassen. Banken müssen sich in kleinen, aber schnellen Schritten vom passiven Datenverwalter zum aktiven Geldmanager ihrer Kunden wandeln“, empfiehlt Westphal.

Mit Finprove können nicht nur Banken, sondern auch Finanzvertriebe, Versicherungsmakler und Bonitäts- oder Kündigungsplattformen ihren Kundenservice einfach, schnell und gewinnbringend aufwerten.

  • Repräsentative GfK-Studie von Google und Postbank
  • 89 Prozent der Bankkunden recherchieren vor Abschluss eines Produktes online
  • 30 Prozent aller Abschlüsse von Bankprodukten erfolgen im Internet
  • Mehrheit lässt sich vor Vertragsabschluss persönlich beraten

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Ob Girokonto, Geldanlage, Ratenkredit oder Bausparvertrag: Die Kundenwünsche mögen verschieden sein, dennoch spielt das Internet bei allen Informationsprozessen eine zentrale Rolle. 89 Prozent der Bankkunden recherchieren auf der Suche nach ihrem Wunschprodukt online. Das ergab die repräsentative GfK-Studie „Customer Journey Banking“, die im Auftrag von Google und der Postbank durchgeführt wurde. In der Vergleichsstudie 2013 waren es lediglich 61 Prozent, die sich online auf die Suche nach Informationen zu einem Bankprodukt machten.

 

Der Desktop-Computer ist bei der Recherche ein zentrales Instrument. Das Smartphone nimmt allerdings eine immer wichtigere Rolle ein, wie eine ergänzende qualitative Analyse von Smartphone-Nutzern zeigt: Bereits jede dritte Google-Suchanfrage mit Bezug auf Bankprodukte kommt von einem Smartphone. Bankkunden gehen, nachdem sie digital gesucht und verglichen haben, immer noch mehrheitlich für den Produktabschluss den gewohnten Weg zum persönlichen Berater. Die Onlineabschlüsse nehmen jedoch zu: 30 Prozent aller Bankprodukte werden bereits direkt im Internet abgeschlossen, ohne dass der Kunde den Weg in eine Bankfiliale nimmt.

Lieber persönlich

Obwohl nur noch zehn Prozent der Abschlüsse in der Bankenbranche ohne Einfluss des Internets stattfinden, ist das persönliche Gespräch mit dem Finanzberater nach wie vor von großer Bedeutung. Denn 61 Prozent der Kunden, die ihre Unterschrift unter einen Produktantrag setzen, sind sogenannte „ROPO“-Kunden: Unter ROPO (Research Online, Purchase Offline) versteht man das Phänomen, dass Kunden zunächst online recherchieren, das Produkt jedoch dann persönlich bei der Bank abschließen. Im Vergleich beispielsweise zur Reisebranche ist das ROPO-Segment im Finanzbereich von besonderer Relevanz: Im Banking-Bereich hat der ROPO-Effekt seit der letzten Studie um 36 Prozent zugenommen.

„Das Kundenverhalten hängt sehr von der Komplexität des Bankproduktes ab. Bei einfachen und alltäglichen Finanzthemen agieren Bankkunden zunehmend selbstständig. So schließen 44% ihre Girokonten mittlerweile online ab“, sagt Philip Laucks, Chief Digital Officer der Postbank. „Bei komplexen Produkten mit hohem Erklärungsbedarf haben wir dagegen ein ganz anderes Bild. Hier informieren sich die Kunden zwar im Vorfeld sehr genau im Internet, Apps und Co. können die persönliche Beratung aber nicht ersetzen. Hier zeigt sich, dass die Kunde-Bank-Beziehung, bei allen technischen Möglichkeiten, immer auch auf Vertrauen basiert. Aus Kundensicht bleibt die Verbindung aus einem leistungsfähigen Online-Auftritt mit einem persönlichen Berater vor Ort der perfekte Mix.“

Insbesondere bei langfristigen Entscheidungen mit großer finanzieller Tragweite, wie dem Abschluss einer Baufinanzierung oder eines Bausparvertrages, verspüren die Kunden nach wie vor das Bedürfnis nach einem ergänzenden persönlichen Beratungsgespräch. So haben sich beispielsweise 82 Prozent der Bausparer zuvor online informiert, ihren Vertrag dann aber letztlich persönlich abgeschlossen.

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Bestens informiert

Dabei wandelt sich oftmals der Ablauf des Beratungsgespräches. Denn die intensive Online-Recherche führt zu „smarten“ Kunden, die sehr gut informiert sind und oftmals die vorab im Netz recherchierten Vergleichsangebote mitbringen. So wird beispielsweise vor dem Abschluss eines Bausparvertrages oder eines Hypothekendarlehens durchschnittlich an 13 Tagen im Internet recherchiert, bei einem Ratenkredit an insgesamt elf Tagen.

„Durch die Vielzahl der Informationsquellen im Netz und die immense Zunahme an internetfähigen Endgeräten wird die sogenannte Customer Journey, also der Weg des Kunden zum Produkt, immer umfangreicher“, so Thomas Grosse, Industry Leader Banking von Google Deutschland. „Im Durchschnitt hat ein Kunde vor dem Abschluss eines Bankproduktes elf Online-Kontaktpunkte. Im Vergleich zu anderen Branchen ist der Recherche-Aufwand für Finanzdienstleistungen damit sehr hoch und bedeutet für die Institute ebenso hohe Anforderungen an ihre digitalen Maßnahmen. Denn die Customer Journey sollte über alle Medien- und Endgeräte hinweg bestmöglich vom Nutzer erlebbar sein.“

Bei den verwendeten Endgeräten kommt dem Smartphone als ständigem Begleiter des Menschen eine besondere Bedeutung zu. An 16 von insgesamt 17 Tagen informieren sich die Kunden, die sowohl per Desktop-Computer als auch per Smartphone nach Bankprodukten recherchieren, mithilfe ihres Handys. Die Desktop-Recherche solcher Kunden erfolgt zwar an weniger Tagen (11), ist aber im Vergleich deutlich ausführlicher in Bezug auf die Dauer und Anzahl der besuchten Seiten.

„Der Trend, für Bankgeschäfte als Erstes ins Internet zu gehen, ist ungebrochen hoch“, ergänzt Laucks. „Dabei verändern sich Kundenwünsche immer schneller und damit auch das Kundenverhalten. Als Bank müssen wir den Mut haben, diese Veränderungen aktiv zu gestalten und unsere Angebote noch individueller auf den Kunden zuzuschneiden. Nur so kann aus dem Zusammenspiel von klassischem Banking und den innovativen digitalen Möglichkeiten ein Erfolgsmodell werden – für Kunden und Banken gleichermaßen. Zukünftig wird das gefühlte Kundenerlebnis den Unterschied machen, ob sich dieser bei seiner Bank richtig aufgehoben fühlt.“

Über die Studie:

Für die Customer Journey Banking Studie von GfK wurden Daten von Bankkunden aus dem GfK Finanzmarktpanel (zu Online- & Offline-Abschlüssen von Bankprodukten) mit den Internetnutzungs-Daten dieser Befragten aus dem GfK Crossmedia Link Panel (passive, softwarebasierte Messung der Internetnutzung auf PC und Smartphone) kombiniert und analysiert. Die Ergebnisse beruhen auf insgesamt 1.051 Abschlüssen von Bankprodukten in 2014/2015 und sind repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung ab 18 Jahren.

FinTech, abgekürzt für Finanztechnologie, erlebt ein weltweites Wachstum. Aufgrund hoher jährlicher Investitionen in diesem Bereich wirdFinTech wird immer bekannter und zieht immer höhere Aufmerksamkeit auf sich. Fintech Compliance hat zu diesem Thema die folgende Infografik gestaltet…

 

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Studie: Bis 2050 verschwinden mehr als vier Millionen Kunden für Hausratsversicherungen, Privat- und Kfz-Haftpflicht

Die Versicherer in Deutschland haben ein großes Problem: Bis ins Jahr 2050 wird die Zahl ihrer Kunden massiv einbrechen. So werden zum Beispiel allein 4,61 Millionen Menschen weniger privat haftpflichtversichert sein als heute. Der Grund: Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bedroht die Versicherungswirtschaft in ihren Grundfesten. Längeres Leben und wenig Nachwuchs führen dazu, dass immer weniger Menschen unter 60 im Bundesgebiet leben. Demgegenüber stehen immer mehr über 60-Jährige. Die Folge: Steigende Schadenquoten durch versicherte Risiken, die im Alter zunehmen – und wenig Potenzial für Neugeschäft, das diesen Verlust ausgleichen könnte. Das zeigt die Studie „Auswirkung der demografischen Entwicklung auf die Marktpotenziale von Versicherungen und Kreditinstituten“ des IMWF Instituts für Management und Wirtschaftsforschung.

Die Studie analysiert die derzeitige Marktabdeckung von Versicherungs- und Bankprodukten über die verschiedenen Altersklassen der Konsumenten und prognostiziert die potenzielle Marktabdeckung bis ins Jahr 2050 unter Berücksichtigung der zukünftigen Altersstrukturen. Grundlage sind die Ergebnisse der Markt-Media-Studie „best for planning 2016“ und die Bevölkerungsvorausrechnung des statistischen Bundesamts. Dabei wurde eine Konstanz in der jeweiligen prozentualen Marktabdeckung unterstellt.

Bei den meisten untersuchten Versicherungsprodukten weist die Altersgruppe der 50 bis 59jährigen die die höchste Zahl an Versicherten auf. Bis ins Jahr 2050 wird diese Alterskohorte in Deutschland um fast ein Viertel schrumpfen – von derzeit 13,2 Millionen auf nur noch 9,9 Millionen. Die meisten potenziellen Neukunden für Versicherungsprodukte sind demgegenüber zwischen 20 und 29 Jahren alt. Diese Altersgruppe wird im gleichen Zeitraum um fast ein Fünftel von aktuell 9,7 auf dann 7,8 Millionen Twens abnehmen. Anders sieht das bei den über 60jährigen aus: Die Gruppe der 60 bis 69jährigen wird um 6,1 Prozent von heute 9,9 auf 10,5 Millionen zulegen.

Mit der Bevölkerung verändert sich auch die Struktur der Versicherten in Deutschland: Bei allen untersuchten Versicherungsprodukten wird die Anzahl der Versicherten – also der Kunden und damit Beitragszahler – bis ins Jahr 2050 abnehmen. Mit 4,61 Millionen wird dieser Kundenverlust bei der privaten Haftpflichtversicherung am stärksten ausfallen. Ebenfalls stark zurückgehen wird die Anzahl der Kfz-Haftpflichtversicherungen (-4,33 Millionen) und der Hausratsversicherungen (-4,15 Millionen). In absoluten Zahlen fällt der Schwund mit 0,15 Millionen bei den Aussteuer- und Ausbildungsversicherungen am geringsten aus. Allerdings ist diese Versicherungsart mit 0,86 Millionen Versicherten zwischen 14 und 69 Jahren schon heute vergleichsweise gering verbreitet.

Insgesamt weniger Versicherte, aber im Verhältnis mehr ältere – das führt zu steigenden Schadenquoten bei versicherten Risiken, die im Alter zunehmen. Zum Beispiel in der Kranken- oder Pflegeversicherung. Zum Ausgleich müssten die Beiträge steigen. Doch das wird wiederum die Schwierigkeiten bei der Neugeschäftsakquise verschärfen. „Dieser Spirale der Risikoverschlechterung sollten Versicherer frühzeitig begegnen, denn die Basis für die zukünftige Versichertenstruktur wird schon heute gelegt“, mahnt Wilhelm Alms, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des IMWF. „Nur wer heute mit einer klugen Produkt-, Marken- und Vertriebsstrategie jüngere Zielgruppen gezielt bindet, wird in dem sich stetig verschärfenden Verdrängungswettbewerb im Versicherungsmarkt langfristig überleben.“

  • Banken in Deutschland erkennen Bedeutung und Potenzial von Blockchain
  • Die Technologie ist selten Teil der strategischen Ausrichtung
  • Datenintegrität und Audit vielversprechendste Anwendungsfelder
  • Größere Banken warten mit der Anwendung noch ab

Blockchain-Technologie gilt als potenziell disruptive Kraft im Finanzsektor. Die Technologie ermöglicht einen dezentralen Austausch von Werten ohne Intermediäre, wie z. B. Banken. Bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC haben nun erstmals Vertreter deutscher Banken Auskunft zum Stand der Etablierung von Blockchain-Technologie in ihren Instituten gegeben.

47% der Befragten bestätigen die Relevanz von Blockchain für ihre Bank und deren Geschäftsfeld. Der Großteil der Institute setzt sich jedoch noch nicht konkret mit der Anwendung der Technologie auseinander: 39% der Befragten werden sich auch im Jahr 2017 nicht mit Blockchain beschäftigen. 76% werden die Technologie erst dann produktiv einsetzen, wenn andere Marktteilnehmer es ebenfalls tun; 25% sogar explizit erst dann, wenn der Großteil der Wettbewerber bereits für einige Zeit die Technologie einsetzt.

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„Die deutschen Banken haben erkannt, dass der Aufstieg von Blockchain-Technologie ein hohes Potential in sich trägt, ihre Geschäftsmodelle erheblich zu beeinflussen. Die Institute bauen daher nach und nach Wissen auf, um erste Anwendungsfälle zu erproben. Diese Entwicklung steht jedoch noch ganz am Anfang“, sagt Dr. Thomas Schönfeld, Blockchain Leader bei PwC Deutschland. Tatsächlich geben 68% der befragten Führungskräfte an, wenig oder gar nicht mit Blockchain-Technologie vertraut zu sein. In vielen Instituten gibt es zudem noch keine dezidierten Ansprechpartner für das Thema.

Blockchain noch nicht Teil der Geschäftsstrategie

In den kommenden 10 Jahren dürfte die Technologie das Geschäftsmodell der Institute jedoch stark beschäftigen – das bestätigen 63% der Befragten. Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) sehen dies bereits in den kommenden 5 Jahren. Sie erwarten eine mittlere bis extreme Beeinflussung des Geschäftsmodells ihrer Bank durch Blockchain.

Strategisch setzen sich bislang die wenigsten Banken mit der Technologie auseinander. Bei 75% bildet Blockchain-Technologie keinen Teil der strategischen Ausrichtung. 58% beschäftigen keine Mitarbeiter, die sich regelmäßig mit dem Thema befassen. 72% weisen der Erforschung der Technologie kein Budget zu, nur 2% der Unternehmen investieren signifikant.

„Bei vielen Banken ist das Thema Blockchain noch nicht entscheidungsreif. Auch wenn die Relevanz der Technologie erkannt wird, findet sie noch keinen Eingang in die Geschäftsstrategie der Institute. Das muss nun der nächste Schritt sein“, so Dr. Thomas Schönfeld.

IT-Sicherheit und Datenintegrität wichtiger als Zahlungsverkehr

Die größten Potenziale sehen die Führungskräfte in den Bereichen IT-Sicherheit sowie Audit & Datenintegrität. 67% würden wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich auf Methoden, Tools und Technologien reagieren, die die Informationssicherheit verbessern und Betrug identifizieren. 47% rechnen mit einer Adaption von verteilten Ledgern für Beglaubigung, Audit, Dokumentation und Datenintegrität, sollten diese an Bedeutung gewinnen.

Deutlich zurückhaltender sind die Erwartungen in den intensiv diskutierten Bereichen Zahlungsverkehr und Wertpapierhandel. So halten nur 36% der Führungskräfte eine Reaktion ihrer Institute auf auf Peer-to-Peer-Payment-Lösungen für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Gleiches gilt für den Handel digitaler Werte, hier sind es 35%.

Kleine Banken zum Teil schon weiter

Die Relevanz von Blockchain-Technologie schätzen Banken unabhängig ihrer Größe ähnlich hoch ein. Jedoch beschäftigen sich kleinere Banken mit einer Bilanzsumme von unter 1 Mrd. EUR im Schnitt bereits länger mit der Technologie. 20% der kleineren Häuser stellen zudem ein eigenes Budget für Blockchain-Projekte bereit, während es bei großen Banken nur 5% sind.

„Offensichtlich möchten gerade kleinere Häuser als ‚early adopter‘ einen möglichen Zukunftsmarkt erschließen. Sie erhoffen sich Wettbewerbsvorteile, wenn Sie die Technologie früher und besser in die Praxis umsetzen als die Platzhirsche“, so Dr. Thomas Schönfeld. Für die Befragung „Blockchain in Financial Services“ wurden 150 Führungskräfte der deutschen Finanzindustrie im Januar 2017 befragt.

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Die Unternehmensfinanzierung über eine Vielzahl von Kleinanlegern, das sog. Crowdinvesting, hat 2016 stark an Popularität gewonnen: Nach Angaben des Fachverbands Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Österreich wurden im letzten Jahr rund 22,8 Millionen Euro Kapital für 71 Projekte erfolgreich über die 13 zertifizierten österreichischen Crowdinvesting-Plattformen eingeworben.

Zwar ist diese Summe im Vergleich zu traditionellen Finanzierungsformen wie Unternehmenskrediten (mehr als 50 Milliarden Euro 2016) noch recht gering, die Wachstumsrate von 161 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (8,7 Millionen Euro) war aber durchaus beeindruckend. Zudem ging der Anteil der gescheiterten Finanzierungsrunden in den letzten Jahren stetig zurück, was ebenfalls für eine Etablierung und Professionalisierung dieser Finanzierungsform spricht. Der Fachverband macht auch das Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG), das im Herbst 2015 in Kraft getreten ist, mitverantwortlich für die dynamische Entwicklung.

Infografik: Immer mehr schwärmen für Schwarmfinanzierung | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Verbraucher, die digitale Kanäle traditionellen vorziehen, wechseln häufiger den Anbieter, wie eine Umfrage in 12 Ländern zeigt:  57 Prozent aller Verbraucher waren Anbietern aller Branchen seit mehr als drei Jahren treu. Verbraucher in Indien, Mexiko, Brasilien und Großbritannien wechseln schneller, während deutsche, französische und japanische Kunden loyaler sind. Banken sind dabei Vorreiter in Sachen Kundenbindung, Verbraucher würden eher den Kreditkarten- oder Reiseanbieter wechseln.

Eine Studie von Verint Systems zeigt, dass die Kundenbindung im Vergleich zu 2015 um 7 Prozent zurückgegangen ist. Damals führte Verint eine ähnliche Umfrage durch. Die aktuelle internationale Studie mit mehr als 24.000 Verbrauchern in 12 Ländern untersucht das Verbraucherverhalten in neun verschiedenen Branchen. Sie wurde zusammen mit Opinium Research LLC durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Verbraucher, die für den Einkauf digitale Kanäle bevorzugen, mit höherer Wahrscheinlichkeit den Anbieter wechseln als diejenigen, die den persönlichen Kontakt beispielsweise am Telefon oder in der Filiale bevorzugen.

Branchenübergreifend  waren 57 Prozent der Verbraucher ihrem Anbieter mehr als drei Jahre treu. Bei Banken war diese Quote mit 73 Prozent der Befragten am höchsten, damit führen Kreditinstitute in Sachen Kundenbindung. Lediglich 8 Prozent der Studienteilnehmer waren erst seit weniger als einem Jahr Kunde ihrer Bank. Mobilfunkanbieter schneiden mit einer Quote von 63 Prozent langjähriger Kunden (länger als drei Jahre) am zweitbesten ab.

Japanische Unternehmen haben unter allen untersuchten Ländern die höchste Kundenbindung

Im Durchschnitt waren dort 64 Prozent der Verbraucher seit mehr als drei Jahren beim selben Anbieter. Französische und deutsche Unternehmen schnitten mit einer Quote von 60 beziehungsweise 57 Prozent ebenfalls gut ab. Demgegenüber wechseln brasilianische, indische, mexikanische und britische Verbraucher häufiger. Lediglich durchschnittlich 35 Prozent der brasilianischen, 46 Prozent der indischen, 50 Prozent der britischen und mexikanischen sowie 55 Prozent der amerikanischen Studienteilnehmer kaufen seit mehr als drei Jahren beim selben Anbieter.

Die Ergebnisse zeigen außerdem eine Beziehung zwischen dem bevorzugten Kommunikationskanal und der Kundenbindung. Verbraucher, die digitale Kommunikationskanäle bevorzugen, wechseln schneller den Anbieter. Lediglich knapp die Hälfte (49 Prozent) derjenigen, die am liebsten digital kommuniziert, kauft seit mehr als drei Jahren beim selben Anbieter. Bei Verbrauchern, die bevorzugt das Telefon nutzen, sind es 59 Prozent und unter denjenigen, die am liebsten in eine Filiale gehen, 58 Prozent.

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Die Studie untersuchte auch, welche Auswirkungen ein gutes Service-Erlebnis auf die Loyalität und die Empfehlung des Anbieters haben. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Verbraucher nach einem guten Gespräch am Telefon oder in der Filiale dem Anbieter gegenüber mit höherer Wahrscheinlichkeit positiv verhalten als bei Online-Transaktionen. Nach einem guten Service-Erlebnis am Telefon oder im Geschäft steigt die Wahrscheinlichkeit:

  • um 38 Prozent, dass Produkt oder Service verlängert oder erneut gekaut werden, auch wenn es nicht das günstigste Angebot ist.
  • um 27 Prozent, am Kundenbindungsprogramm teilzunehmen.
  • um 19 Prozent, eine positive Produktbewertung zu schreiben.

„Es ist klar, dass direkte persönliche Interaktionen im Kundenservice dazu beitragen, die Bindung und Loyalität zu erhöhen. Das ist ein Weckruf für Unternehmen, die mehr digitale Kanäle einführen wollen, um die Kosten zu reduzieren und den Komfort für Kunden zu erhöhen“, erklärt Rachel Lane, Director Customer Analytics EMEA von Verint. „Unsere Studie zeigt, dass Verbraucher einem Unternehmen positiver gegenüberstehen, wenn sie direkt mit einer Person interagieren. Dementsprechend müssen Unternehmen darüber nachdenken, wie man digitalen Service persönlicher gestalten kann, um die Kundenbindung zu erhöhen.“

Lane ergänzt: „Unsere Studie hat auch untersucht, wie Unternehmen die Wünsche von Verbrauchern einschätzen. 91 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass Online-Kunden-Service schneller, intuitiver und besser auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sein sollte. Das bedeutet, dass sich Unternehmen jetzt darauf konzentrieren müssen, den Service über alle Kontaktkanäle persönlicher zu gestalten, um die Basis für loyale Kundenbeziehungen zu schaffen.“

Untersuchte Branchen

Banken, stationärer Einzelhandel, Kreditkartenanbieter, Versicherungen, Mobilfunk-, Telekommunikations- und Reiseanbieter, Online-Händler, Versorger. Die Studie im Auftrag von Verint wurde in Zusammenarbeit mit Opinium Research LLP durchgeführt, einem Marktforschungsunternehmen aus Großbritannien. Während der Feldphase vom 23. Juni bis zum 20. Juli 2016 wurden insgesamt 24.001 Verbraucher in den folgenden Ländern befragt: Australien (2.000), Brasilien (2.000), Deutschland (2.000), Frankreich (2.000), Großbritannien (2.001), Indien (2.000), Japan (2.000), Mexiko (2.000), Neuseeland (2.000), Niederlande (2.000), Süd-Afrika (2.000) und USA (2.000). Die Umfrage wurde online und in der jeweiligen Landessprache durchgeführt. Die Teilnehmer erhielten einen Anreiz, um teilzunehmen.

Studie: Banken verlieren durch demografische Entwicklung bis 2050 mehrere Millionen Privatkunden in Deutschland

Die Banken in Deutschland werden in Zukunft massiv Privatkunden verlieren. Nicht aus Unzufriedenheit oder durch die Konkurrenz der aufstrebenden Fintechs – sondern einfach aufgrund der demografischen Entwicklung. So werden im Jahr 2050 in der Bundesrepublik zum Beispiel 8,68 Millionen Menschen weniger über ein Girokonto verfügen als heute. Das zeigt die Studie „Auswirkung der demografischen Entwicklung auf die Marktpotenziale von Versicherungen und Kreditinstituten“ des IMWF Instituts für Management und Wirtschaftsforschung.

Die Studie analysiert die derzeitige Marktabdeckung von Versicherungs- und Bankprodukten über die verschiedenen Altersklassen der Konsumenten und prognostiziert die potenzielle Marktabdeckung im Jahr 2050 unter Berücksichtigung der zukünftigen Altersstrukturen. Grundlage sind die Ergebnisse der Markt-Media-Studie „best for planning 2016“ und die Bevölkerungsvorausrechnung des statistischen Bundesamts. Dabei wurde eine Konstanz in der jeweiligen prozentualen Marktabdeckung unterstellt.

Bis ins Jahr 2050 werden alle Altersgruppen unter 60 erheblich schrumpfen. Die Älteren werden hingegen mehr. „Deswegen werden Privatkunden älter als 60 Jahre für die Kreditinstitute immer wichtiger. Doch bisher sind die Geldhäuser auf diese Zielgruppe noch nicht ausreichend eingestellt“, sagt Wilhelm Alms, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des IMWF. „Die erfolgreiche Ansprache dieser Altersgruppe wird im Privatkundengeschäft immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor.“

Die Zahl der Girokonten wird aufgrund der demografischen Entwicklung am stärksten zurückgehen. Dadurch wird den Banken das wichtigste Anker-Produkt für die Kundenbindung fehlen. Am größten ist dieser Schwund in der Altersklasse von 50 bis 59: Im Jahr 2050 wird es 3,06 Millionen Menschen weniger in diesem Alter geben, die bei einer Bank in Deutschland ein Girokonto führen. Ansteigen wird im gleichen Zeitraum hingegen die Anzahl von Privatkunden mit Girokonto im Alter von 60 bis 69 – um 0,55 Millionen.

Ebenfalls stark zurückgehen werden Sparbücher und -konten: Im Jahr 2050 wird diese traditionelle Anlageform 5,61 Millionen Kunden weniger zählen als heute. Unter den Anlegern zwischen 14 und 59 Jahren werden es sogar fast sechs Millionen weniger sein – in der Altersgruppe 60 bis 69 hingegen 0,38 Millionen mehr.

In absoluten Zahlen am geringsten wird der Rückgang zum einen bei Zertifikaten und zum anderen bei Optionsscheinen und anderen spekulativen Wertpapieren mit je 0,06 Millionen ausfallen. Allerdings sind diese Bankprodukte auch heute schon nicht annähernd so stark nachgefragt wie Giro- oder Sparkonten.

Die folgende Infografik bringt Informationen zu den Bildgrößen von Facebook, Twitter, Google+, Instagram, Pinterest, Tumbler, LinkedIn und YouTube:

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Verbraucher könnten pro Kopf künftig bis zu 450 Euro an Banken- und Versicherungsgebühren im Jahr einsparen, wenn beispielsweise Versicherungs- oder Kreditverträge mittels Distributed-Ledger-Technologie (DLT) – auch bekannt als Blockchain – elektronisch abgewickelt werden.

Zu diesem Ergebnis kommt der neue Smart-Contracts-Report des Digital Transformation Institute (DTI) von Capgemini. Die Studienautoren prognostizieren, dass solch intelligente Verträge beginnend mit dem Jahr 2020 im Massenmarkt breite Akzeptanz finden werden. Bis dahin seien allerdings noch einige offene Fragen zu klären, darunter das Thema Datenschutz, die Sicherheit der Blockchain-Technologie allgemein sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Smart Contracts.

Smart Contracts sind legal bindende Vereinbarungen, die ähnlich wie traditionelle schriftliche Verträge auf einer Reihe an zugestimmten Geschäftsbedingungen beruhen. Im Unterschied zu den physischen Schriftstücken sind sie elektronisch als Software programmiert und werden mittels der  Distributed-Ledger-Technologie, die ursprünglich durch BitCoin bekannt wurde, auf dezentral geführten Kontobüchern verwaltet. Diese Struktur befähigt die Vertragsprogramme dazu, Aktionen wie Zahlungen automatisch auszuführen, sobald die vereinbarten Vertragsbedingungen erfüllt sind und ohne, dass eine unabhängige Prüfung oder manuelle Verwaltung notwendig wird.

„Die Gestaltung und Abwicklung von Verträgen ist bis heute noch nicht vollständig digitalisiert. Deswegen müssen Verbraucher einen Großteil der finanziellen Last einer noch immer manuellen Abwicklung tragen. Mittlerweile sind wir aber an einem Punkt angelangt, an dem die Distributed-Ledger-Technologie das gesamte Vertragswesen revolutionieren kann, und dies auch tun wird. Die Risiken werden geringer, die Kosten sinken und die Effizienz wird steigen. Davon profitiert nicht nur die Industrie, sondern insbesondere Verbraucher sparen Zeit und Geld durch kostengünstige und reibungslose Prozesse“, so Dr. Stefan Huch, Leiter Payments & Blockchain bei Capgemini Consulting.

Intelligente Verträge finden in einer Vielzahl an möglichen Szenarios Einsatz. Der Report „Smart Contracts in Financial Services: Getting from Hype to Reality“ konzentriert sich auf die Potenziale und Einsatzbereiche in der Finanzindustrie. Branchenführende Institutionen wie BNP Paribas, Deutsche Bank und Credit Suisse, aber auch Versicherungskonzerne, wie die Allianz, experimentieren bereits mit Vertragstechnologien und –systemen basierend auf der Blockchain-Technologie. Für die folgenden drei Finanzbereiche identifiziert der Report eine besonders hohe Bedeutung von Smart Contracts sowohl für Verbraucher als auch für Organisationen:

  1. Privatkundengeschäft: Im Privatkundengeschäft profitieren insbesondere persönliche Darlehen und Hypotheken von der Abwicklung über intelligente Verträge. Durch sie können papierbasierte Gutachten und Dokumentationsprozesse abgeschafft, Interaktionszeiten zwischen den verschiedenen Parteien zur Prüfung von Antragssteller und Grundstückdetails reduziert sowie Prozesse zum Transfer von Eigentumsrechten vereinfacht werden. Für Verbraucher ergeben sich dadurch Einsparpotenziale von durchschnittlich 430 bis 860 Euro, beziehungsweise von 11 bis 22 Prozent für Hypotheken- und Kontoführungsgebühren. Unterdessen wird erwartet, dass Banken allein in den USA und der Europäischen Union durch den niedrigeren Verwaltungsaufwand zwischen 3 und 10 Milliarden Euro Kosten senken können.
  2. Versicherungswesen: Ein Smart-Contract-System bringt alle Akteure der Versicherungswertschöpfungskette – Verbraucher, Versicherer, Schadensfallabwickler und Drittanbieter – auf einer einzigen Plattform zusammen. Die Verarbeitung von Versicherungsansprüchen in den Bereichen der Kranken-, KFZ-, Hausrat- und Reiseversicherung kann bedeutend schneller abgewickelt werden, wenn die beteiligten Parteien weniger Formulare ausfüllen müssen. Im Bereich der privaten KFZ-Versicherung beispielsweise errechnet der Report Einsparpotenziale von weltweit rund 19 Milliarden Euro durch niedrigere Bearbeitungskosten. Schon die Weitergabe der Hälfte der zu erwartenden Effizienzgewinne würde Prämieneinsparungen für Verbraucher von jährlich durchschnittlich bis zu 40 Euro bedeuten.
  3. Investmentbanking: Bei Konsortialkrediten beträgt die Dauer der Gutschrift des Kreditbetrags in der Regel 20 Tage und länger. Smart Contracts können Verzögerungen in Prozessen wie Dokumentation, Käufer/Verkäufer Übereinkunft und Abtretungsvereinbarungen reduzieren und die Dauer des Zahlungszyklus für Unternehmenskunden von 20 auf 6 bis 10 Tage senken. Das könnte zukünftig ein zusätzliches fünfprozentiges Nachfragewachstum zur Folge haben, umgerechnet 1,8 bis sechs Milliarden Euro, und zu höheren Einkommen bei gleichzeitig niedrigeren operativen Kosten für die Investmentbanken in den USA und Europa führen. Außerdem würden sich die regulatorischen Kapitalanforderungen sowie die mit den verspäteten Ausgleichszahlungen verbundenen Risiken im Abrechungszeitraum des anberaumten Darlehens reduzieren.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Reihe an Fokusinterviews und ersten Versuchsläufen mit Industrieexperten, Startups im Smart-Contract-Bereich und Finanzwissenschaftlern. Ergänzend fanden auch quantitative webbasierte Analysen im Umfeld der Smart-Contracts und ihrer zugrundeliegenden Prozesse statt.

Weitere Informationen sowie den vollständigen Report finden Sie hier:  https://www.de.capgemini-consulting.com/blockchain-smart-contracts

Die folgende Infografik stellt Grundlagen, Funktionsweise und Anwendungsbereiche von Smart Contracts vor und zeigt u.a., wo Blockchain-Technologien erhebliche Einsparungspotentiale bieten können: