Horváth & Partners: Digitalisierung löst kein Umdenken bei den Erlösmodellen aus

Ob Bank oder Maschinenbauer: Entscheider in Deutschland fühlen sich weitgehend noch zu sicher vor Wettbewerbern mit neuen digitalen Konzepten. In neun von zehn Unternehmen bleiben die Erlösmodelle dieselben wie bislang. Das zeigt die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ der Managementberatung Horváth & Partners. Forsa hat für die Studie 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen zu den bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der digitalen Transformation befragt.

In vier von fünf der deutschen Unternehmen hat die Digitalisierung inzwischen starken Einzug gehalten. Auch die traditionsreichen, handfesten Industriezweige nutzen digitale Technologien, um Herstellungsprozesse und die Zusammenarbeit mit Lieferanten effizienter zu gestalten. Nur eine Minderheit nutzt derzeit die Digitalisierung, um ihre Geschäftsmodelle radikal auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Digitale Evolution statt Revolution

Branchenübergreifend ist damit eher ein defensives Herantasten statt eine digitaler Revolution zu erkennen. Digitale Disziplinen wie Virtual Reality, Data Analytics und Mobile Apps dienen mehr als Werkzeuge, um die klassischen Produkte zu verkaufen, und weniger als Auslöser, um völlig neuartige Produkte oder Dienstleistungen aufzubauen. Die Digitalisierung beeinflusst somit mehr die Art und Weise „wie“ Unternehmen Geschäfte machen und nicht so sehr „womit“.

„Man sieht deutlich: Entscheider hierzulande denken immer noch, es reicht, die bisherigen Leistungen zu digitalisieren. Deutsche Telekommunikationsunternehmen zum Beispiel bleiben ihren Ertragsquellen wie Netzdienstleistungen treu, anstatt sich komplett neu zu erfinden“, sagt Dr. Michael Kieninger, Sprecher des Vorstands von Horváth & Partners. „Viele wiegen sich dadurch zu sehr in Sicherheit und sind nicht immer auf Angriffe von radikalen, disruptiven Wettbewerbern eingerichtet“, so Kieninger.

Mobile Dienste als digitaler Geschäftsturbo Nummer eins

Den größten Einfluss auf das bestehende Geschäftsmodell haben mobile Lösungen, so die Befragung. 77 Prozent der Unternehmen haben inzwischen mobile Digitallösungen in ihre Leistungen integriert oder verbessern durch ortsunabhängige Technik die Effizienz in der Produktion. Für jedes zweite Unternehmen sind es die Erkenntnisse aus Big Data und Smart Data, die zu neuen Ideen für das eigene Geschäft und zu einem besseren Verständnis der Kunden führen. Eine geringere Rolle für die Wirtschaft in Deutschland spielt derzeit noch das Thema Mass Customization. Nur jedes vierte Unternehmen sieht in der industriellen Maßfertigung nach dem Vorbild von MyMuesli und Dell einen Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell.

Über die Studie:
Für die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ wurden im Auftrag von Horváth & Partners rund 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt. Das Marktforschungsinstitut Forsa führte im Zeitraum April bis Mai 2016 Telefoninterviews mit den Entscheidern durch. Die Teilnehmer der Studie stammen aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz ab 250 Millionen Euro. Es handelt sich um Unternehmen der Branchen Automotive, Chemicals, Consumer Goods, Financial Industries, Industrial Goods & High Tech, Oil, Pharmaceuticals, Retail, Telecom, Transportation.

Laut Studie hinkt Österreich beim bargeldlosen Zahlen hinterher.

„Wachstum können Finanzdienstleister beinahe nur noch im Markt für Bezahlsysteme erwarten, wo die Digitalisierung stetig voranschreitet. Hier aber konkurrieren die Banken mit reinen Digital-Dienstleistern und Angeboten großer Onlinehändler, die oft noch näher am Kunden sind“, kommentiert Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Digital Payments Teams die Ergebnisse der Studie „Cashing in on Cashless Commerce“. „Nur wenn es den Banken gelingt, ihre Bezahlangebote zu digitalisieren, werden sie dem Wettbewerb mit spezialisierten Dienstleistern standhalten“, meint Pratz.

Für die aktuelle Studie zu sogenannten Digital Payments hat A.T. Kearney knapp 60 europäische Führungskräfte von Banken, Payment-Anbietern und -Händlern befragt. Ein zentrales Ergebnis der Studie: „Bargeldloses Zahlen wird immer beliebter: Seit 2010 beobachten wir ein jährliches Wachstum von sechs Prozent“, so Pratz. Die Experten erwarten daher, dass die Einnahmen im Bereich der digitalen Bezahlsystemen in den nächsten zehn Jahren von 80 auf 111 Mrd. Euro ansteigen werden.

In Österreich jedoch hinkt man in Sachen bargeldloser Zahlung deutlich hinterher. So bezahlen die Österreicher nur 72-mal im Jahr mit der Karte – Kunden in Norwegen dagegen 400-mal jährlich. „Europaweit erwarten wir, dass sich die Anzahl der Transaktionen ohne Bargeld bis 2025 auf knapp 238 Mrd. verdoppeln werden“, berichtet Finanzexperte Pratz. „In Österreich rechnen wir mit einem überdurchschnittlichen Wachstum der Kartenzahlung um sechs Prozent“, ergänzt Achim Kaucic, Manager bei A.T. Kearney und Experte für den österreichischen Markt.

Verschiedene Entwicklungen unterstützen diesen Trend: Neben der seit diesem Jahr deutlich reduzierten Interchange Fee (Interbankenentgelt) für Debit- und Kreditkarten vereinfachen vor allem Innovationen wie kontaktloses oder mobiles Bezahlen die Nutzererfahrung. Für Kunden werden solche Systeme immer wichtiger, verlagert sich der Bezahlvorgang – beispielsweise durch Online-Shopping – doch zunehmend ins Internet. Für E- und M-Commerce können Wachstumsraten von 10 Prozent verzeichnet werden (klassischer Einzelhandel in Europa nur 2 bis 3 Prozent). Diesen Befund teilt auch ein Drittel der befragten Führungskräfte, die dem Einkauf im Internet eine Schlüsselrolle für die digitale Transformation der Payments-Funktion zusprechen.

Klassische Einnahmequellen der Banken, wie das Geschäft mit traditionellen Zahlverfahren (Überweisung, Lastschriften) oder der Ausgabe von Karten, wachsen dagegen nur langsam (um 6 Mrd. auf 59 Mrd. Euro). Das größte Wachstumspotenzial spezialisierter Zahlungsdienstleister liegt im Händlergeschäft und im Geschäft mit alternativen Zahlungsmethoden – einem Bereich, den große internationale Anbieter beherrschen. In beiden Segmenten wird eine Verdopplung des Marktvolumens von 27 auf 52 Mrd. Euro erwartet. Der Anteil der Banken am Payments-Umsatz dürfte dagegen sinken: von zwei Dritteln Marktanteil heute auf voraussichtlich nur noch die Hälfte im Jahr 2025.

Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die wichtigsten Umbrüche liegen beim sogenannten „Kontozugang für Dritte“. Ab 2018 sind Drittanbieter berechtigt, Zugang zu Kontoinformationen zu bekommen und Überweisungen im Namen des Kontoinhabers zu veranlassen. 32 Prozent der befragten Payments-Experten in Banken sehen darin die entscheidende Veränderung für ihr Geschäft. Mobile Wallets (26%) und Instant Payment (21%), also eine elektronische Bezahlung in weniger als fünf Sekunden, bewerten die Studienteilnehmer als die größten externen Umbrüche, die den Markt von außen verändern werden.

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  • Die Anzahl der Europäer, die regelmäßig ein mobiles Gerät für das Bezahlen nutzen, hat sich seit 2015 verdreifacht (54 % vs. 18 %).
  • 78 %der deutschen Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren nutzen digitales Bezahlen, das heißt, sie verwalten ihr Geld mit mobilen Geräten oder bezahlen damit.

Laut einer neuen Visa Studie hat sich die Zahl der europäischen Verbraucher, die regelmäßig ein mobiles Endgerät – das heißt Smartphone, Tablet oder Wearable – für das Bezahlen nutzen, im letzten Jahr verdreifacht. Aktuell verwenden 54 % der befragten Verbraucher regelmäßig ein mobiles Gerät, um Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen. Bei der gleichen Befragung im Vorjahr waren es nur 18 %.

Für die Studie wurden mehr als 36.000 Konsumenten in 19 europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz des digitalen Bezahlens in den vergangenen 12 Monaten stark zugenommen hat. Noch vor einem Jahr gaben 38 % der Befragten an, noch nie ein mobiles Endgerät zum Bezahlen benutzt zu haben und dies auch nicht vorzuhaben. Heute ist diese Zahl auf 12 % gesunken.

Die Top Ten der Länder, in denen digitales Bezahlen am weitesten verbreitet ist, lassen sich dabei in zwei Gruppen unterteilen: Auf einer Seite stehen aufstrebende Märkte wie die Türkei oder Rumänien, die neue Technologien mit traditionellen Bezahlmethoden kombiniert und daher schneller adaptiert haben. Auf der anderen Seite stehen weit entwickelte Märkte, insbesondere die nordischen Länder, die neue Technologien unterschiedlich schnell annehmen.

59 % der Deutschen nutzen digitales Bezahlen

In Deutschland nutzen insgesamt 59 % der befragten Verbraucher digitales Bezahlen. 40 % davon nutzen ihre mobilen Endgeräte, um Geld an Familie und Freunde zu überweisen, und 38 % bezahlen damit online bestellte „Take-away“-Mahlzeiten.

Die Befragten fühlen sich insgesamt wohl dabei, mit mobilen Endgeräten zu bezahlen, unabhängig davon, ob es sich um teure oder günstigere Produkte und Dienstleistungen handelt. In Deutschland begleichen 43 % höhere Beträge, beispielsweise für Reisen oder Elektrogeräte, digital. 37 % bezahlen so Bus- oder Zugtickets.

Mobile Banking wächst

Laut der Studie nutzen immer mehr Verbraucher über alle Altersgruppen hinweg Mobile Banking – zum ersten Mal sind dies mehr als die Hälfte der europäischen Befragten. Während Millenials[1] weiterhin die aktivste Gruppe sind, holen andere Altersgruppen schnell auf. Mit 33 % ist das Wachstum bei den 55- bis 64-Jährigen am größten, während es bei den 18- bis 34-Jährigen 24 % beträgt.

In Deutschland hat die Nutzung von Mobile Banking bei älteren Verbrauchern um 83 % zugenommen. Ein Drittel (33 %) der 55- bis 64-Jährigen verwenden ihre mobilen Geräte für Bankgeschäfte, im Vergleich zu 18 % im Vorjahr.

Die stärkere Nutzung von Mobile Banking in Europa hilft Verbrauchern dabei, ihre Ausgaben und finanziellen Verpflichtungen besser im Blick zu behalten. 41 % der befragten Europäer prüfen ihren Kontostand regelmäßig online oder über ihre Banking App.

Albrecht Kiel, Regional Managing Director für Zentraleuropa bei Visa, sagt: „Die Zukunft des Bezahlens hat bereits begonnen. Verbraucher in ganz Deutschland und Europa nutzen schon heute zahlreiche neue Bezahlmethoden wie Wearables, Smartwatches und Armbänder. Mit Millionen vernetzten Geräten wird es in naher Zukunft möglich sein, tägliche Zahlungen einfach und sicher in nahezu jede Technologie zu integrieren und dem jeweiligen Lebensstil anzupassen.“

Kontaktloses Bezahlen ist Basis für digitales Bezahlen

Die zunehmende Nutzung des digitalen Bezahlens hängt mit der wachsenden Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens zusammen. Die Studie zeigt, dass kontaktloses Bezahlen mittlerweile über alle Altersgruppen hinweg eine alltägliche Bezahlmethode ist. In Deutschland haben in diesem Jahr mehr als ein Drittel (35 %) der Befragten kontaktlose Karten benutzt, im Vergleich zu 15 % im Vorjahr.

Europaweit sind die Nutzer kontaktloser Karten außerdem weitaus offener für neue Bezahlmethoden als Verbraucher, die nicht kontaktlos bezahlen. Sie sind stärker daran interessiert, mit mobilen Geräten in Geschäften zu bezahlen (52 % der Verbraucher, die kontaktlos bezahlen, vs. 32 % der Konsumenten, die dies nicht tun), über die App eines Händlers einzukaufen (49 % vs. 31 %) oder mit mobilen Geräten ein Essen zu bezahlen (50 % vs. 30 %).

Über die Digital-Payment-Studie

Als Verbraucher, die digitales Bezahlen nutzen (Digital Payment User), wurden solche Konsumenten erfasst, die ihr Mobiltelefon, Tablet oder Wearable verwenden, um ihr Geld zu verwalten oder mit diesen Geräten im Geschäft, online oder über Apps bezahlen.

Durchgeführt wurde die von Visa in Auftrag gegebene Studie vom Meinungsforschungsinstitut Populus. Die Befragung fand zwischen August und September 2016 in 19 europäischen Ländern statt: Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Israel, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei und Großbritannien. Insgesamt nahmen daran 36.843 Verbraucher teil, etwa 2.000 Befragte pro Land.

[1]Als Millenials werden Mitglieder der Generation bezeichnet, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren wurden (auch Generation Y).

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Junge Erwachsene vertrauen trotz ihrer digitalen Affinität in Zukunft vor allem der klassischen Bank – noch vor Online-Angeboten – wenn es um Geldanlage oder Kredite geht.

Dies hat LiNKiT Consulting in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln in einer aktuellen Studie zur „Bank der Zukunft“ untersucht. Das Besondere: Befragt wurden ausschließlich Digital Natives, Studierende (60 %) und junge Berufstätige in den ersten Berufsjahren (36 %). Damit zeigt LiNKiT: Die persönliche Beratung in der Bank hat nicht ausgedient, muss sich aber auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden einstellen.

Studie von LiNKiT

Bei der Geldaufnahme und der Geldanlage vertrauen die Digital Natives am ehesten der klassischen Bank. Gefragt danach, welche Möglichkeiten der Geldaufnahme in Zukunft attraktiv seien, rangiert der Kredit bei der klassischen Bank an erster Stelle: 85 % der Befragten können sich gut oder sehr gut vorstellen, dort Geld aufzunehmen, deutlich vor Leihen bei Freunden und Familie (53 %), Online-Finanzdienstleistern (41 %) und Crowd-Lending (22 %), bei dem eine Vielzahl an Menschen gemeinsam einen Kredit vergibt.

Ähnlich gestaltet sich das Ranking bei Geldanlageoptionen in der Zukunft. Auch hier landet die klassische Bank auf dem ersten Rang: 79 % der Digital Natives können sich gut oder sehr gut vorstellen, die klassische Bank für die Geldanlage in Anspruch zu nehmen, gefolgt von Online-Finanzdienstleistern (62 %). 40 % würden grundsätzlich in Start-up-Unternehmen investieren. Gerade 23 % der Befragten können sich gut oder sehr gut vorstellen, ihr Geld in Crowd-Funding-Investments anzulegen.

Qualität und Transparenz der Angebote ausschlaggebend

Das Vertrauen der Digital Natives in die klassische Bank ist groß. Der persönliche Kontakt zum Bankberater spielt jedoch eine untergeordnete Rolle, wenn die Entscheidung der Digital Natives über das eigene Vorgehen wie Geldaufnahme oder Geldanlage bereits feststeht. In diesem Fall sind Kriterien wie „Qualität der Konditionen“, „Sicherheit des Dienstleisters“ und „Transparenz des Angebots“ ausschlaggebend. Die Studie von LiNKiT zeigt: Die Recherche bis hin zur Auswahl des endgültigen Anbieters und seines Produkts erfolgen eigenständig. Digital Natives unterscheiden deutlich zwischen qualitativ hochwertiger, persönlicher Beratung und grundlegenden Informationen, die sich zunehmend leicht online beschaffen lassen. Während die Beratung gefragt ist, bestehen gleichzeitig ein hoher Anspruch und eine genaue Vorstellung davon, wie sie aussehen soll. Digital Natives informieren sich online umfassend durch Eigenrecherche.

Banken erwartet der bestens informierte Kunde mit Beratungswunsch

„Banken müssen sich in Zukunft deutlich stärker von der Produktorientierung auf die Kundenorientierung umstellen“, meint Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer von LiNKiT Consulting. „Das Stichwort für die Bank der Zukunft könnte hybride Beratung lauten, eine Kombination von online- und offline-Komponenten für Beratung, Vergleichsmöglichkeiten und Informationsbeschaffung.“ Ein Modell, das den Kunden eine größtmögliche Flexibilität bietet, indem diese einfach und unkompliziert selber recherchieren, bei Bedarf aber auf eine qualitativ hochwertige, persönliche Kundenberatung zurückgreifen können. „Digital Natives sehnen sich nach Beratung auf Augenhöhe, unkompliziert, persönlich und flexibel. Banken erwartet in Zukunft demnach der bestens informierte Kunde mit Beratungswunsch“, erklärt Hoffmann.

In einer Umfrage für den Branchenkompass Banking 2016 von Sopra Steria Consulting beurteilten führende Finanzinstitute in Deutschland und Österreich ihre Geschäftsaussichten deutlich pessimistischer als vor zwei Jahren.

 

Schuld daran sind hauptsächlich das ruinöse Zinsniveau, der wachsende Compliance-Druck und der verschärfte Wettbewerb mit zunehmender Konkurrenz aus der digitalen Welt. Das Gros der Branche setzt als Ausweg auf verstärkte Digitalisierung. Doch wird auch dieser Rettungsring nicht lange oben schwimmen – wenn Banken ihr Geschäftsmodell nicht von Grund auf neu aus der Sicht des „digitalisierten Kunden“ umgestalten.

Zwei Drittel aller deutschen und österreichischen Banken rechnen damit, dass sich die Kreditwirtschaft bis 2019 schlechter entwickeln wird als die jeweilige Gesamtwirtschaft in beiden Ländern – vor zwei Jahren waren nur halb so viele derart pessimistisch gestimmt. Besonders negativ wirkt sich laut aktuellem Branchenkompass von Sopra Steria Consulting die fortgesetzte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank aus. Viele Banker sehen dadurch die Rentabilität mancher herkömmlichen Finanzprodukte grundsätzlich in Frage gestellt. Schwer belastet werden die Bilanzen aber auch vom steigenden Aufwand infolge immer neuer regulatorischer Anforderungen – zum Beispiel die anspruchsvollen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften im Risikomanagement-Framework von Basel III. Nicht zuletzt sehen viele Studienteilnehmer ihre Ertragslage durch branchenfremde Anbieter bedroht, die ihre digitalen Dienstleistungen direkt an die Wertschöpfungskette etablierter Banken andocken.

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Verständlich, dass vor diesem Hintergrund 84 Prozent der befragten Entscheider die Digitalisierung im eigenen Haus für besonders dringlich halten. Fast alle (97 Prozent) glauben, dass der Regulierungsdruck die Prozess- und IT-Standardisierung weiter vorantreiben wird. Auch das Industrialisierungstempo dürfte in den kommenden zwei Jahren deutlich zulegen: 87 Prozent der befragten Entscheider planen bis 2019 entsprechende Investitionen im Bereich Gesamtbanksteuerung sowie 73 Prozent im Vertriebskanalmanagement. Durchschnittlich 20 Prozent der Investitionsetats fließen in die Erneuerung der IT-Anwendungslandschaft. Bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind es mit 17 beziehungsweise 15 Prozent etwas weniger, bei Kreditbanken dagegen mit fast 30 Prozent deutlich mehr. Den größten Block im durchschnittlichen Investitionsbudget macht nach wie vor das Vertriebs- und Kundenmanagement aus. Hier stieg der Anteil in den vergangenen zwei Jahren von 20,9 auf 22,5 Prozent.

„Mit ihren aktuellen Investitionsplanungen reagieren Banken offenbar auf die Tatsache, dass der Wettbewerb um die Kunden im Zuge der technologischen Entwicklung, aber auch aufgrund der neuen Konkurrenz durch FinTech-Unternehmen stark zugenommen hat“, kommentiert Stefan Lamprecht, Division Director Banking bei Sopra Steria Consulting. Um auf lange Sicht erfolgreich zu sein, genüge es allerdings nicht, traditionelle Servicekonzepte lediglich eins zu eins auf digitale Medien zu übertragen. Stattdessen sollten Banken die Beziehung zu ihren Kunden komplett überdenken: „Anspruchsvolle Serviceindividualisierung auf standardisierte Art und Weise umzusetzen – das ist die große Herausforderung für Banken im Zeitalter der Digitalisierung“, so Stefan Lamprecht.
Über die Studie:
Im Juli 2016 befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa insgesamt 120 Vorstandsmitglieder und Führungskräfte der bedeutendsten Banken Deutschlands und Österreichs – davon 100 Institute aus der Deutschland und 20 aus Österreich. In den computergestützten Telefoninterviews (CATI) ging es insbesondere um die Einschätzung wichtiger Branchentrends sowie um Investitionsziele der Teilnehmer bis 2019. Durch einen Ergebnisabgleich mit früheren Studien von Sopra Steria Consulting liefert der aktuelle Managementkompass nicht nur ein Bild vom gegenwärtigen Status quo, sondern arbeitet auch zeitliche Entwicklungslinien seit 2002 heraus.

Der Branchenkompass von Sopra Steria kann hier erworben werden…

Ende Oktober jährt sich zum mittlerweile 92. Mal der Weltspartag, an dem traditionell auf die Bedeutung des Sparens hingewiesen und der Spargedanke gefördert wird. Auch heute noch ein großer Tag, an dem oft Kinder mit ihren Eltern zur Bank marschieren und das Geld aus dem Sparschwein auf ein erstes Jugendkonto einzahlen. Doch wie steht es um diesen Tag in Zeiten von Niedrigzinsen? Eine Studie des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken, kurz BVR, untersucht regelmäßig das Sparverhalten der Deutschen.

Einen Auszug aus dem Interview lesen Sie wie folgt – das gesamte Interview hören Sie hier…

Sprecherin: Sparen ist und bleibt wichtig – einerseits, um sich größere Anschaffungen leisten zu können, andererseits für die Altersvorsorge. Das heißt um Kaufkraft in die Zukunft zu verlagern-und natürlich auch, um mit seinem Ersparten Zinsen und Kapitalerträge zu erzielen. Und wir Deutschen sparen fleißig weiter, wie die Studie des BVR zeigt, so Vorstand Dr. Andreas Martin.

O-Ton 1 (Dr. Andreas Martin, 0:24 Min.): „Die Geldvermögensbildung hat im Jahr 2015 sogar noch einmal zugenommen auf 184,1 Milliarden Euro. 27 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2014. Den größten Teil davon haben die Sparer zu den Banken gebracht. Das waren wieder 86,6 Milliarden Euro. Das heißt, das klassische Banksparen hat immer noch die größte Bedeutung.“

Sprecherin: Trotz niedriger Zinsen lag die Sparquote im ersten Halbjahr bei 9,7 Prozent.

O-Ton 2 (Dr. Andreas Martin, 0:24 Min.): „Das ist etwa auf der Höhe des langjährigen Durchschnitts. Und insoweit zeigt das, die Bundesbürger lassen sich hier nicht beirren und sehen eben die Notwendigkeit, auch weiterhin Geld zur Seite zu legen. Letztlich müssten sie sogar mehr Geld zur Seite legen, wenn sie ihr angestrebtes Niveau im Alter halten wollen, denn wir haben ja im Moment in der Tat niedrige Zinssätze. Von daher, glaube ich, sind die Bundesbürger gut beraten, weiterhin an ihren Sparzielen festzuhalten.“

Sprecherin: Und das tun sie laut der Studie auch – allerdings, eben wegen der niedrigen Zinsen, weniger mit klassischen Sparbriefen oder Spareinlagen, sondern eher mit Aktien und Investmentfonds.

O-Ton 3 (Dr. Andreas Martin, 0:24 Min.): „Das ist natürlich auch nachvollziehbar, denn in Zeiten niedriger Sparzinsen sind natürlich Investmentfonds und Aktienanlagen gute Gelegenheiten, um an höhere Verzinsungen zu kommen. Wichtig ist, glaube ich, dass jeder Sparer überlegt, ob er bereit ist, in längerfristige Anlagen und höher verzinsliche Anlagen zu gehen. Dann würde ich auch empfehlen, das Beratungsgespräch zu suchen und das Geld nicht auf dem Girokonto einfach liegen zu lassen.“

Sprecherin: Und wir reden von einer Menge Geld, denn zum Ende des vergangenen Jahres besaßen die Deutschen ein Geldvermögen von 5,5 Billionen Euro und damit 242 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

O-Ton 4 (Dr. Andreas Martin, 0:22 Min.): „Davon machten die Bankeinlagen 39 Prozent aus, 38 Prozent das Versicherungsvermögen und 23 Prozent die Wertpapieranlagen. Insgesamt muss man aber natürlich die EZB kritisieren, weil die niedrigen Zinsen letztlich der Sparkultur nicht förderlich sind. Wir halten das für eine Fehllenkung, und wir werden deshalb auch weiterhin die niedrigen Zinsen der EZB kritisieren.“

Wie lange die EZB noch an der Politik der niedrigen Zinsen festhält, weiß niemand. Allerdings bleibt das Sparen einer der wichtigsten Punkte, um auch im Alter seinen Lebensstandard halten zu können. So gesehen, machen die Deutschen alles richtig, wenn sie weiter sparen. Mehr Infos zur Studie gibt’s im Internet unter www.bvr.de.

Batten & Company Digital Banking Index 2016 zeigt: Digitalisierungsanstrengungen reichen nicht aus / Kundenerwartungen werden nicht erfüllt.

Die Digitalisierung durchdringt alle Wirtschaftsbereiche, schafft neue Märkte und neue Kundenbedürfnisse. Doch ausgerechnet Finanzinstitute positionieren sich nicht als Treiber dieses tiefgreifenden Wandels. Führende Banken und Bausparkassen Deutschlands und der Schweiz haben beim Thema Digitalisierung deutlichen Nachholbedarf.

– Bei 65% der Banken und Bausparkassen fehlen selbst einfache digitale Service- und Produktstandards

– Bei 60% der Banken und Bausparkassen gibt es keinen sichtbaren Aufbau von interner Digitalkompetenz und Digitalkultur

– 85% der Banken und Bausparkassen verpassen die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle durch Kooperationen, Übernahmen oder Eigenentwicklungen

– Bei 50% der Banken und Bausparkassen weisen Online- und Offline-Kanäle eine sehr niedrige Vernetzung untereinander auf

– 65% der Banken und Bausparkassen haben eine unterdurchschnittliche digitale Markenpräsenz

Zu diesen Kernergebnissen kommt der Digital Banking Index 2016 der Unternehmensberatung Batten & Company. Die Studie zeigt auf, dass die Banken- und Bausparkassenbranche einen erheblichen Aufholbedarf bei der digitalen Transformation hat: Keines der untersuchten 20 Finanzinstitute wird den vielfältigen Anforderungen der Stakeholder bei der Digitalisierung gerecht.

Digitaler Stresstest für Banken und Bausparkassen

Der „Digital Index“ belegt, dass nur jede zehnte der untersuchten Banken und Bausparkassen das Thema Digitalisierung bis zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahres mit höchster Priorität verankert hat. Die Folgen: Es liegen erhebliche Optimierungspotenziale brach, da die Ergebnisse digitaler Ausrichtungen noch nicht verankert sind. In vielen Bereichen wie etwa im Vertrieb, beim Service und im Marketing werden die Digitalisierungsmöglichkeiten nicht oder nur unzureichend genutzt.

„Digitalisierung ist das Schlagwort der Stunde in der Financial Services-Branche. Viele Banken und Bausparkassen übersehen dabei jedoch das Wesentliche. Wie verschiebt die Digitalisierung die Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzdienstleistungsprodukten zu Gunsten des Kunden? Welche Maßnahmen müssen Banken jetzt ergreifen, um den Kampf um die Kundenschnittstelle nicht an die FinTechs zu verlieren? – Unser „Digital Index“ gibt die Antworten und zeigt konkrete Optimierungspotentiale auf“, sagt Tobias Göbbel, Managing Partner bei Batten & Company.

Über das Studiendesign:

Batten & Company hat den individuellen Digitalisierungsgrad und individuellen Digitalisierungsdruck von 20 führenden Finanzinstituten gegenübergestellt. Das Ergebnis, der „Digital Index“, beschreibt auf Basis von 62 Indikatoren, wie es um die Digitalisierung der führenden Banken und Bausparkassen in Deutschland und der Schweiz bestellt ist.

Die Ergebniszusammenfassung der Studie finden Sie hier: http://bit.ly/2dYpHRS

Die Digitalisierung prägt die Arbeitswelt der Banken. So ist ihr Anteil an der Arbeitszeit der Mitarbeiter deutlich angestiegen. In sechs von zehn Banken liegt er bereits bei über 20 Prozent. Bei der Digitalisierung setzen Banken auf Generalisten statt auf Themenspezialisten.

Der breiten Mehrheit der Banken fällt es schwer, die für die Digitalisierung notwendigen Kompetenzen intern aufzubauen und Fachkräfte zu rekrutieren. Dies zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Hays und des Beratungsunternehmens PAC, für die 105 Entscheider aus Banken befragt wurden.

Im Vergleich zu industrienahen Branchen setzen Banken bei den digitalen Themen viel stärker auf Hochschulabsolventen (62 %) als auf erfahrene Experten (31 %). Gefragt sind dabei jedoch keine Themenspezialisten (14 %), sondern eindeutig Generalisten (85 %). Gleichermaßen gesucht sind dagegen kreative Köpfe (47 %) wie umsetzungsorientierte Mitarbeiter (49 %). Etwas stärker sind Soft Skills (54 %) als Hard Skills (42 %) auf dem Radar.

Digitale Agenda

In jeder dritten Bank beschäftigen sich die Mitarbeiter zu mindestens 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Digitalisierung von Services, Produkten und Prozessen. Und die Tendenz ist weiter steigend: So rechnen 88 Prozent der befragten Führungskräfte mit einer Zunahme des Zeitanteils digitaler Themen. Vier von zehn Befragten gehen sogar von einer deutlichen Zunahme aus.

Um die digitalen Kompetenzen zu verbessern, setzen Banken auf strukturelle Maßnahmen. Hier stehen zwei Themen ganz oben auf ihrer Agenda: der Ausbau von Projektarbeit (51 %) und die bessere technische Ausstattung von Mitarbeitern (35 %). Für die Projektarbeit nutzen Banken heute schon externe Ressourcen: So beauftragen sechs von zehn Banken Dienstleister, 13 Prozent Freiberufler und knapp 20 Prozent beschäftigen Zeitarbeiter.

Für die Studie „Banken im digitalen Wandel“ wurden im April und Mai 2016 105 Führungskräfte aus den Bereichen IT, Vertrieb, Business Development, Controlling und Kundenservice telefonisch befragt. Die Schwerpunkte der Studie bilden die Relevanz der digitalen Themen, die Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter und Strategien zur Deckung des Kompetenzbedarfs.

Download der Studien: Hays

World Payments Report 2016: FinTechs und Nachfrage nach digitalen Lösungen steigern Bedarf von digitalen Finanzprodukten und -services

Das Volumen für digitale Zahlungen steigt weltweit weiter an. Die Wachstumsrate wird 2015 erstmals auf voraussichtlich 10 Prozent und damit auf 426,3 Milliarden Transaktionen ansteigen. Damit wird der bisherige Rekord von 8,9 Prozent (2014; 387,3 Milliarden Transaktionen) übertroffen. Dies ist das Kernergebnis des World Payments Reports (WPR) 2016 von Capgemini und BNP Paribas.

Der Anstieg des digitalen Zahlungsverkehrs wird beschleunigt durch ein starkes Wirtschaftswachstum in wichtigen Schwellenländern, verbesserten Sicherheitsmaßnahmen, wie EMV und Biometrie, sowie Regierungsinitiativen, die die Förderung elektronische Zahlungen in Entwicklungsmärkten zum Ziel haben. Hinzu kommen steigende Kosten für Barzahlungen. Die Entwicklung hin zum digitalen Zahlungsverkehr wird darüber hinaus durch eine zunehmende Nachfrage nach nahtlosen und sicheren digitalen Transaktionsdiensten, insbesondere von Seiten der Geschäftskunden, gestützt. Dieser Bedarf spornt Transaktionsbanken zu höheren Investments sowie Banken zu einer stärkeren Zusammenarbeit untereinander und/oder mit FinTechs an; All dies, um neue Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen und einen Mehrwert für digitale Transaktionen bieten zu können, der sich von anderen Angeboten abhebt.

Entwicklungsmärkte wachsen schneller

Der digitale Zahlungsverkehr wuchs länderübergreifend. Entwicklungsmärkte hatten dabei mit 16,7 Prozent höhere Wachstumsraten als etablierte Märkte (6,0 Prozent). Letztere stehen jedoch für 70,9 Prozent der weltweiten digitalen Zahlungstransaktionen. China überholte erstmals Großbritannien sowie Südkorea bei der Zahl der digitalen Transaktionen und steht damit an vierter Stelle der zehn weltweit größten Märkte nach den USA, der Eurozone und Brasilien. Seit 2010 sind Karten das digitale Bezahlinstrument mit dem höchsten Wachstum, während die Nutzung von Schecks immer weiter abnimmt. Sofortzahlungen haben als Alternative zu Bargeld- und Scheckzahlungen ein großes Potenzial, um das Wachstum digitaler Transaktionen weiter voranzutreiben. Doch hier müssen die Beteiligten weiter informiert, mehr Zusatzleistungen zur Verfügung gestellt und die Infrastrukturen bei Händlern und Unternehmen weiter ausgebaut werden.

Banken müssen „digital denken“

Das Kernthema des WPR 2016 sind die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich aus Finanztransaktionen ergeben. „Die grundlegenden Erwartungen der Finanzabteilungen von Unternehmen, wie beispielsweise Kontrolle, Transparenz über die Bargeldbestände und Risikomanagement, haben sich über die letzten Jahre nicht verändert. Doch erwarten Geschäftskunden von Banken zunehmend, dass sie ihre Support-Prozesse wie Accountmanagement, Datenanalyse, Compliance Tracking sowie Betrugserkennung und Prävention digitalisieren“, sagt Jean-François Denis, Deputy Global Head of Cash Management bei BNP Paribas. „Das zwingt Banken ihren Wandel in Richtung Digitalisierung noch weiter zu forcieren und einen kollaborativeren Ansatz zu wählen.“

Hinzu kommt, dass der Umsatz mit Finanztransaktionen durch zahlreiche interne und externe Faktoren unter Druck gerät: niedrige Gebühren und Zinserträge, den unter Druck stehenden Währungswechselgebühren und dem Aufkommen von FinTechs. Letztere sind bekannt dafür, ein besseres Kundenerlebnis durch fortschrittliche Technologien zu liefern und so die Erwartungen der Kunden zu verändern und zu erhöhen.

Markus Nenninger, Head of Payments bei Capgemini in Deutschland: „Sowohl FinTechs als auch Innovation Labs im Bankensektor schaffen neue Voraussetzungen, um eine innovative und verbesserte Customer Journey zu entwickeln. Es kommt nun entscheidend auf die Zusammensetzung neuer Partnerschaften und Kooperationen an, die das Ziel haben, so innovative digitale Lösungen wie möglich zu schaffen und diese dem Kunden genau im richtigen Moment seiner Customer Journey anzubieten.“

Einige Banken haben bereits damit begonnen, einen „digital-first“ Ansatz zu adaptieren. So sehen 79 Prozent aller Führungskräfte im Bankensektor FinTechs als potenzielle Partner, so der WPR 2016. Banken könnten jedoch Innovationen im Bereich Finanztransaktionen noch weiter fördern, wenn sie ihre Systeme über Application Programming Interfaces (APIs) öffnen und die überarbeitete Zahlungsdienstrichtlinie PSD II stärker für sich nutzen würden.

Rechtliches Umfeld übt weiter Druck auf Banken aus

Zahlreiche bestehende und neue Gesetzesinitiativen haben die regulatorische Komplexität für Banken erhöht. In Sachen Zahlungsverkehr zeichnen sich nach Aussage des WPR zwei zentrale Entwicklungen ab: Zum einen die vermehrte Nutzung von Technologien; und zum anderen ein Ansatz, der von verschiedenen Regulatoren verwendet wird, um Unternehmen eine geschützte Umgebung für die Entwicklung von finanztechnischen Innovationen zu bieten. Dazu gehören das Project Innovate der britischen Finanzmarktaufsichtsbehörden mit einer Regulatory Sandbox sowie der Singularity Innovation Hub in den Niederlanden.