2017, das Boom-Jahr für Kryptocoins (Infografik)

2017 war das Jahr, in dem der Bitcoin den Sprung in den Finanz-Mainstream geschafft hat. Der Wert der Kryptowährung kletterte in schwindelerregende Höhen.

Während der Bitcoin im Zentrum der medialen Öffentlichkeit stand, profitierten andere Digitalwährungen aber noch wesentlich mehr vom derzeitigen Krypto-Boom, wie die Grafik von Statista zeigt. So legte etwa der Wert des Ripple laut coinmarketcap.com um 36.018 Prozent zu. Für Ethereum – gemessen an der Marktkapitalisierung die Nummer zwei hinter dem Bitcoin – ging es 9.162 Prozent nach oben.

Insgesamt gab es Ende Dezember 1335 unterschiedliche Digitalwährungen mit einem Gesamtwert von 572,5 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: ein Jahr zuvor waren es 644 verschieden mit einem Gesamtwert von 16,1 Milliarden US-Dollar Coins. Ob das alle nachhaltig ist oder ob schon bald von einer geplatzten Kryptoblase szu lesen sein wird, scheint derzeit noch offen.

Indes ist jetzt schon klar, dass der Krypto-Boom unter Umweltgesichtspunkten nicht nachhaltig ist. Allein für das Bitcoin-Mining waren laut einer Schätzung im vergangenen Jahr rund 29 Terrawattstunden Strom nötig – das ist mehr als der Stromverbrauch von Irland.
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Kunden in der digitalen Welt bleiben vielen Unternehmen fremd (Studie)

  •  Fast alle Unternehmen sprechen Kunden auf digitalem Weg an – aber nur zwei Drittel  versuchen, die Wünsche durch Analyse von Nutzerdaten besser zu verstehen
  •  Vor allem kleine Unternehmen sind zurückhaltend
  • Bitkom stellt erstmals Studie zum Einsatz von Digital Analytics & Optimization vor

Praktisch alle Unternehmen versuchen, online ihre Kunden zu erreichen – aber jedes dritte interessiert sich nicht dafür, wie die Kundschaft das digitale Angebot nutzt. So geben 96 Prozent der Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten an, digitale Berührungspunkte mit ihren Kunden zu haben. Dabei handelt es sich vor allem um eine Unternehmens-Webseite (87 Prozent), aber auch Newsletter und Mailings (58 Prozent), Online-Shops (51 Prozent) oder ein digitaler Kundenservice (50 Prozent) werden häufig angeboten. 4 von 10 setzen auf Suchmaschinenoptimierung (40 Prozent), 3 von 10 auf Communities, Foren und Portale (34 Prozent) oder Social Media (29 Prozent), rund jedes fünfte auf Online-Werbung (22 Prozent), 9 Prozent auf Apps. Aber nur zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent) erheben und analysieren Daten über das, was ihre Kunden online interessiert und was sie dort machen. Nur jedes Zweite (53 Prozent) gibt an, aus diesem sogenannten Digital Analytics & Optimization Prozess auch einen direkten Wert für das Unternehmen zu erzielen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research unter 1.005 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die digitale Kundenbeziehung wird künftig von herausragender Bedeutung für den Geschäftserfolg sein“, sagt Georg Klassen, Vorsitzender des Bitkom-Arbeitskreis Digital Analytics & Optimization. „Wem es schon heute gelingt, die Wünsche seiner Kunden in der digitalen Welt besser zu verstehen, wird damit auch einen klaren Wettbewerbsvorteil erzielen können.“

Digitalisierung Kunden und Unternehmen

Vor allem kleinere Unternehmen lassen sich die Möglichkeit entgehen, mehr über ihre Kunden zu erfahren. So geben 35 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern an, dass sie keine entsprechenden Daten erheben und Schlüsse daraus ziehen. Bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern beträgt der Anteil nur 13 Prozent. Und bei den Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern gibt kein einziges an, auf die Datenanalyse zu verzichten. Zugleich geben 44 Prozent der großen Unternehmen an, eine Strategie für den Einsatz von Digital Analytics & Optimization im Bereich der digitalen Kunden-Interaktion zu haben. Bei den kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sind es gerade einmal 20 Prozent. Klassen: „Wer eine digitale Kundenbeziehung aufbauen will, der braucht dazu eine klare Strategie. Zudem müssen die Ergebnisse, die durch die Analyse der Kundenwünsche entstehen, auch an den entscheidenden Stellen im Unternehmen genutzt werden, also zum Beispiel in der Produktentwicklung oder im Vertrieb.“

Selbst unter den Unternehmen, die an den digitalen Berührungspunkten Daten erheben und sie analysieren, nutzen die wenigsten alle Möglichkeiten. In erster Linie werden Tools für Web Analytics eingesetzt (52 Prozent), die etwa Auskunft darüber geben, wie viele Besucher auf die Seite kommen und welche Inhalte besonders beliebt sind. Gerade einmal 12 Prozent setzen Tools ein, um Social-Media-Kanäle zu analysieren, nur 6 Prozent nutzen Tools für die Analyse von App-Nutzung. Und nur 5 Prozent greifen auf Tools zurück, um Personalisierung und Segmentierung möglich zu machen. „Gerade Personalisierung und Segmentierung ist eine wichtige Vorstufe dafür, Angebote zielgruppenspezifisch aufzubereiten und dem Kunden am digitalen Berührungspunkt direkt die Angebote zu machen, die ihn wahrscheinlich am meisten interessieren“, so Klassen.

Gerade der Einsatz von entsprechenden Tools wird aber von den Unternehmen, die darauf setzen, positiv beurteilt. 6 von 10 (61 Prozent) sagen, sie konnten dadurch Produkte und Dienstleistungen an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Rund jeder Zweite konnte so Marketing- und Vertriebskampagnen zielgerichteter umsetzen (54 Prozent) oder neue Kundengruppen identifizieren (47 Prozent). Kein einziges Unternehmen, das bereits entsprechende Tools einsetzt, konnte nicht wenigstens einen Vorteil erkennen.

Um Unternehmen die Möglichkeit zu geben, selbst festzustellen wie stark sie das Potenzial ausnutzen, mehr über ihre digitalen Kundenbeziehungen zu erfahren, hat Bitkom den Digital Analytics & Optimization Maturity Index (DAOMI) entwickelt. Für die Gesamtwirtschaft liegt der Wert aktuell bei 26 auf einer Skala von 0 bis 100. „Anders gesagt: Gut ein Viertel des gesamten Weges ist zurückgelegt. Zum Vergleich: Bitkom hat einen ähnlichen Index entwickelt, den Bitkom Digital Office Index, der widerspiegelt, wie digital die Büro- und Verwaltungsprozesse in deutschen Unternehmen sind – hier liegt der Wert aktuell bei 50“, so Klassen. „Das heißt, beim digitalen Büro sind die Unternehmen hierzulande doppelt so weit wie beim Aufbau einer digitalen Kundenbeziehung.“

Die Bitkom-Analyse zeigt zugleich, dass die großen Unternehmen deutlich weiter sind als die kleinen. So liegt der DAOMI-Wert bei den Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern nur bei 23, bei denen mit 100 bis 499 Mitarbeitern bei 33. Die Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten erzielen dagegen sogar einen Wert von 47. Auch zwischen den Branchen gibt es Unterschiede. Vorreiter sind die Automobilindustrie (31) und der Handel (30), gefolgt von der ITK-Branche (28). Schlusslicht sind in der Branchenbetrachtung über alle Unternehmensgrößen die Unternehmen aus dem Verlagswesen und der Medienproduktion, die nur auf einen Indexwert von 19 kommen. „Betrachtet man die verschiedenen Unternehmensgrößen in den Branchen, so ergibt sich ein differenzierteres Bild. Bei den Großunternehmen liegen Verlage und Medienproduzenten mit einem Wert von 53 auf Platz zwei“, so Klassen.

Aktuell besteht die Gefahr, dass die kleinen Unternehmen beim Aufbau einer digitalen Kundenbeziehung weiter abgehängt werden. Der Studie zufolge haben 57 Prozent der Vorreiter auf diesem Gebiet und 61 Prozent der Unternehmen, die überdurchschnittlich stark auf Digital Analytics & Optimization setzen, in diesem Jahr ihre entsprechenden Investitionen erhöht. Bei den unterdurchschnittlichen Nutzern beträgt der Anteil nur 37 Prozent. „Setzt sich dieser Trend fort, dann geht die Schere zwischen Großen und Kleinen weiter auf“, sagt Klassen. „Vor allem die kleinen Unternehmen lassen sich hier große Chancen entgehen und geben so der größeren Konkurrenz weitere Wettbewerbsvorteile in die Hand.

Das Smartphone: Die Bankfiliale von Morgen

Mobiles Banking per App: Zufriedene Nutzer und interessierte Neukunden – wenn Apps Bedürfnisse befriedigen

Über die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) tätigt Bankgeschäfte inzwischen mobil oder kann sich eine Nutzung zumindest vorstellen. Die Mehrheit der Banking-App Nutzer (59 Prozent) ist darüber hinaus mit ihrer Banking-App zufrieden. Selbst von den momentanen Nicht-Nutzern sind 56 Prozent an gewissen Funktionen einer Banking-App grundsätzlich interessiert. Und sogar ein Fünftel (22 Prozent) der Nicht-Nutzer, das große Sicherheitsbedenken gegenüber Apps hat, würde durch zusätzliche Sicherheitsfunktionen sogar ernsthaft über eine Nutzung nachdenken. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Mobiles Banking per App“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.

Die Mobile-Banking-Angebote von Direktbanken punkten der Studie zufolge besonders gut: Unter den „Top 3“ tauchen die Apps der „ING-DiBa“ mit 73 Prozent an zufriedenen Nutzern auf, gefolgt von der „comdirect“ (70 Prozent) und der „DKB Deutsche Kreditbank“ (65 Prozent). „Gerade in Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung ist es für Banken wichtig, mit der Zeit zu gehen und für ihre Kunden mobil erreichbar zu sein“, sagt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov.

Doch trotz der hohen Zufriedenheitsquote nutzt die Banking-App der Hausbank nur jeder Zweite (55 Prozent). Hier stehen Banken in Konkurrenz mit Bezahlsystemen wie PayPal (nutzen 64 Prozent der Banking-App-User) oder anderen Apps.. Nicht-Nutzer hegen in erster Linie Sicherheitsbedenken: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) wollen ihre Bankdaten schlicht nicht auf dem Smartphone hinterlegen. 32 Prozent haben Angst, dass bei Diebstahl oder Verlust auf das Konto zugegriffen wird. „Wer diese Ängste nicht aus dem Weg räumen kann, wird eine Vielzahl von Kunden auch in Zukunft nicht für die eigene App begeistern können“, warnt Braun. Er empfiehlt, skeptischen Kunden zu zeigen, dass „die App wirklich sicher ist und ihre Bankgeschäfte bei Ihnen auch mobil in guten Händen sind“. Zusätzliche Sicherheitsfunktionen, die implementiert und kommuniziert werden, können diese Sicherheitsbedenken reduzieren.

Wie die aktuelle YouGov-Studie zeigt, erledigen die derzeitigen Nutzer von Banking-Apps überwiegend Standardaufgaben wie Überweisungen (83 Prozent) und wollen den Überblick über ihre Bankgeschäfte behalten (79 Prozent).

Online-Banking Nutzung

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist die die Mehrheit (62 Prozent) der Nutzer ist zudem männlich, häufig unter 35 Jahre alt (42 Prozent), akademisch gebildet (40 Prozent) und verfügt über ein Haushaltseinkommen von mindestens 2.500 Euro (48 Prozent). Während bestehende Nutzer bereits kompetent im Umgang und daher eher an weiterführenden Funktionen interessiert sind, haben Neu-Kunden andere Bedürfnisse. Zusatzfunktionen, wie Rechnungen per Kamera einscannen und bezahlen oder die Verwaltung von Aktiendepots können schnell überfordern und sind daher weniger gefragt. Braun empfiehlt, neuen Kunden verstärkt die bereits durch das Kundenportal bekannten Funktionen der Banking-App zu zeigen.

Über die Studie

Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende YouGov-Datenbank zugegriffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Die intelligente Vernetzung der Daten ermöglicht eine besonders detaillierte Analyse des Konsumentenverhaltens.  Kombiniert wurde die Analyse mit einer zusätzlichen bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 2.000 Personen, die vom 13.06.2017 bis 19.06.2017 durchgeführt wurde

Zweite Phase der Digitalisierung: 2018 wird zur Nagelprobe für Banken

Schnellzug oder Abstellgleis? 2018 stehen für die Banken maßgebliche Weichenstellungen an. Weniger in technologischer Hinsicht – denn Blockchain oder Künstliche Intelligenz sind zwar wichtig, entscheiden aber nicht alleine über den künftigen Geschäftserfolg. Vielmehr geht es für die Institute darum, ihren Platz in der digitalisierten Finanzwelt zu finden – zwischen globalen Internetgiganten, Telefonkonzernen und kleinen wendigen Fintechs.

Ein Blick in die Glaskugel auf das Jahresende 2018: Apple Pay wird bereits wenige Monate nach seinem Start in Deutschland von vielen iPhone-Besitzern genutzt, auch Alipay etabliert sich immer mehr – nicht nur bei chinesischen Touristen. Große Erfolge verzeichnen zudem Paypal mit seinen neuen Sparprodukten und Telefónica mit O2 Banking. Fast alle neuen Bank-Konkurrenten planen wie Paypal bereits Angebote über den Zahlungsverkehr hinaus – also auch für Kredite sowie Geldanlagen. Und die deutschen Finanzdienstleister? Sie bemühen sich bislang wenig erfolgreich, den direkten Draht zum Kunden zu halten.

Um bei dem oben beschriebenen Szenario nicht zum Zuschauer zu werden, müssen die Banken schnell und beherzt handeln. 2018 wird zum Jahr der entscheidenden Weichenstellungen für die Institute – es steht die nächste Phase der Digitalisierung an. Dabei gilt es, nicht mehr wie bisher technologische Aspekte in den Vordergrund zu stellen, sondern mit neuen Geschäftsmodellen und Strategien erfolgreich zu werden. Viele Ideen, die zum Beispiel in Innovation Labs bereits entwickelt worden sind, müssen nun auf die Gesamtorganisation übertragen werden. „Diese Phase ist von weitaus größerer Bedeutung und zugleich mit deutlich größeren Herausforderungen verbunden“, sagt Valentino Pola, Digitalisierungsexperte bei der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro. „Denn sie erfordert vor allem einen Wandel der Unternehmenskultur und der Organisationsstruktur. Innovationsfähigkeit und Flexibilität müssen in der DNA der Unternehmen verankert werden. Noch aber sind viele Banken gefangen in ihrem traditionellen Handeln.“

Klar ist: In der Strategie der Institute für 2018 haben Fintechs weiter an Bedeutung gewonnen. Der Trend zur Kooperation setzt sich fort – aus Konkurrenten werden Partner. Denn die Fintechs brauchen zum Überleben die Reichweiten der Banken. Die Institute dagegen können sich die innovativen Lösungen zu Nutze machen, beispielsweise um deren kundennahe Dienstleistungen in das eigene digitale Portfolio zu integrieren und so ein umfassendes Angebot zu schaffen. Denn 2018 wird auch das Jahr der Plattformen. Diese werden aus- und weitergebaut. Und dabei ist Schnelligkeit gefragt – gerade für Banken mit (noch) starker Marke im B2C-Geschäft.

Andere Institute werden in diesem Jahr Strategien entwickeln, mit denen sie eher im Hintergrund Geld verdienen können. Etwa indem sie mit Handelsplattformen kooperieren, die ihren Kunden beim Kauf eines Produkts auch gleich einen günstigen Ratenkredit einer Bank oder die Möglichkeit zur Geldanlage anbieten wollen.

„Die Bankenlandschaft wird künftig noch heterogener. Jedes Institut muss seinen ganz eigenen Weg finden, seine Position in einem veränderten Markt zu sichern“, so der Cofinpro-Digitalisierungsexperte. „Dabei muss radikal vom Kunden her gedacht werden, um auch künftig vorne mit dabei zu sein. Die Weichen für die Zukunft werden in diesem Jahr gestellt.“

Digitalisierung ist zu selten Chefsache (Studie)

  • Nur in 4 von 10 Unternehmen stößt die Geschäftsleitung Digitalisierungsprojekte an 
  • Drei Viertel der Unternehmen haben eine Digitalisierungsstrategie
  • Bitkom Research und Tata Consultancy Services stellen Trendstudie zur Digitalisierung vor

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen geht die Digitalisierung strategisch an, nur eine Minderheit macht das Thema aber zur Chefsache. Zwar geben aktuell drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) an, dass sie eine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels haben. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil damit allerdings nicht verändert. Zugleich werden nur noch in 42 Prozent der Unternehmen Digitalisierungsprojekte und digitale Innovationen vom Vorstand oder der Geschäftsleitung angestoßen, vor einem Jahr war dies noch in 51 Prozent der Unternehmen der Fall. Überwiegend kommen die Initiativen in 86 Prozent der Unternehmen aus der IT-Abteilung (2016: 78 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 905 Unter-nehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. „Die Digitalisierung verändert nicht nur Geschäftsprozesse, sie verändert vor allem auch die Geschäftsmodelle. Heute können Unternehmen ohne eigenes Warenlager zum Marktführer im Handel werden oder ohne eine einzige Immobilie oder ein einziges Fahrzeug zu besitzen, weltweit führend bei Übernachtungsangeboten oder im Beförderungsgewerbe werden“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. Und Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration bei TCS, betont: „Die Studienergebnisse spiegeln die rasante Digitalisierung in Deutschland wider. Unternehmen spüren die disruptiven Effekte deutlich stärker als vor einem Jahr. Wer jetzt noch zögert, riskiert ganz klar Marktanteile.“

Digitalisierung

Grundsätzlich gibt es der Studie zufolge eine große Offenheit gegenüber innovativen digitalen Technologien in der deutschen Wirtschaft. So sind jeweils rund drei Viertel der Befragten interessiert und aufgeschlossen gegenüber Cloud Computing (77 Prozent) und Big Data Analytics (72 Prozent), jeder Zweite gegenüber dem Internet der Dinge (46 Prozent). Rund jedes dritte Unternehmen interessiert sich für Technologien wie Virtual und Augmented Reality (37 Prozent), 3D-Druck (36 Prozent), Künstliche Intelligenz (35 Prozent) oder Robotik (29 Prozent). Nur 7 Prozent geben an, dass sie gegenüber der Blockchain-Technologie interessiert und aufgeschlossen seien. „Unternehmen sollten den Einsatz von Technologien ganzheitlich denken“, sagt Müller-Jones von TCS. „Viele Technologien entfalten ihr volles Potenzial erst, wenn sie miteinander verknüpft werden.“ Gerade mit Blick auf junge, noch wenig eingesetzte Technologien ergänzt Bitkom-Research-Geschäftsführer Pols: „Unternehmen, die schon heute auf eine Technologie wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz setzen, können sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeiten. Hilfreich kann es dabei sein, den Austausch mit Vorreitern in diesem Bereich, aber auch mit Start-ups aus dem Technologiebereich zu suchen.“

Der Einsatz innovativer digitaler Technologien hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. So wollen 11 Prozent der Unternehmen die Stelle eines Cloud Engineers im Unternehmen schaffen, 8 Prozent wollen diese Qualifikation über einen externen Dienstleister nutzen. Jeweils 5 Prozent der Unternehmen planen Stellen für Data Scientists und Application Developer zu schaffen, externe Dienstleister wollen dazu 4 bzw. 9 Prozent nutzen. Die größte Nachfrage besteht allerdings nach IT-Sicherheitsexperten. Eine solche Stelle im Unternehmen wollen 15 Prozent besetzen, 20 Prozent wollen das Know-how extern beziehen.

Die Bedeutung der digitalen Transformation für die deutsche Wirtschaft spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider. Im Durchschnitt haben die Unternehmen im vergangenen Jahr 4,6 Prozent ihres Gesamtumsatzes in die Digitalisierung investiert. Jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) setzt 5 bis 10 Prozent des Umsatzes dafür ein, 4 Prozent sogar 10 bis 20 Prozent.

Weitere Ergebnisse der Trendstudie „Digitalisierung – Deutschland endlich auf dem Sprung?“ mit ausführlichen Branchenergebnissen für den Maschinen- und Anlagenbau, die Informations- und Kommunikationstechnologie, Chemie und Pharma, Banken und Versicherungen, den Automobilbau sowie den Handel gibt es unter folgendem Link.

Die gesellschaftlichen Kosten der digitalen Revolution (Infografik)

Zusammen mit der Globalisierung macht die fortschreitende digitale Automatisierung aus fortgeschrittenen Industrieländern post-industrielle Gesellschaften. Die Maschine oder der Algorithmus ist dem Menschen bereits auch auf vielen Gebieten jenseits der Produktion überlegen.

Zwar ist es schwierig hervorzusehen, wie viele Jobs der digitalen Automatisierung letztlich zum Opfer fallen werden, aber die Beratungsfirma PwC geht davon aus, dass das Rationalisierungspotenzial in den entwickelten Industrieländern hoch ist.

Wie unsere Infografik zeigt, könnten in Deutschland bis 2030 bis zu 35 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Dieser grundlegende Strukturwandel hinterfragt das bisherige Modell der Lohnarbeit.
Infografik: Die gesellschaftlichen Kosten der digitalen Revolution | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Trends in der Bankenbranche: Personalisierung, Plattformisierung und Neugestaltung des Retail-Bankgeschäfts

Peter Bosek: ‚Personalisierung, Plattformisierung und ein Verschmelzen zwischen Online- und Offlinegeschäft sind die Schlüsselelemente des künftigen Privatkundengeschäfts‘

Vor Kurzem hat Peter Bosek, Retail-Banking-Vorstand der Erste Bank, über jene Trends in der Bankenbranche, wie z.B. Personalisierung und Plattformisierung, die zu einer Neugestaltung des Retail-Bankgeschäft führen, gesprochen, sowie über die von der Erste Group unternommenen Schritte, um bei diesen Entwicklungen federführend mit dabei zu sein.

Das Privatkundengeschäft durchläuft aktuell rasante und weitreichende Änderungen. Kunden stellen neue Ansprüche an ihre Banken, wobei diese – dank des technologischen Fortschritts – selbst besser in der Lage sind, ihre Kunden zu verstehen. „Personalisierung, Plattformisierung und ein Verschmelzen zwischen Online- und Offlinegeschäft sind die Schlüsselelemente des künftigen Privatkundengeschäfts – und das ist auch der Weg, den wir bei der Erste Group als zukunftsweisend erachten. Insbesondere die Entwicklung von Banking-Plattformen ist eine bahnbrechende Neuerung, die es uns ermöglicht die Art und Weise, wie Kunden ihre Finanzen managen, maßgeblich zu verbessern“, erläutert Peter Bosek, Vorstandsmitglied der Erste Group, Ressort Retail.

Mit George haben wir diese neuen Trends bereits erfolgreich aufgegriffen, ist Peter Bosek überzeugt. Diese zukunftsorientierte Banking-Plattform wurde in Kooperation mit unseren Kunden entwickelt, wobei bereits von Beginn an das Hauptaugenmerk auf der Personalisierung lag. Zusätzlich folgt die Erste Group mit George dem Trend zur Plattformisierung, der darauf abzielt, alle Informationen und Dienstleistungen rund um spezifische Kundenbedürfnisse oder Lebensereignisse von Kunden auf einer Plattform zu bündeln – eine Art „One-Stop-Shop“.

Hinweis: Der Autor dieses Blogs ist Angestellter im Erste-Bank-Konzern.

Finanzierungsstudie: Verbraucher nutzen verstärkt das Internet zur Kreditaufnahme

Mehr als jeder vierte Verbraucherkredit kommt online zustande. Dies ergibt eine aktuelle Studie zum Finanzierungsverhalten der deutschen Bundesbürger, welche die GfK für den Bankenfachverband durchgeführt hat. Der Anteil an Online-Ratenkrediten hat sich dabei in den vergangenen zwei Jahren von 21 auf 27 Prozent erhöht. Auch die Informationssuche vor der Kreditaufnahme verlagert sich zunehmend ins Netz. Jeder Dritte recherchiert auf einer Bankenseite, jeder Fünfte bei Portalen und ein Zehntel auf sonstigen Websites.

Die Internet-Affinität nimmt bei Finanzgeschäften generell zu. So nutzen 27 Prozent der Verbraucher Apps für Bankgeschäfte, in erster Linie zum Online-Banking. Vor fünf Jahren waren dies lediglich fünf Prozent. Eine Kreditaufnahme per Smartphone können sich heute bereits sieben Prozent der Verbraucher vorstellen.

Autokauf ist wichtigster Grund für einen Kredit

Mehr als jeder dritte Verbraucherhaushalt verwendet aktuell Finanzierungen, um Konsumgüter zu bezahlen. Die Anschaffung eines Autos bleibt dabei der wichtigste Grund, einen Konsumkredit aufzunehmen. So finanziert jeder dritte Nutzer eines Ratenkredits einen Gebrauchtwagen und jeder vierte einen Neuwagen. Zwar verwenden insgesamt etwas weniger Verbraucher Kredite als im Vorjahr, dies allerdings mit wachsender Zustimmung. Mehr als drei Viertel aller Kreditnutzer sind mit ihrer Finanzierung zufrieden.

 

Konsum- und KFZ-Finanzierung
Quelle: GFK SE/ Konsum- und KFZ-Finanzierung

Mit diesem Link geht´s zur Studie…

Blockchain – weit mehr als die Kryptowährung Bitcoin

Die Blockchain-Technologie breitet sich mit enormer Geschwindigkeit branchen- und anwendungsübergreifend aus. Immer mehr Unternehmen sehen Potential in ihrer Implementierung. Dabei wurde das Thema dem breiten Publikum erstmals im Zuge der Kryptowährung Bitcoin bekannt. Sie ist aber nur ein Bereich, in dem dieses innovative Konzept seine Stärken ausspielt. Dr. Nils Middelberg, Leiter der Abteilung Strategie & Marketing der top itservices AG stand zu den Themen Technologie, den Vorteilen und Anwendungsbereichen von Blockchain Rede und Antwort.

1. Warum boomt der gegenwärtige Bitcoin-Markt so stark und was hat die brandneue Blockchain-Technologie damit zu tun?

Bitcoin ist eine Kryptowährung, deren Wert vor kurzem zum ersten Mal über 5.000 Dollar lag. Der Wert hat sich seit Jahresbeginn verfünffacht. Investoren mit dem richtigen Riecher dürften somit hohe Gewinne eingefahren haben. Das bringt mediale Präsenz mit sich und führt zu erhöhtem Interesse, auch in der breiten Masse.

Die technische Infrastruktur, sozusagen das Grundgerüst, einer solchen digitalen Währung stellt die Blockchain dar. Durch die clevere Kombination bekannter Konzepte wie asymmetrische Verschlüsselung, P2P-Netzwerk und Proof of Work wurde eine
innovative Form der Transaktionsdurchführung und -Dokumentation mit enormem Potential geschaffen. Meines Erachtens ist dies die sehr viel interessantere Neuheit.

2. Was ist eine Blockchain und wie funktioniert diese?

Vereinfacht gesagt, ist die Blockchain eine Datenbank und funktioniert quasi wie ein digitales Kassenbuch. In Analogie zu einer Seite im Kassenbuch, die Informationen über eine bestimmte Transaktion beinhaltet, ist es in der Blockchain ein digitaler Block, der diese Informationen enthält. Ist ein Block voll, wird der nächste Block angehängt. Es bildet sich eine Kette aus Blöcken, daher „Block-Chain“.

Es gibt hierbei keine Vermittlungsinstanz mehr, die zwischen die Vertragspartner geschaltet ist. Vielmehr wird bei jedem vollwertigen Nutzer-PC ein Abbild der gesamten Transaktionshistorie abgelegt, welche für jeden jederzeit einsehbar ist. Es herrscht also vollkommene Transparenz. Ohne Blockchain als realisierende Technologie, würde das System digitale Währung also nicht in der Form funktionieren. Im Ergebnis ist es somit die Technologie Blockchain, die die Kryptowährung Bitcoin zum Funktionieren bringt.

3. Welche Vorteile bringt die Blockchain-Technologie im Gegensatz zu anderen Datenbanken?

Die Infrastruktur einer Blockchain bietet eine sehr hohe Sicherheit, sodass verschiedene Informationen ohne Bedenken und ohne Zwisch¬en¬in¬stanz versendet werden können. Jede Transaktion wird hierbei durch einen privaten und einen zweiten öffentlichen Schlüssel gesichert. Jede neue Transaktion, d.h. jeder neue Block, bekommt einen Schlüssel unter Berücksichtigung der vorherigen Einträge und ihrer Schlüssel. Je mehr Blöcke aneinander gekettet wurden, desto sicherer ist die Blockchain.

Mit Hilfe der Blockchain lassen sich aber auch komplexe Vertragsmodalitäten in Form sogenannter „kluger“ Verträge – Smart Contracts – abbilden. Smart Contracts bieten hohe Rechtssicherheit und erlauben es gleichzeitig, Verträge unabhängig von Dritten zu schließen. Somit wird erreicht, dass die von den Vertragspartnern definierten Klauseln auf Dauer fälschungssicher abgelegt sind und dass die Vertragsklauseln bei Eintreten der vertraglich vereinbarten Voraussetzungen unmittelbar und automatisch ausgeführt werden. Als digitales Pendant zu herkömmlichen Verträgen bieten Smart Contracts somit insbesondere dort Vorteile, wo mit digitalen Gütern jeglicher Art gehandelt wird.

4.In welchen Bereichen, neben der Finanzbranche, ist die Blockchain-Technologie anwendbar?

Bei Betrachtung aktueller Pressemitteilungen wird schnell deutlich, dass die Blockchain-Technologie in vielen Bereichen für frischen Wind sorgen wird. Besonders im Bereich Automotive haben Großkonzerne wie BMW, Daimler oder Toyota kürzlich Ideen vorgestellt, die enormes Optimierungspotential zum Beispiel für ihre Supply-Chains bieten. Durch die Automatisierung lassen sich u.a. Verwaltungskosten reduzieren, Probleme effektiver und effizienter klären oder innovative peer-to-peer-Produkte entwickeln.

Im Bereich Insurance haben Zurich, Allianz, Aegon und Munich RE zusammen mit der Swiss Re im letzten Jahr mit der Insurance Industry Initiative B3i ein Projekt auf Blockchain-Basis gegründet. Ziel ist es, Arbeitsprozesse weiter zu optimieren um den Customer Support zu verbessern und somit für Kunden schnellere, nützlichere und sichere Services zu entwickeln.

Dem Anwendungsfeld Produktions- und Logistikprozesse widmet sich derzeit zusammen mit seinen Kunden die SAP SE. Hier wird an Lösungen gearbeitet, die den Lebenszyklus von Produkten und ganzen Anlagen steuern können. Mit der Blockchain Technologie soll dokumentiert werden, wann welche Änderungen vorgenommen, Ersatzteile ausgewechselt oder der letzte Service durchgeführt wurde.

Im Bereich Finance sind es aber nicht nur digitale Währungen, die einen Wandel bedeuten. Auch immer mehr Banken und Finanzinstitute forschen und entwickeln zum Potential der Blockchains über Währungen hinaus. In einem Pilotprojekt hat die Commerzbank zusammen mit der KfW Bankengruppe und der MEAG beispielsweise jüngst gezeigt, dass sich von der Emission bis hin zum Handel Wertpapiertransaktionen über die Blockchain-Technologie in Echtzeit ausführen lassen. Einen ähnlichen Kapitalmarktprozess haben auch die Landesbank Baden-Württemberg und Daimler bereits erfolgreich umgesetzt.

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