Infografik: Warum sich Organisationen ändern müssen

Organisationen müssen sich verändern. Aber wie? Die folgende Infografik erläutert wie unsere unvorhersehbare und immer komplexer werdende Welt die Unternehmen dazu zwingt, zu überdenken, wie sie handeln. Auch zeigt sie Handlungsmöglichkeiten, wie sich die Unternehmen bzw. Organisationen verändern können um sich besser an diese „volatile“ Welt anzupassen…

(c) Virpi Oinonen (Twitter)

 

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Trotz Digitalisierung: Österreicher setzen auf Klein- und Regionalbanken

Knapp 70 Prozent der Österreicher fordern Initiativen zum Erhalt ihrer Regionalbanken

Die heimische Bankenlandschaft ist – anders als im Rest der Europäischen Union – gerade im ländlichen Raum von einer Vielzahl kleiner, lokaler und regional verankerter Banken geprägt. Die kleinste dieser Banken in Österreich hat eine Bilanzsumme von gerade einmal 18 Mio. Euro. Demgegenüber dominieren im übrigen Europa in erster Linie Großbanken mit Bilanzsummen von teilweise über 1.000 Mrd. Euro. In Österreich überwiegen vor allem die über 400 unter dem Dach von Raiffeisen gegründeten kleinen und lokalen Banken, die in ihrer Heimatregion engagiert sind. Eine vergleichbare Struktur findet sich bestenfalls noch in Deutschland und Südtirol. Im Lichte der zunehmenden Digitalisierung im Bankenbereich hat Raiffeisen die Akzeptanz von kleinen Lokal- und Regionalbanken in einer beim Meinungsforschungsinstitut GfK in Auftrag gegebenen Studie einem Reality-Check unterzogen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Pressegespräches der Öffentlichkeit präsentiert.

Die wesentlichste Erkenntnis der Studie: Trotz Digitalisierung kennen und schätzen die Österreicherinnen und Österreicher die Vorzüge lokaler Regionalbanken: 71 Prozent bestätigen die starke Verbundenheit ihrer Regionalbank zum Ort und 70 Prozent identifizieren ein besonderes Naheverhältnis ihrer Regionalbank zur ansässigen Bevölkerung und regionalen Wirtschaft. Als besondere Stärke der lokalen Regionalbanken erkennen knapp 60 Prozent die Förderung des gesellschaftlichen Lebens und Miteinanders in der Region und 54 Prozent die Unterstützung lokaler Vereine durch Regionalbanken. Immerhin 50 Prozent sehen die regionale Infrastruktur durch kleine Regionalbanken aufgewertet. In allen diesen Punkten übertreffen die Werte der kleinen Regionalbanken deutlich jene der großen Kommerzbanken im ländlichen Raum.

„Diese offenkundige Nähe der kleinen Regionalbanken zu den Menschen vor Ort begründet sich nicht zuletzt in der Tatsache, dass sie keine anonymen Aktiengesellschaften sind, sondern den Menschen in der Region selbst gehören: über 1,5 Mio. Österreicherinnen und Österreicher sind als Mitglieder einer der vielen Raiffeisen-Genossenschaften die Eigentümer ihrer eigenen Bank“, betont Andreas Pangl, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

Während sich 56 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zwar grundsätzlich für einheitliche Spielregeln für alle Banken aussprechen, erkennen doch 64 Prozent, dass es für kleine Lokal- und Regionalbanken ungleich schwieriger ist, die gleichen Regeln einzuhalten, wie sie auch für internationale Großbanken gelten. Eine wesentliche negative Auswirkung der Regulierung erkennen 54 Prozent der Befragten in schwierigerem Zugang zu Krediten und Finanzierungen und immerhin 55 Prozent fordern, dass Regeln für kleine Lokal- und Regionalbanken angepasst auf ihre spezielle Situation erlassen werden sollten. Klare Ablehnung erfahren Pläne auf europäischer Ebene zur Einführung einer EU-Einlagensicherung, bei der Lokal- und Regionalbanken für das Risiko internationaler Großbanken haften:
deutliche 82 Prozent sprechen sich klar gegen eine europaweite Bankenhaftung aus, während 57 Prozent die Sorge äußern, dass diese in über 100 Jahren gewachsene und bewährte Struktur wohl auch aufgrund überbordender Regulierungen künftig geschwächt werden könnte.

Vor diesem Hintergrund fordern 69 Prozent der Befragten mehr Initiativen zum Erhalt von Lokal- und Regionalbanken, zumal auch 64 Prozent der Auffassung sind, dass sich Lokal- und Regionalbanken stärker als Großbanken für die Belange der regionalen Wirtschaft und Betriebe vor Ort einsetzen. Schließlich erwarten 62 Prozent von den Lokal- und Regionalbanken, dass diese ihre Leistungen für die Bevölkerung und die Betriebe im ländlichen Raum noch stärker bekannt machen. Immerhin meinen 78 Prozent der Befragten, dass ohne Lokal-und Regionalbanken Arbeitsplätze im ländlichen Raum verloren gehen und ein wichtiger Partner – nicht nur im Bereich der Finanzdienstleistungen – fehlen würde (64 Prozent).

Generalsekretär Andreas Pangl abschließend: „Die Ergebnisse der Studie zeigen trotz Digitalisierung deutlich die hohe Akzeptanz und Relevanz von kleinen Lokal- und Regionalbanken für die Bevölkerung im ländlichen Raum. Wir verstehen das auch als Auftrag uns weiterhin gerade auf europäischer Ebene für bessere Rahmenbedingungen für diese Banken einzusetzen.“

Studie: 70% der deutschen Online Banking-Kunden verwenden Onlinebezahlverfahren

Das schwedische FinTech-Unternehmen Trustly hat heute die erste europaweite Studie „The State of Online Banking“ veröffentlicht. Ein überraschendes Ergebnis: Während das Vertrauen in Banken allgemein nicht sehr hoch ist, vertrauen die Kunden europaweit ihrer Hausbank. So sind 83% der Deutschen mit ihrer Hausbank zufrieden und ebenfalls 83% vertrauen der Hauptbank. Im europäischen Vergleich liegen die Werte beim Thema Vertrauen zwischen 79% (Schweden) und 86% (Niederlande). Insgesamt haben die Deutschen im Durchschnitt 1,55 Bankkonten und liegen damit europaweit im Mittelfeld. Die Online-Studie wurde von dem schwedischen Marktforschungsinstitut Nepa in sieben Ländern durchgeführt (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Italien, Spanien und Schweden). In jedem Land wurden über 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 66 Jahren befragt.

Die Studie untersuchte insbesondere das Verhalten der Online Banking-Kunden, um erstmals einen umfassenden Einblick über die Verbraucher-Präferenzen in wichtigen europäischen Ländern zu erhalten. In Deutschland zahlen 86% der Online Banker ihre Rechnungen online und 58% überweisen online Geld auf andere Konten. 71% der Deutschen sagen, dass die Banken einen sicheren Online Banking-Service bereitstellen. Deutschland steht hier allerdings im europaweiten Vergleich an vorletzter Stelle.

Die Befragten gaben auch Auskunft darüber, welche Zahlungsmethoden sie in den vergangenen 12 Monaten beim Online-Einkauf genutzt haben. Eine besonders weit verbreitete Methode in Deutschland ist das Onlinebezahlverfahren, das über das Onlinekonto abgewickelt wird. 70% nutzten dieses Verfahren. 58% forderten eine physische Rechnung an und 52% verwendeten ein E-Wallet-System. 42% haben ihre Kreditkarte genutzt und 25% bezahlten über eine elektronische Rechnung. Onlinebezahlverfahren sind ebenfalls weit verbreitet in Schweden (68%), Frankreich (54%) und den Niederlanden (45%).

Oscar Berglund, CEO von Trustly, sagt: „Die Studienergebnisse zeigen, dass die Verbraucher in Europa auf Onlinebezahlverfahren setzen. In Deutschland ist der Anteil sogar am höchsten. Für uns ist es wichtig, Lösungen anzubieten, die einfach, schnell und sicher sind.“

Biometrie und maschinelles Lernen: Eine erfolgreiche Kombination erhöht das Vertrauen in Online-Banking

  • Durch Big Data und Analyse des Benutzerverhaltens erkennt die Authentifizierungsmethode mögliche Bedrohungen und Risikien
  • Banken können jetzt die Authentifizierung individuell an die jeweiligen Benutzerprofile anpassen und bei jeder digitalen Banktransaktion ein optimales Kundenerlebnis bieten

Gemalto, das weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet der digitalen Sicherheit, stellt den Gemalto Assurance Hub vor. Die neue Innovation dient der Betrugsprävention beim Online-Banking. Auf Basis von Mashine Learning analysiert sie das Profil und das Verhalten der Kunden in Echtzeit. Die Plattform aktiviert nur bei Bedarf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und sorgt für ein reibungsloses Benutzererlebnis.

Banken bieten zunehmend digitale Dienste an. Daher werden Cyberattacken die Regel. Finanzunternehmen müssen also echte von potenziell betrügerischen Benutzern unterscheiden, um den legitimen Kunden einen reibungslosen Service zu bieten und unbefugte Benutzer zu blockieren. Weiter gelten neueste Bankregulierungen wie PSD2 oder FFIEC*.

Gemalto Assurance Hub basiert auf Big Data und verarbeitet Millionen von Transaktionen mit tausenden Attributen (zum Beispiel Geräteprofiling, Standort, Benutzerverhalten, biometrische Daten oder Tastaturstil), um das Verhalten in Echtzeit zu analysieren und, falls erforderlich, entsprechende Authentifizierungsprüfungen auszulösen. Wenn jemand beispielsweise den Transfer einer hohen Summe von einem ungewöhnlichen Standort aus durchführt, sind zusätzliche biometrische Authentifizierungen, beispielsweise ein Fingerabdruck oder Gesichtserkennung erforderlich, um die Transaktion zu validieren. User profitieren von unaufdringlichen Sicherheitsmaßnahmen in einer vertrauenswürdigen Umgebung.

„Eine neue Gemalto-Studie zeigte, dass 44 Prozent der Verbraucher ihrer Bank kündigen würden, falls dort Sicherheitslücken bekannt werden. Und 38 Prozent würden zu einem Mitbewerber wechseln, wenn dieser einen besseren Service anbietet. Gleichzeitig leiden die Verbraucher unter ungerechtfertigten Ablehnungen und exzessiven Authentifizierungsschritten beim Online- bzw. mobilen Banking“, sagt Bertrand Knopf, Executive Vice President Banking and Payment bei Gemalto „Die Herausforderung besteht darin, die Sicherheitsprozeduren zu minimieren und zu vereinfachen, ohne das Vertrauen in die digitale Bankendomäne aufs Spiel zu setzen. Mit dem Gemalto Assurance Hub funktioniert dies äußerst einfach.“

Wie unterscheidet sich der Gemalto Assurance Hub von bestehenden Banksystemen zur Betrugsprävention?

Der Gemalto Assurance Hub ist die einzige Lösung, die Banken eine einzelne Plattform bietet, auf der die bestmöglichen Betrugserkennungstechnologien integriert sind. Er verfügt über eine einheitliche Strategie und eine Konsole für die Betrugsbekämpfung.
Die Plattform verwendet einen flexiblen Hub-Ansatz: Die bestehenden Lösungen der Banken können einfach integriert sowie mit der Zeit weiterentwickelt werden, um die neueste Betrugspräventionstechnologie zu implementieren.

Zentralbanken heizen die Nachfrage nach Kryptowährungen an

„Noch vor etwa zwei Jahren wurde Bitcoin als Randtechnologie für Computer-Freaks betrachtet. Inzwischen gewinnen Bitcoin und Co. auch im Mainstream immer mehr an Popularität“, stellt Demelza Haysin in ihrem jüngsten Beitrag auf www.misesde.org fest.

Den Grund hierfür sieht die Doktorandin der Universität von Liechtenstein allerdings weniger in der gestiegenen Nachfrage nach einem privaten und deflationären Tauschmittel, sondern primär in der Geldpolitik der Notenbanken. Es sind in erster Linie die niedrigen Zinsen, die den Preis der Bitcoins treiben. Die scharfe Korrektur des Bitcoinpreises auf die Ankündigung der Fed-Chefin Janet Yellen, die Zinsen in den USA weiter erhöhen zu wollen, zeigte dies. Ein weiterer Preistreiber ist die Demonetisierung von Fiat-Währungen, beispielsweise in Indien oder Venezuela.

Anders als allgemein wahrgenommen, sind Bitcoins – gemäß der Definition der österreichischen Schule – eine inflationäre Währung: Das Angebot an Bitcoins steigt pro Jahr um ca. 4%. Weil aber die Nachfrage nach Bitcoins deutlich höher ist als deren Zuwachsrate, steigt deren Preis weiter an. Hierdurch können sie, trotz ihres eigentlich inflationären Charakters, als Schutz gegen die expansive Geldpolitik der Zentralbanken dienen.

Dass die Preise auch weiter steigen werden, hält Demelza Haysin für sehr wahrscheinlich. Denn mit der Zeit werden die Menschen im Umgang mit Bitcoins „erfahrener“, wodurch das Risiko und damit verbunden der Preisabschlag auf das neue Medium sinkt. Zum anderen erfahren die USA ungefähr alle zehn Jahre einen wirtschaftlichen Abschwung. Der letzte liegt nun ziemlich genau eine Dekade zurück. In der nächsten, unweigerlich kommenden Rezession wird die Fed die Anhebung der Zinsen nicht durchhalten können. Mit den entsprechenden Folgen für die Kryptowährungen. Haysin konstatiert: „Negative Zinsen in Europa und die Abschaffung von Banknoten in Entwicklungsländern sind treibende Faktoren für die Nachfrage nach Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Investoren beginnen, das Potenzial der Technologie als integralen Bestandteil des Vermögensmanagements aus der Perspektive der Portfolio-Diversifizierung zu erkennen.“

„Vor unseren Augen spielt sich im Bereich der Kryptowährungen gerade etwas Historisches ab“, fügt Prof. Thorsten Polleit, Präsident des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, an. „Wir erleben, wie sich in einem marktwirtschaftlichen Prozess ein neues Geldsystem zu etablieren versucht. Welche ‚Coins‘ am Ende überleben werden, ist dabei noch genauso ungewiss wie die Frage, ob sich Kryptowährungen tatsächlich auch als Tauschmittel und nicht nur als ein alternatives Anlageobjekt etablieren werden können. Der Wettbewerb wird es am Ende zeigen – der Hayeksche Traum von der Entstaatlichung des Geldes scheint jedenfalls in greifbare Nähe gerückt zu sein.“

Versicherer verlieren ihre Angst vor FinTechs

Globale PwC-Umfrage:

  • 56 Prozent der Versicherer gehen mittlerweile davon aus, dass sich der Verlust an Marktanteilen auf weniger als 20 Prozent begrenzen lässt
  • Viele Unternehmen übernehmen nun Initiative
  • So wollen 84 Prozent in diesem Jahr in „Data Analytics“ investieren
  • 68 Prozent beschäftigen sich konkret mit dem Thema Blockchain
  • 58 Prozent lenken einen Teil ihres Investitionsvolumens in „Mobile“-Entwicklungen

Unter Versicherern scheint die Angst vor der FinTech-Revolution abzunehmen. So gehen 56 Prozent der Gesellschaften mittlerweile davon aus, keinesfalls mehr als 20 Prozent ihrer Einnahmen an Finanz-Startups zu verlieren. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter fast 200 Versicherungsunternehmen in 40 Ländern weltweit, darunter Deutschland. Zum Vergleich: Vor einem Jahr glaubten nur 48 Prozent, dass die Marktanteilsverluste so moderat ausfallen werden. Zugleich rechnet gerade mal jeder zehnte Versicherer mit Einbußen von 40 Prozent und mehr innerhalb der nächsten fünf Jahre. Mit anderen Worten: Nur eine Minderheit der Versicherungsunternehmen fürchtet, dass die als „Insurtechs“ bekannten Start-ups einen disruptiven Wandel auslösen.

„Die Ergebnisse sind bemerkenswert – vor allem, wenn man sie im Quervergleich zur Bankenbranche betrachtet. Obwohl die Versicherungsindustrie erst später mit dem FinTech-Trend konfrontiert wurde, könnte sie früher als die Banken eine Antwort auf die Herausforderung finden“, sagt Alexander Hofmann.

„Viele Versicherer sehen in der digitalen Revolution nicht mehr zwingend eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell, sondern im Gegenteil eine Chance – speziell bei Themen wie Big Data oder künstliche Intelligenz.“
Alexander Hofmann, Insurance Leader bei PwC Deutschland


Big Data könnte helfen, Risiken viel individueller zu kalkulieren

Tatsächlich ist der Anteil von Versicherern, die sich bereits konkret mit neuen technologischen Entwicklungen beschäftigen, auffallend hoch. So meinten 84 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie in den nächsten Monaten in neuartige datenanalytische Verfahren investieren wollen. Diese im Fachjargon „Data Analytics“ genannten Methoden könnten dazu beitragen, Versicherungsrisiken deutlich genauer und individueller zu kalkulieren. In eine ähnliche Richtung zielen Ansätze im Bereich künstliche Intelligenz („Artificial Intelligence“). Auch in dieses Feld will jeder dritte Versicherer bereits in den kommenden Monaten einen Teil seines Investitionsbudgets stecken.

In die etwas fernere Zukunft sind momentan noch die Planungen zur Blockchain-Technologie gerichtet. So haben nur acht Prozent der Versicherer vor, in den nächsten Monaten schon konkret in Projekte zu investieren. Zugleich gaben aber 68 Prozent an, das Thema bis Ende 2018 angehen zu wollen. „Die Blockchain könnte viele Prozesse in der Versicherungsindustrie von Grund auf verändern, angefangen bei einer automatisierten Schadensbearbeitung bis hin zu einer besseren Kontrolle extremer Risiken. Insofern tut die Branche gut daran, das Thema nicht auf die lange Bank zu schieben“, meint PwC-Experte Alexander Hofmann.

„Es geht inzwischen vor allem um die Frage: Wie mache ich mir Insurtech zunutze?”

„Generell zeigten die Umfrageergebnisse, dass sich der Umgang der Versicherungsbranche mit dem Thema Insurtech innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark verändert hat“, sagt Alexander Hofmann. Zum einen zweifle kaum noch ein Versicherungsmanager an der grundsätzlichen Relevanz der Entwicklung. Zum anderen sei der erste Abwehrreflex inzwischen einer deutlich offensiveren Haltung gewichen. „Es geht inzwischen in erster Linie um die Frage, wie die Versicherungen die technologischen Fortschritte, die die FinTech-Revolution mit sich bringt, für sich selber nutzen können. Viele Insurtechs werden darum gar nicht mehr als gefährliche Gegner, sondern als willkommene Partner gesehen.“

Dabei zeigt die PwC-Umfrage auch, dass die Versicherer in der Digitalisierung nicht nur ein Thema sehen, das ihre technischen Prozesse betrifft. Zugleich senden die Platzhirsche nämlich ein klares Signal, sondern dass sie den Insurtechs nicht kampflos den Zugang zum Endkunden überlassen wollen. So gaben 58 Prozent aller Unternehmen an, in den kommenden Monaten gezielt in „Mobile“-Entwicklungen investieren wollen. „Das ist eindeutig eine Antwort auf jene Finanz-Startups, die mit neuen Apps um Versicherungskunden werben“, sagt Alexander Hofmann. Nach „Data Analytics“ ist „Mobile“ damit das zweitwichtigste Investitionsthema für die Branche.

Positiven Wirkungen des Bausparens für die Vermögensbildung: Bausparer sparen mehr und sind früher am Ziel (Studie)

Bausparen führt zu einer höheren Sparquote, erhöht die Wahrscheinlichkeit Wohneigentümer zu werden und zieht den Erwerbszeitpunkt um mindestens zwei Jahre nach vorne. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie des Forschungsinstituts empirica in Zusammenarbeit mit LBS Research. Die Wissenschaftler haben erstmals anhand der Daten des sozioökonomischen Panels (SOEP), einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von ca. 12.000 Privathaushalten, den Einfluss des Bausparens auf die Ersparnis- und Wohneigentumsbildung privater Haushalte untersucht.

Bausparen und Finanzieren

Quelle: obs/Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS)/LBS Research

Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, ob die einem Bausparvertrag zugeschriebenen positiven Wirkungen in Bezug auf eine Steigerung der Sparquote, dem Erwerb von Wohneigentum (zur Unterstützung der Altersvorsorge) und einer früheren Eigentumsbildung empirisch „hart“ belegbar sind, d. h., ob sie auch unter Anwendung wissenschaftlich anerkannter ökonometrischer Verfahren nachgewiesen werden können.

Zunächst konnten die Forscher das Ergebnis früherer empirischer Untersuchungen bestätigen, wonach Bausparer mehr sparen als Nicht-Bausparer. Die Auswertung der SOEP-Daten ergibt, dass Haushalte mit Bausparvertrag monatlich rund 17 Prozent bzw. 102 Euro mehr als Haushalte ohne Bausparvertrag (718 statt 616 Euro) ansparen. Dieser positive Zusammenhang, wonach Bausparen in der Regel zusätzlich stattfindet und nicht andere Sparformen substituiert, bleibt auch dann bestehen, wenn im Rahmen von sogenannten Regressionsanalysen (damit werden Zusammenhänge statistisch verifiziert) wichtige Einflussgrößen wie Haushaltsnettoeinommen, Familienstand, oder Kinderzahl „herausgerechnet“ werden.

Um sich der wichtigen Frage zu nähern, welchen Beitrag das Bausparen für die spätere Wohneigentumsbildung leistet, haben die Forscher die SOEP-Daten auch daraufhin ausgewertet, ob Mieter, die zu Wohneigentümern werden, zuvor über einen Bausparvertrag verfügten oder nicht. Das Ergebnis: 60 Prozent der Bauherren und Käufer waren Bausparer; 40 Prozent hatten keinen Bausparvertrag. Das Ergebnis, wonach ein Bausparvertrag die Wahrscheinlichkeit eines späteren Wohneigentumserwerbs erhöht, ist „robust“ und kann sowohl durch Regressionsanalysen als auch durch fortgeschrittene Methoden (z. B. Propensity Score Matching) nachgewiesen werden; letztere rechnen heraus, dass womöglich die Sparfreudigeren auch eher einen Bausparvertrag haben. Tatsächlich, so die Wissenschaftler, dürfte der Einfluss des Bausparens auf die spätere Wohneigentumsbildung sogar noch größer sein, denn in die Berechnung sind nur diejenigen Haushalte einbezogen worden, die in den drei Jahren vor dem Erwerb einen Bausparvertrag hatten. Effekte, die auf einer längeren Zeit zwischen Ansparen und Erwerb basieren, werden damit nicht erfasst.

Schließlich beschäftigt sich die Studie mit der Frage, ob Bausparer früher Wohneigentum erwerben als Nicht-Bausparer. Das Ergebnis: Im Mittel über alle beobachteten Jahre ist der Haushaltsvorstand, der Wohneigentum erwirbt, zwei Jahre jünger als ein Erwerber ohne Bausparvertrag, nämlich 39 statt 41 Jahre. Die ökonometrischen Analysen deuten jedoch auch hier darauf hin, dass der Vorsprung der Bausparer tatsächlich größer ausfällt als „nur“ zwei Jahre, wenn man die unterschiedlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Tatsächlich dürfte die Differenz bis zu fünf Jahre betragen, erklären die Forscher. Sie konnten beobachten, dass konsumorientierte junge Haushalte durch Bausparen quasi „unbeabsichtigt“ Vermögen ansparen und – wenn sie in das entsprechende Alter bzw. familiäre Umfeld kommen – eher über das notwendige Eigenkapital verfügen als Nicht-Bausparer.

Nach Angaben von LBS Research bestätigt die nach anerkannten wissenschaftlichen Standards erfolgte Untersuchung, dass es sich lohnt, frühzeitig mit dem langfristig orientierten Bausparen als Grundlage für einen erfolgreichen Vermögensaufbau zu beginnen. Von daher sei es auch richtig, mit der Wohnungsbauprämie einen staatlichen Anreiz zum Sparen zu geben. Insbesondere für junge Menschen und für Haushalte mit niedrigen Einkommen habe die Wohnungsbauprämie einen wichtigen „Signaling Effekt“, der zu einer höheren Aufmerksamkeit und im Ergebnis zu einem vermehrten Sparen führt.

Offensichtlich, so das Fazit der Studie, immunisiert das Bausparen, vielfach angeregt durch die Wohnungsbauprämie, gegen die Versuchungen eines hedonistischen Konsumlebens. Zwar seien die Möglichkeiten, angespartes Geld zu verwenden, vielfältig, Bausparen sei jedoch weniger liquide als viele andere Anlageformen. Dies habe erhebliche Auswirkungen auf langfristige, kontinuierliche Sparprozesse und führe zu bedeutenden Weichenstellungen, durch die das Verhalten geprägt oder sogar erzwungen wird. Bausparen führe darüber hinaus öfter und früher als bei Nicht-Bausparern ins Wohneigentum. Damit werde ein eher kurzfristiger „Zwangssparprozess“ in einen langfristigen Prozess überführt, der im Ergebnis die eigene Ungeduld oder sogar Unvernunft bremsen kann. In diesem Sinne lege das Bausparen vielfach den Keim für eine frühzeitigere und höhere Vermögensbildung.

Hier geht´s zur Studie: Wirkungsanalyse Bausparen 2017

Studie zur Lage der Kreditinstitute in Europa: Jede vierte Bank kämpft ums Überleben

  • Rund 28 Prozent der untersuchten europäischen Kreditinstitute befinden sich in einem sehr kritischen Zustand
  • Auf der Gewinnerseite stehen vor allem Banken aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien
  • Schwächen im Geschäftsmodell belasten deutsche Institute Aufholjagd kann mithilfe von vier zentralen Stellhebeln gelingen

Kapitalerhöhungen, Teilverkäufe, Abbau von Risiken und Personal: Die europäischen Banken haben in den vergangenen zehn Jahren viele Register gezogen, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Doch nur 38 Prozent der größeren Institute in Europa stehen gut da. Dagegen ist der Zustand von mehr als einem Viertel äußerst besorgniserregend. Das zeigt die Studie „Battle of the Banks: The Fight for Profitable Business Models in Europe“ der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 111 Kreditinstitute analysiert wurden.

„Die Krise der europäischen Banken ist längst noch nicht ausgestanden“, erklärt Dr. Dirk Vater, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er warnt jedoch davor, die Sorgenkinder der Branche vorschnell abzuschreiben: „Unsere Analyse zeigt, dass Banken mit einer klaren Strategie und mutigen Entscheidungen innerhalb von drei bis fünf Jahren gesunden können.“

Profitabilität deutscher Banken zu gering

Der bereits zum vierten Mal durchgeführte Gesundheitscheck von Bain ordnet die Banken in einem Scoring-Modell vier Kategorien zu: entlang der beiden Achsen Profitabilität und Effizienz sowie Bilanz und Finanzierung (Abb. 1). Genutzt werden dazu sowohl die Abschlüsse der Institute selbst als auch Daten von Anbietern wie SNL Financial und Moody’s. Folgende Ergebnisse sind in den einzelnen Kategorien zutage getreten:

  • -Gewinner: Immerhin 38 Prozent der Banken befinden sich in einer komfortablen Position, darunter vor allem Institute aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien. Bei nahezu allen Kennzahlen lassen sie den Wettbewerb hinter sich.
  • Schwächen im Geschäftsmodell: Rund 17 Prozent haben zwar ihre Bilanz weitgehend in Ordnung gebracht, leiden aber noch unter Schwächen im Geschäftsmodell. Zu dieser Gruppe zählen fast alle an der Studie beteiligten deutschen Institute. Ihre Profitabilität und Effizienz bewegen sich auf dem niedrigen Niveau der griechischen Wettbewerber.
  • -Schwächen in der Bilanz: Ebenfalls 17 Prozent hinken bei den Bilanzkennzahlen hinterher, vor vier Jahren waren es noch 21 Prozent. Solche Schwächen machen Banken verwundbar und sie nähern sich der Kategorie „Sorgenkinder“ an.
  • -Sorgenkinder: Die Zahl der Banken in kritischem Zustand ist seit 2013 um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent gestiegen. Hier finden sich vor allem Institute aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Sämtliche gescheiterte Banken in den vergangenen zehn Jahren sowie zahlreiche Beteiligte an Zusammenschlüssen, dazu
    zählen die spanischen Sparkassen, waren zuvor in dieser Kategorie angesiedelt.

Der Kapitalmarkt straft diese Sorgenkinder ab. Ihr Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt bei 0,31 und damit bei nicht einmal einem Viertel des Werts von Gewinnerbanken, die auf 1,31 kommen. Schwächen in der Bilanz führen zu einem durchschnittlichen KBV von 0,72. Schwächen im Geschäftsmodell haben einen KBV von 0,60 zur Folge. Nur mit einer klaren Strategie und entschlossenem Handeln können Banken diese Bewertungslücke schließen.

Halbierung der risikogewichteten Aktiva und Erhöhung der Spareinlagen

Einigen europäischen Banken gelang in den vergangenen Jahren der Sprung in die Gewinnerkategorie. Aus ihrem Handeln lassen sich vier Stellhebel ableiten:

1. Drastische Bilanzkürzung: Banken, die auf die Erfolgsspur zurückgekehrt sind, haben ihre risikogewichteten Aktiva um rund 50 Prozent reduziert, ihr Kreditvolumen um 25 bis 30 Prozent und das Volumen der sogenannten notleidenden Kredite um 70 bis 75 Prozent.

2. Höhere Kundenloyalität im digitalen Zeitalter: Konzentrieren sich Banken auf zukunftsträchtige Geschäftsfelder und die konsequente Digitalisierung, können sie Privat- und Geschäftskunden begeistern und letztendlich ihre Nettozinsmarge bezogen auf die risikogewichteten Aktiva verdoppeln.

3. Radikaler Neuanfang bei den Kosten: Die Erfolgsformel heißt „Zero-based Redesign“. Wer Jahr für Jahr seine Kosten von Grund auf neu plant und nicht nur fortschreibt, deckt Einsparpotenziale auf und schafft Freiräume für Investitionen in neue Geschäftsfelder.

4. Veränderte Finanzierung: Die Passivseite von Banken, die zu den Gewinnern aufgeschlossen haben, veränderte sich grundlegend. Die Spareinlagen stiegen um 20 bis 25 Prozent, der Anteil der Wholesale-Finanzierung sank um 70 bis 80 Prozent.

„Grundsätzlich wissen die meisten Kreditinstitute, welche Themen sie angehen müssen“, stellt Bain-Partner Vater fest. „Doch viele agieren nach wie vor zu vorsichtig und scheuen den nötigen radikalen Wandel.“ Eine entschlossene Herangehensweise ist angesichts der veränderten Kundenerwartungen, des harten Wettbewerbs sowie der verschärften Regulierung unerlässlich. „Für die Banken gilt es jetzt zu handeln. Sie müssen vor allem die Schwächen in ihren Bilanzen ausmerzen und sich auf zukunfts- und margenträchtige Geschäftsfelder konzentrieren“, betont Vater.

Bitcoin-Alternativen gewinnen an Bedeutung

Der Bitcoin ist quasi die Mutter aller Kryptowährungen und bislang auch die erfolgreichste. Derzeit wird ein Bitcoin für über 4.500 US-Dollar gehandelt. Zum Vergleich: eine Feinunze Gold ist derzeit etwas mehr als 1.300 US-Dollar wert.

Aber auch andere digitale Währungen boomen gerade. Bitcoin und Bitcoin Cash stehen laut CoinMarketCap zusammen „nur“ noch für etwas mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen. Das war in den Vorjahren anders, wie der Blick auf die Verteilung in den Vorjahren zeigt. Für den Aufstieg der neuen Internet-Währungen werden in den Medien eine ganze Reihe von Gründen genannt darunter Kapitalflucht aufgrund politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten sowie die Null- oder Niedrigzinspolitik wichtiger Notenbanken.

Infografik: Bitcoin-Alternativen gewinnen an Bedeutung | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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