Erträge im Firmenkundengeschäft der Banken nahe Zehnjahrestief

  • Trotz steigender Kreditnachfrage verharren Erträge und Gewinne im klassischen Firmenkundengeschäft der Banken auf dem niedrigsten Niveau seit 2009
  • Potenziale insbesondere im Cross-Selling von Kapitalmarkt- und Absicherungsprodukten werden nicht ausgeschöpft
  • Extreme Wettbewerbsintensität belastet Kredit- und Provisionsgeschäft
  • Kreditmarge fällt mit 1,2 Prozent auf historischen Tiefststand
  • Eigenkapitalrentabilität vor Steuern bleibt mit 11 Prozent stabil

Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, viele Unternehmen haben expandiert – und dennoch sind hierzulande die Erträge und Gewinne der Banken im Firmenkundengeschäft zuletzt immer weiter zurückgegangen. So ist im ersten Halbjahr 2018 der Bain-Corporate-Banking-Index bei den Erträgen noch einmal gesunken und liegt nun sogar unter dem Wert des Finanzkrisenjahrs 2009. Der Profitabilitätsindex verharrt hingegen auf einem sehr niedrigen Niveau. „Die Banken heizen mit ambitionierten Wachstumsplänen den Wettbewerb immer mehr an“, erklärt Bain-Partner Dr. Christian Graf. „Zudem werden vorhandene Potenziale insbesondere im Cross-Selling nicht vollumfassend genutzt.“

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Immer mehr Kredite mit immer weniger Marge

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Brot- und Buttergeschäft der Banken, den Firmenkrediten. Seit nunmehr fünf Jahren steigt das Kreditvolumen unaufhörlich und erreichte im ersten Halbjahr 2018 mit 1,12 Billionen Euro einen neuen Höchststand. Insbesondere Sparkassen und private Kreditbanken legten im vergangenen Jahr leicht zu, hingegen ist der Marktanteil der Genossenschaftsbanken geringfügig zurückgegangen. Über alle Institutsgruppen hinweg erweisen sich Kredite an Mittelständler mit einem Umsatz von jährlich 25 bis 250 Millionen Euro als entscheidender Treiber.

Trotz wachsender Kreditvolumina sind Zinsüberschuss und Kreditmarge branchenweit rückläufig. Die Kreditmarge fiel im ersten Halbjahr 2018 mit 1,2 Prozent auf einen historischen Tiefststand. Zwar belasten auch die anhaltenden Niedrigzinsen und zusätzliche Kosten für Regulierung und Digitalisierung das Kreditgeschäft. Doch nach Überzeugung von Bain-Partner Dr. Jan-Alexander Huber ist ein guter Teil der Ertrags- und Gewinnschwäche hausgemacht: „Einige Banken unterminieren mit ihrem aggressiven Verhalten die Basis des Corporate-Bankings in Deutschland. Hinzu kommt, dass manche Institute die Bedürfnisse ihrer Kernkunden noch immer nicht richtig kennen.“ Das trifft auch den langjährigen Hoffnungsträger, das Provisionsgeschäft. Dort schwächt in jüngster Zeit zudem die verhaltene Nachfrage nach Kapitalmarkt- und Absicherungsprodukten die Erträge.

Restrukturierungsprogramme sorgen für Entlastung

Auf der Kostenseite gibt es dagegen Fortschritte. Im ersten Halbjahr 2018 wurde die Zunahme des Verwaltungsaufwands gestoppt, in der Folge stabilisierte sich die Cost-Income-Ratio. Hier zeitigen die laufenden Restrukturierungsprogramme sichbare Erfolge. Die Einsparungen kompensieren die steigenden Aufwendungen für Zukunftsprojekte insbesondere im Zuge der Digitalisierung.

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Auch die Kosten für die Kreditrisikovorsorge bewegen sich nach einem Anstieg im zweiten Halbjahr 2017 wieder unterhalb der langjährigen Durchschnittswerte. Dieser Rückgang hat dazu beigetragen, dass sich die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern im ersten Halbjahr 2018 mit 11 Prozent oberhalb der Eigenkapitalkosten stabilisieren konnte. Branchenkenner Huber sieht jedoch keinen Grund zur Entwarnung: „Der langjährige Aufschwung in Deutschland nähert sich dem Ende. Damit steigt die Notwendigkeit, Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite zu treffen. Das wiederum wird die Rentabilität des Corporate-Bankings schmälern.“

Verbesserungspotenzial ausschöpfen

Die von Bain Ende 2018 veröffentlichte Studie „Corporate-Banking: Das Ende der Wachstumsillusionen“ zeigt, wie Banken ihr Firmenkundengeschäft krisenfest aufstellen können. Zu den wichtigsten Stellhebeln zählen demnach ein strafferes Produktportfolio, die Digitalisierung sämtlicher Standardprozesse sowie ein systematisch gesteuerter Vertrieb. Noch liegt in diesen Themen erhebliches Verbesserungspotenzial. „Banken, die ihre Möglichkeiten hier ausschöpfen, können durchaus ambitionierte Wachstumsziele erreichen“, so Bain-Partner Graf. „Sie müssen ihre Corporate-Banking-Strategie mittel- und langfristig denken. Kurzfristig einfach an der Preisschraube zu drehen genügt nicht.“

Der Bain-Corporate-Banking-Index auf einen Blick

Der halbjährlich erhobene Bain-Corporate-Banking-Index basiert auf veröffentlichten Daten führender deutscher Banken. Das Panel deckt rund die Hälfte der Bilanzsumme der 100 größten in Deutschland tätigen Banken ab und konzentriert sich auf Finanzinstitute mit einem Schwerpunkt im Corporate-Banking und einer entsprechenden Segmentberichterstattung. Bei der erstmaligen Erstellung erfasste Bain für die Jahre 2007 bis 2012 zahlreiche Rohdaten jeder einzelnen Bank, darunter die Erträge (Zins- und Provisionsüberschuss), die Kostenstruktur (Verwaltungsaufwand), die Kreditrisikovorsorge, die Profitabilität (Ergebnis vor Steuern), das Eigenkapital und das Kreditvolumen. Die Wahl des Ausgangsjahrs 2007 ermöglicht Vergleiche zwischen dem letzten Jahr vor Ausbruch der globalen Finanzkrise und der aktuellen Situation.

Sämtliche Rohdaten untersuchen die Bain-Experten auf Einmaleffekte, die sich beispielsweise aus Übernahmen oder Änderungen im Reporting ergeben, und bereinigen die Datenreihen entsprechend. Danach erfolgt eine Aggregation der Daten pro Bank, bevor sie mit einem Gewicht von maximal 20 Prozent in den Gesamtindex einfließen. Diese Limitierung des Einflusses einzelner Banken stellt sicher, dass Sonderentwicklungen großer Finanzinstitute nicht den Index im Zeitverlauf verzerren. Vor Veröffentlichung werden die Daten Robustheitschecks anhand vorhandener Studien und weitergehenden Analysen von Bain unterzogen und zum Teil um weitere Datenpunkte ergänzt.

Bain veröffentlicht den Corporate-Banking-Index in zwei Ausprägungen: den Bain-Corporate-Banking-Ertragsindex (CBE) und den Bain-Corporate-Banking-Profitabilitätsindex (CBP). Beide geben im Zeitverlauf einen hervorragenden Überblick über die Geschäftsentwicklung im Corporate-Banking und lassen sich als Benchmark für jedes einzelne Finanzinstitut nutzen.

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Social Scoring: Mehrheit lehnt „Social-Credit-System“ ab (Infografik)

Die chinesische Regierung will 2020 ein datenbasiertes „Social-Credit-System“ einführen, welches das Verhalten der Bürger bewertet. Die „gut“ Bewerteten erhalten etwa bessere Kredite und Bonuszahlungen, die „schlecht“ Bewerteten können beispielsweise keine Zug- oder Flugtickets kaufen. Was die Deutschen von dieser Idee halten, hat kürzlich das SINUS-Institut zusammen mit YouGov erhoben. Demnach lehnt eine Mehrheit der Befragten (68 Prozent) „Social Scoring ab“ – nur 17 Prozent sind für ein solches soziales Bewertungssystem. Befragt zu den hypothetischen Vor- und Nachteilen können sich 31 Prozent vorstellen, dass „Social Scoring“ für ein moralisch besseres verhalten sorgt. Allerdings befürchten die Meisten (61 Prozent), dass die Gefahr besteht, falsch bewertet zu werden.

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Quelle: Statista

digital pulse check 3.0: Banken müssen Kunden digital überzeugen (Infografik)

Digitalisierung ist seit Jahren ein Top-Thema für Europas Banken. Dennoch gibt es auf dem Weg vom strategischen Ziel zur erfolgreichen Umsetzung noch erheblichen Handlungsbedarf. Innovative Angebote für Kunden, agile Vorgehensmodelle oder digitale Unternehmenskulturen bleiben weiter Ausnahmen. Dies zeigt der aktuelle zeb.digital pulse check.

Europäische Kreditinstitute kommen bei der digitalen Transformation ihrer Geschäftsmodelle voran, wenn auch in kleinen Schritten und mit Fokus auf die bestehenden Geschäftsmodelle. Disruptive Ideenansätze oder Innovationen dagegen werden bisher kaum umgesetzt. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen digital Pulse Check von zeb. Die Strategie- und Managementberatung, spezialisiert auf die europäische Financial-Services-Industrie, hatte im Sommer zum dritten Mal in Folge den Stand der Digitalisierung der Bankbranche untersucht. Um die Kundenperspektive der Bankenentwicklung gegenüberzustellen, wurden für die aktuelle Studie zudem über 1.000 Endkunden in Deutschland befragt.

„Der aktuelle Pulse Check zeigt, dass Strategie und Umsetzung der Banken bei der digitalen Transformation noch weit auseinanderliegen“, so Dr. André Ehlerding, Initiator der Studie und Senior Partner bei zeb. „Kunden finden bisher kaum innovative Angebote, die über das Basisproduktportfolio hinausgehen, und werden zu selten direkt in die Entwicklung neuer Produkte einbezogen. Moderne, agile Zusammenarbeitsmodelle sind kaum etabliert. Banken müssen ihre internen Prozesse schneller optimieren und ihre Daten konsequent für sich nutzen. Dann haben sie eine gute Chance, gegen neue digitale Wettbewerber am Markt zu bestehen.“

Bessere Umsetzung durch messbare Strategie

Im Einzelnen ergab der zeb.digital pulse check, dass 79 % der Banken mittlerweile über eine digitale Strategie verfügen, diese jedoch nur bei einem Drittel der Institute mit konkreten Maßnahmen unterlegt ist. Lediglich ein Viertel misst zudem die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen. Der Fokus der Strategie liegt dabei auf der Digitalisierung des bestehenden Geschäftsmodells, nur ein Fünftel plant disruptive Veränderungen. Insgesamt zeigt die Studie, dass jene Institute, die ihre Strategie operationalisieren und messbar machen, bei der Umsetzung deutlich weiter vorangekommen sind als andere Häuser.

Innovative Angebote nur bei wenigen Banken

Im Vergleich zum letzten Pulse Check 2017 haben die Banken bei der Onlineabschlussfähigkeit ihrer Produkte kaum Fortschritte gemacht. Nur jede zweite Bank bietet ihren Kunden ein umfassendes Angebot an Produkten und Services online an. Hingegen ist 72 % der befragten Kunden ein umfängliches Onlineangebot bei der Beurteilung ihrer Bankbeziehung wichtig. Komplexe Produkte sind deutlich seltener onlineabschlussfähig als z. B. einfache Girokonten und Sparprodukte. Dabei würden 25 % der Kunden sogar komplexere Produkte gerne online abschließen. Innovativere Leistungen, wie digitale Vertragsmanager, individualisierte Kredite oder Robo Advisory, werden nach Ergebnissen der Studie nur von den Instituten mit dem höchsten Digital-Performance-Index angeboten. Diese von zeb entwickelte Kennzahl misst den digitalen Reifegrad der Finanzinstitute.

Kundensicht zu wenig einbezogen

50 % der Kunden haben in den vergangenen zwölf Monaten keinen großen Fortschritt bei der Digitalisierung der Leistungen ihrer Hausbank erkannt. Dies mag auch daran liegen, dass zwei Drittel der Banken ihre Kunden nicht aktiv in die Produktentwicklung einbezieht. Obwohl Kunden ein friktionsfreier Kanalwechsel wichtig ist, um Produkte übergreifend abrufen zu können, ermöglichen dieses erst 6 % der Unternehmen über das gesamte Produkt- und Serviceportfolio. Ebenso ist die systematische Onlinevermarktung nach Ansicht der Studienautoren ein wichtiges Entwicklungsfeld. Lediglich ein Viertel der Institute ist hier im Rahmen einer eigenen Onlinemarketingstrategie unterwegs.

Nachholbedarf bei Prozessen und Datenmanagement

Digital affine Kunden wollen ihre Produkte in Echtzeit abschließen. Ein wichtiges Kriterium ist deshalb die Dauer für die Abwicklung eines Onlineprozesses. Aktuell sind lediglich 15 % der Institute tatsächlich in der Lage, ein Giro- oder Sparkonto innerhalb von 15 Minuten zu eröffnen. Erst 50 % der Banken haben „mobile first“ zum Prinzip für die Gestaltung des eigenen Onlineangebots bestimmt und ihre Prozesse konsequent darauf ausgerichtet. Stark ausbaufähig ist nach Ansicht der Studienautoren die systematische und aktive Nutzung der verfügbaren Daten. Nur 40 % der befragten Finanzinstitute managen ihre Daten aktiv und schaffen damit die Grundlage für ein besseres Verständnis des Verhaltens und der Bedürfnisse ihrer Kunden sowie einer daran ausgerichteten Optimierung von Leistungsangebot, Marketing und Interaktionsprozessen.

Führungskräfte als Digital Leader

Einen Schwerpunkt des diesjährigen Pulse Check bildete erneut das Themenfeld Management & Organisation. Die letzten Erhebungen hatten gezeigt, dass es bei Banken kaum digital fokussierte Führungskräfte und Anreizsysteme gibt, um die Digitalisierung in den einzelnen Häusern zielgerichtet voranzutreiben. Dies hat sich im aktuellen Pulse Check nicht geändert. Nach wie vor ist die Entwicklung digitaler Kompetenz zu unbestimmt und nicht konkret festgelegt. Bei 46 % der Banken spielen Digitalisierung in den Anreiz- und Vergütungssystemen keine Rolle. Agile Arbeitsmodelle, wie in Start-ups weit verbreitet, werden bei nahezu zwei Drittel der teilnehmenden Banken nicht angewandt, und lediglich in 10 % der Institute handelt die Mehrheit der Führungskräfte tatsächlich als Digital Leader.

Dr. André Ehlerding bemerkt abschließend: „Banken sehen sich einem wachsenden Finanzdienstleistungsangebot von Non-Banking-Plattformen ausgesetzt. Die Häuser richten sich darauf ein. Sie wissen, sie müssen ihre Kunden digital überzeugen. Ein Drittel der Institute hat vor, ein eigenes Ökosystem aufzubauen oder ist bereit, sich an entsprechenden Plattformen zu beteiligen. Kunden sind mehrheitlich der Meinung, dass Banken sich auf Finanzdienstleistungen oder verwandte Bereiche konzentrieren sollten und damit Vorteile bieten können.“

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Trotz Zinstief: 3,1 Mrd. Euro hätten Kreditnehmer 2018 an Zinsen sparen können

  • Der Durchschnitts-Ratenkredit ist im Internet durchschnittlich 37 Prozent günstiger als im Bundesdurchschnitt
  • Kreditzinsen unterscheiden sich immer stärker je nach Abschluss-Ort 
  • Kreditnehmer vertrauen Banken zu sehr

Verbraucher in Deutschland haben 2018 Ratenkredite im Wert von 105,67 Milliarden Euro aufgenommen (1). Wer seinen Kredit im Internet abschloss, zahlte im Schnitt 37,12 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Die Ursache dafür sind stetig sinkende Zinsen von im Internet abgeschlossenen Krediten (2). In den letzten sechs Jahren profitierten Verbraucher nie zuvor mehr von einem Online-Kreditabschluss als 2018. Das zeigen Daten der Bundesbank, Schufa und des Kreditportals smava (https://www.smava.de/). Hätten alle Kreditnehmer im letzten Jahr ihren Kredit im Internet abgeschlossen, hätten sie insgesamt 3,1 Milliarden Euro sparen können. Das sind 0,9 Milliarden Euro (41,60 %) mehr als 2017 (3).

Kreditzinsen unterscheiden sich immer stärker je nach Abschluss-Ort

Der effektive Jahreszins von Ratenkrediten in Deutschland unterscheidet sich immer stärker – je nachdem, wo der Kredit abgeschlossen wird. Der Unterschied wird jedes Jahr größer, weil die Zinsen von im Internet abgeschlossenen Krediten stetig sinken. In den letzten sechs Jahren ist der durchschnittliche Zinssatz im Internet abgeschlossener Kredite um 41,24 Prozent auf 3,69 Prozent in 2018 gesunken (2). Im selben Zeitraum sind die Zinsen im Bundesdurchschnitt nur um 14,22 Prozent auf 5,85 Prozent gesunken (1). Allerdings ist der Abwärtstrend offensichtlich vorbei. Denn seit 2017 sind die Ratenkreditzinsen im Bundesdurchschnitt leicht gestiegen (+1,39 %) (1). Für Kreditnehmer heißt das: Sie zahlten 2018 im Internet 2,15 Prozentpunkte weniger Zinsen als im Bundesdurchschnitt. Setzt sich diese Entwicklung 2019 fort, werden Kreditnehmer noch mehr von einem Kreditabschluss im Internet profitieren.

Online-Kreditabschluss spart 409 Euro (37 %) pro Kredit

Der Zinsunterschied bewirkt Preisunterschiede. Am Beispiel des Durchschnitts-Ratenkredits wird deutlich, wie stark sie 2018 ausfielen. Laut Schufa beläuft sich der durchschnittliche Ratenkredit auf 9.367,40 Euro und eine Laufzeit von 46,78 Monaten (4). Im Bundesdurchschnitt zahlten Verbraucher im letzten Jahr 1.101,24 Euro Zinsen für diesen Kredit. Der im Internet abgeschlossene Durchschnitts-Ratenkredit kostete 692,42 Euro Zinsen. Das ist ein Preisunterschied von 408,82 Euro (37,12 %). Rechnet man diesen Preisunterschied pro Kredit hoch auf alle, laut Schufa, 7,7 Millionen neu abgeschlossenen Ratenkredite pro Jahr, dann wird deutlich (4): Hätten alle Kreditnehmer im letzten Jahr ihren Kredit im Internet abgeschlossen, hätten sie insgesamt 3,1 Milliarden Euro sparen können.

Kreditnehmer vertrauen Banken zu sehr

Die Mehrheit der Kreditinteressenten hat kaum ein Bewusstsein für die Zins- und damit verbundenen Preisunterschiede. Laut Schufa werden vor einem Kreditabschluss im Schnitt nur 2,1 Kreditangebote verglichen (5). Die Angebote der Banken werden von Kreditinteressenten viel zu selten hinterfragt. Ihnen sollte bewusst sein, dass Banken nicht beraten, sondern verkaufen. Sie sind nicht daran interessiert, ihren Kunden den günstigsten Kredit, sondern den eigenen Kredit zu verkaufen. Deshalb informieren sie ihre Kunden in der Regel nicht darüber, wie attraktiv ihre Konditionen im Vergleich zu denen anderer Banken sind. „Wer ausschließlich auf die Empfehlung einer einzelnen Bank vertraut, riskiert, zu viel für seinen Kredit zu zahlen“, sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditportals smava.

Kreditportale stärken Verbraucher

Gehen Kreditinteressenten lediglich zu einer Bank, erhalten sie in der Regel auch nur das Angebot dieser Bank. Nutzen sie stattdessen ein Kreditportal wie smava.de, erhalten sie nicht nur deutlich mehr Angebote, sondern auch Angebote verschiedener Banken. So erhalten sie einen Überblick, wie hoch die Zinssätze verschiedener Banken auf Basis ihrer individuellen Kreditwürdigkeit sind. Kreditinteressenten können so vergleichen und den für sich passenden Kredit auswählen. „Kreditportale sind ein gutes Beispiel dafür, wie Verbraucher durch Digitalunternehmen gestärkt werden. Wir geben Verbrauchern einen wesentlich größeren Überblick über die Angebote am Markt und schaffen damit Transparenz“, sagt Alexander Artopé.

Datenquellen

  • Die Berechnung der Zins- und Kostenunterschiede erfolgte auf Basis dieser Datenquellen:
  • (1) Deutsche Bundesbank: MFI Zinsstatistik (Stand: 01.02.2019); Effektivzinssätze & Neugeschäftsvolumina / Banken DE / Neugeschäft / Konsumentenkredite an private Haushalte
  • (2) smava GmbH: alle über das Kreditportal smava.de abgeschlossenen und ausgezahlten Ratenkredite (Stand: 01.02.2019)
  • (3) smava GmbH: http://ots.de/qjrYdK (Stand: 13.02.2018)
  • (4) SCHUFA Holding AG: Kredit Kompass (Ausgaben 2014, 2015, 2016, 2017, 2018); Mittelwerte für die Jahre 2013 – 2017
  • (5) SCHUFA Holding AG: Kredit Kompass (Ausgabe 2018)

Privatanleger wünschen sich im Spätzyklus Anlageprodukte, die Flexibilität und eine Absicherung gegen Marktrisiken bieten

Erstes Makro-Barometer von J.P. Morgan Asset Management zeigt Wünsche deutscher Anleger

Viele Anleger sind verunsichert

Ein Großteil der deutschen Privatanleger ist sich bewusst, dass auch weiterhin unbeständige Märkte zu erwarten sind: Mit 76,4 Prozent erwarten drei Viertel der Befragten des Makro-Barometers sogar, dass die Schwankungen an den Börsen in Zukunft steigen werden. Diese Erkenntnis ist nach dem sprunghaften Anstieg der Volatilität in 2018 nicht ganz überraschend – sind doch unbeständige Märkte in dieser späten Phase des Konjunkturzyklus keinesfalls ungewöhnlich. Dass sich jedoch ein derart großer Teil der privaten Anleger in Deutschland darauf eingestellt hat, ist allerdings bemerkenswert.

Überhaupt fördert das aktuelle Makro-Barometer von J.P. Morgan Asset Management, das in diesem Jahr erstmals erhoben wurde, einige beachtliche Erkenntnisse zutage. Ziel der Befragung von 2.000 deutschen Frauen und Männern durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) war, das Verständnis für die Anlegerwünsche in dieser Phase des Zyklus zu stärken. Für die Teilnahme am Makro-Barometer wurden deshalb nur diejenigen Befragten ausgewählt, die laut eigenen Angaben bereits Investmenterfahrung haben oder am Thema Geldanlage beziehungsweise am aktuellen Weltgeschehen in Wirtschaft und Politik interessiert sind – insgesamt sind dies 1.719 Befragte oder 85,9 Prozent der Gesamtgruppe. Laut eigenen Angaben investieren aktuell unter den 2.000 Befragten 35,4 Prozent, 18,4 Prozent haben dies in der Vergangenheit bereits einmal getan, 62,8 Prozent interessieren sich für das Thema Geldanlage, und 70,7 Prozent fühlen sich gut über die Entwicklungen in Wirtschaft und Politik informiert. „Wir freuen uns, einen speziellen Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse derjenigen zu werfen, die eine gewisse Affinität zum Thema Investments mitbringen und von daher etwas weiter über den Tellerrand blicken, als viele deutsche Sparer“, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter von J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland.

Makrothemen bewegen die Märkte

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass sich ein Großteil der Befragten darüber bewusst ist, dass zyklische und strukturelle Entwicklungen der globalen Volkswirtschaften, auch Makrotrends genannt, die hauptsächlichen Treiber für die Kapitalmarktentwicklung sind – mit 62,5 Prozent sind es fast zwei Drittel der Teilnehmer des Makro-Barometers. Es zeigt sich angesichts des volatilen Marktumfelds jedoch auch ein gewisses Maß an Verunsicherung, denn mit 56,4 Prozent gab jeder zweite Befragte an, zwar die Nachrichtenlage über die makroökonomischen Entwicklungen zu verfolgen – was diese jedoch dann für die Geldanlage bedeutet, darüber herrscht Unsicherheit. Und so sind sich mit 64,5 Prozent rund zwei Drittel der Befragten einig, dass es im aktuellen sich im Wandel befindlichen Umfeld derzeit zu unsicher sei, an der Börse zu investieren. Entsprechend würden 67,7 Prozent der Befragten ihr Geld gern vor den Schwankungen an den Börsen schützen und 71 Prozent finden, Anlegern sollte es möglich sein, von den globalen volkswirtschaftlichen Entwicklungen profitieren zu können, auch wenn diese nicht positiv sind.

Immerhin ist diesem investmentaffinen Kreis der Befragten klar, dass Spareinlagen im aktuellen anhaltenden Niedrigzinsumfeld keine Alternative darstellen: so sehen 86,7 Prozent der Befragten in den einstmals sicheren Anlagehäfen derzeit keine geeignete Lösung für die langfristige Geldanlage und den Vermögensaufbau. 84,7 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass man bei der Geldanlage heute neue Wege gehen muss, um langfristig erfolgreich anlegen zu können.

Flexibilität top, Volatilität flop

Um zu ermitteln, welche Attribute diese „neuen Wege“ ausmachen, wurde die Gruppe der Befragten noch weiter spezifiziert, und zwar auf diejenigen, die tatsächlich investiert sind (707 Anleger – 35,4 Prozent der ursprünglichen Befragten). Diese wurden gebeten, verschiedene Möglichkeiten, die eine Geldanlage bieten sollte, nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen. Als wichtigste Eigenschaft einer Geldanlage wird dabei Flexibilität angesehen sowie auch die Möglichkeit, besondere Risiken – wie beispielsweise aktuell den Brexit – abzusichern. Den Befragten ist ebenfalls wichtig, dass eine Anlage weniger schwankt als der Aktienmarkt und dass es möglich ist zu profitieren, wenn die Märkte einmal nicht nach oben gehen. Ob der Gleichlauf zu anderen Anlagen hoch ist oder nicht, war den Befragten dabei am wenigsten wichtig.

Strategien für ein schwieriges Umfeld gesucht

Abschließend sollten die Befragten noch festlegen, was sie sich für ihr eigenes Portfolio wünschen. Nach rund 10 Jahren Wirtschaftsaufschwung machen sich mit 63 Prozent fast zwei Drittel der Befragten Gedanken, wie sie ihr Depot stabiler aufstellen können. Und so stimmen 72,2 Prozent der befragten Anleger zu, dass sie bereit sind, neue Wege in der Geldanlage zu gehen, um unabhängiger von Marktentwicklungen und traditionellen Anlagen zu sein. Deshalb suchen 73 Prozent andere Möglichkeiten zur Risikostreuung als Aktien und Anleihen und rund 82 Prozent wünschen sich eine Investmentlösung, die auch im schwierigen Marktumfeld positiv abschneiden kann.

Makro-Strategie als Baustein für stärkere Portfolios

In den letzen Jahren haben zunehmend Investmentstrategien von sich reden gemacht, die volkswirtschaftliche Entwicklungen als Basis nehmen und diese Makrothemen in flexiblen, breit gestreuten Mischfonds konsequent umsetzen. So können Anleger in die wichtigsten Makrotrends mit nur einer Lösung investieren. Der JPMorgan Investment Funds – Global Macro Opportunities Fund (WKN 989946) setzt seit über sechs Jahren konsequent und erfolgreich eine solche flexible Makro-Strategie um, die nicht nur die Möglichkeit einer traditionellen Aktien-/Anleihenmischung bietet. Als flexibler und gut diversifizierter Mischfonds, der aktuelle makroökonomische Themen identifiziert und in Anlagestrategien umsetzt, kann er sich neben klassischen Investments wie Aktien und Anleihen auch eines „erweiterten Werkzeugkastens“ bedienen. Das bedeutet, dass die erfahrenen Anlagespezialisten von J.P. Morgan Asset Management auch Relative Value-Strategien nutzen können. Dazu gehören Investitionen in Währungen, Derivate und Strategien, die sich auf relative Wertentwicklungen beziehen. Zusätzlich beinhaltet dies die Möglichkeit, kurzfristige Absicherungsstrategien im Fonds durchführen zu können (Hedging). Die hohe Flexibilität ermöglicht es zudem, Positionierungen und Engagements schnell an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen. Damit ist der Global Macro Opportunities Fund nicht zwingend abhängig von steigenden Kapitalmärkten und ist bestrebt in unterschiedlichen Phasen positive Erträge zu generieren. Das Ertragsziel des Fonds liegt bei 5,5 Prozent über Geldmarkt nach Kosten bei einer erwarteten Volatilität von unter 10% (beides nicht garantiert).

Zum Makro-Barometer 2019 von J.P. Morgan Asset Management

Das 1. Makro-Barometer von J.P. Morgan Asset Management basiert auf einer Befragung durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2.000 Frauen und Männern zwischen 18 und 65 Jahren, die das Internet nutzen. Die Befragung wurde durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im November 2018 in Form von Computer-Assisted Webinterviews durchgeführt. Die Studie erfasst das Anlageverhalten und Interesse der Privatanleger am Thema Geldanlage, Wirtschaft und Politik sowie ihre Einschätzung makroökonomischer Themen. Darüber hinaus stehen ihre Wünsche an Investments und Fondslösungen im aktuellen spätzyklischen Marktumfeld im Fokus.

Studie: Kunden wollen persönliche Daten nur ungern mit Unternehmen teilen

Pegasystems Inc. hat über 2.000 Konsumenten in Deutschland nach ihrem Verhältnis zum Sammeln von Daten für personalisierte Services befragt. Dabei zeigte sich, dass die Bereitschaft der Kunden, persönliche Daten an Unternehmen weiterzugeben, nach wie vor nicht groß ist, auch wenn es um die Optimierung persönlicher Services geht.

Daten über Kunden sind in der digitalisierten Wirtschaft für viele Unternehmen das wichtigste Gut. Kein Wunder, dass sie davon nicht genug kriegen können, vor allem, wenn sie mit personalisierten Services die Customer Experience und damit ihre Position im Wettbewerb verbessern wollen. Allerdings hat ihnen das unter anderem den Ruf von „Datenkraken“ eingebracht.

Wie die Kunden das Erfassen von persönlichen Daten im Rahmen von personalisierten Services sehen, hat Pegasystems nun in einer Studie überprüft. Dafür wurden im Oktober 2018 in Deutschland über 2.000 Erwachsene befragt.

Als wichtigstes Element von personalisierten Kundenservices sehen die Befragten die schnelle Reaktion auf Anfragen (27%), gefolgt von der Möglichkeit mit direkten Ansprechpartnern in Vertrieb oder Service sprechen zu können (21%). Weniger Wert legen die Kunden offenbar auf eine ständige Beziehung zu Ansprechpartnern; das ist nur für 10% wichtig. Auf einen 24/7-Support legen nur 6% der Befragten Wert. Auf das Angebot von Produkten oder Services entsprechend der Kundenhistorie sogar nur 5% – das dürften viele Unternehmen ganz anders sehen.

Die Kunden sind aber nicht generell abgeneigt, Unternehmen persönliche Daten mitzuteilen, wenn sie dafür mehr personalisierten Service erhalten. Es kommt allerdings sehr darauf an, um welche Informationen es sich dabei handelt. Die E-Mail-Adresse würden 57% der Befragten teilen, den eigenen Namen aber nur noch 41%, das Geburtsdatum 36%, die Anschrift 35%. Wenig überraschen dürfte, dass biometrische Daten wie Fingerabdruck nur von 4% und die DNA-Probe nur von 2% genannt werden. Erstaunlich ist jedoch, dass auch nur 3% der Befragten den Unternehmen mitteilen möchten, was sie zuletzt im Web gesucht haben, während es beim Kredit-Score immerhin noch 7% sind.

Natürlich vertrauen die Kunden nicht allen Unternehmen in gleichem Maße. Am meisten Vertrauen schenken sie nach wie vor den Banken – 42% der Befragten sehen dort ihre Daten gut aufgehoben. Deutlich weniger Vertrauensvorschuss erhalten öffentliche Stellen (25%) und Versicherungen (21%). Große Handelsplattformen wie Amazon kommen lediglich auf 17%, Online-Provider wie Outlook oder Gmail sogar nur auf 10%. Den Streaming-Diensten für Video oder Musik, wie Netflix oder Spotify, wollen nur 6% vertrauen, auch Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram werden von 6% genannt. Die niedrigen Werte zeigen, dass das Vertrauen in den Umgang mit persönlichen Daten insgesamt nur gering ist, denn auch den Banken wollen weniger als die Hälfte der Befragten vertrauen.

Die Kunden halten auch wenig von automatisierten Services in ihren Beziehungen zu Unternehmen. Während Themen wie Chatbots, Künstliche Intelligenz oder Spracherkennung für Unternehmen gerade auch im Kundenservice und zur Optimierung der Customer Experience einen hohen Stellenwert haben, sind die Betroffenen – also die Kunden – hier sehr zurückhaltend. 30% der in der Pega-Umfrage Befragten meinen, sie würden immer einen Menschen als Ansprechpartner bevorzugen, weitere 28% häufig und 24% manchmal. Nur 8% würden den Menschen selten und 9% nie als Ansprechpartner bevorzugen.

Pega Survey 1

Allerdings kommt es sehr darauf an, für welche Aufgaben automatisierte Services eingesetzt werden. Den Abschluss einer Versicherung oder eines Kreditvertrages wollen jeweils 40% der Befragen mit einem „echten“ Menschen vornehmen, sei es telefonisch oder im persönlichen Kontakt. Auch bei Beschwerden werden menschliche Ansprechpartner bevorzugt (41%). Für das Buchen von Urlaubsreisen präferieren jedoch nur 31% einen solchen, für den Check-in am Flughafen lediglich 28%. Wenig Distanz zu automatisierten Services gibt es beim Bestellen von Taxis und bei Lieferdiensten, hier legen bloß 17% beziehungsweise 10% der Befragten Wert auf einen „echten“ Gesprächspartner.

Pega Survey 2

„Unsere Umfrage zeigt, dass die Kunden in der Regel noch weit von dem entfernt sind, was sich die Unternehmen hinsichtlich der Optimierung der Customer Experience vorstellen“, erklärt Harald Esch, Geschäftsführer und Vice President Sales DACH bei Pegasystems in München. „Wer beim Aufbau einer soliden Datenbasis und bei der Automatisierung von Services Erfolg haben will, muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten.“

Studie: B2B-Fintechs fassen auch 2018 nicht Fuß

  • Zusammenarbeit zwischen Banken und B2B-Fintechs nimmt zu
  • Kundenzugang wertvollstes Asset
  • Agile Strukturen stehen hierarchisch geprägten gegenüber

Anbieter von innovativer Finanztechnologie („Fintechs“) haben im Firmenkundengeschäft 2018 nicht nachhaltig Fuß fassen können. Zwar haben sich Fintechs und Banken in der Zusammenarbeit weiter angenähert, das anhaltend schwierige Marktumfeld birgt für beide Akteure allerdings nach wie vor gewaltige Herausforderungen: Unternehmenskunden vermeiden eher Risiken, haben eine extrem geringe Fehlertoleranz und treiben Innovationen nicht voran. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige B2B-Fintech-Studie „Liebe auf den dritten Blick“, (die Interviews dazu siehe hier) die die Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland und die ING in Deutschland gemeinsam mit FINANCE-Research durchgeführt haben.

Geteilter Kunde, volles Potenzial

Für Fintechs und Banken ist der Kundenzugang nach wie vor das wertvollste Asset. Die Erkenntnis, dass ein geteilter Kunde in Summe für beide Seiten ein wertvoller Kunde sein kann, setzt sich mehr und mehr durch. Kooperationsmodelle zwischen Fintechs und Banken folgen noch keinem festen Schema. Bisher haben sich aber insbesondere Produktpartnerschaften, White-Labeling-Lösungen oder Plattformkooperationen durchgesetzt. Die Flexibilität von Fintechs, zusätzliche Teile der Wertschöpfungskette zu übernehmen, bietet außerdem weiteres Kooperationspotenzial. Zu wenig beachtet wird oftmals die juristische Seite einer Kooperation: Fintechs, die als Dienstleister für Banken auftreten, fallen in den Regulierungskreis von Banken. Fintechs im Besitz von Banken unterliegen zusätzlich den Konzern-Policies. Das kann gravierende Folgen haben, zum Beispiel bei der Mitarbeiter-Vergütung. „Fintechs tun sehr gut daran, eine enge Beziehung zur Aufsicht zu pflegen, vor allem dann, wenn sich die Regulatorik oder das Geschäftsmodell ändert“, ergänzt Andrea München, Partnerin bei CMS Deutschland. „Der Regulierungsrahmen wird weiter ausgeweitet und immer mehr Fintech-Aktivitäten fallen nach Auffassung der BaFin in den aufsichtspflichtigen Bereich.“

Blick über den Tellerrand erfolgsentscheidend

Banken lernen von Fintechs und werden in Teilen sogar selbst zu solchen: Sie schaffen Digital Hubs, um das eigene Entwicklungs-Know-how aufzubauen, ihre Digitalkompetenz zu beweisen und das eigene Markt- und Technikverständnis zu verbessern. Gleichzeitig analysieren sie das Potenzial von Fintechs. Diese arbeiten oft in agilen Strukturen während das Arbeiten in Banken traditionell hierarchisch geprägt ist. „Der Blick über den Tellerrand ist auch in Sachen Agilität erfolgsentscheidend“, sagt Andreas Becker, zuständig für die Corporate- & Public Clients des Firmenkundengeschäfts der ING in Deutschland. „Agilität ist für uns eine Denkweise und eine Philosophie. Sie hilft uns dabei, das Angebot der Bank schneller an die Veränderungen des Marktes anzupassen und so die Bedürfnisse der Kunden schneller und effizienter zu bedienen.“

Make or Buy?

Banken haben typischerweise keine eigene Fintechstrategie. Der Umgang mit ihnen ist vielmehr in die Digitalisierungsstrategie der Bank eingebettet. Dadurch stehen die Banken mit Blick auf die Fintechs vor der zentralen Frage: „Make or Buy?“. In der Anbahnung einer Kooperation müssen Fintechs die Bedenkenträger in den Banken überzeugen. Ist diese Hürde überwunden, wartet die nächste Aufgabe – den Firmenkundenbetreuer dafür gewinnen, das Angebot beim Kunden zu platzieren. Fintechs stehen mit ihren Angeboten häufig im Wettbewerb zu den internen Produkteinheiten der Bank, die alle um die Aufmerksamkeit des Vertriebs wetteifern.

Die Parameter der Studie

Die aktuelle Studie schließt an die erste B2B-Fintech-Studie „Gegner, Partner, Helfer – Fintechs und das Firmenkundengeschäft der Banken“ von 2017 an, die den Markt quantitativ vermessen hat. Der Fokus dieser Studie liegt ebenfalls wieder ausschließlich auf dem Firmenkundengeschäft. Basis der Studie sind Erkenntnisse aus 20 Tiefeninterviews. Gesprächspartner waren neben Fintechs und Banken auch Berater und Investoren.

Kryptowährungen: 934 tote Digitalwährungen (Infografik)

Der Erfolg des Bitcoins hat in den letzten beiden Jahren zu einem weltweiten Boom der Digitalwährungen geführt. Die Seite coinmarketcap.com listet aktuell über 2.000 aktive Kryptocoins. Dagegen hat sich deadcoins.com der dunklen Seite des Hypes verschrieben. Auf der Seite sind aktuell 934 gescheiterte Digitalwährungen aufgeführt, sortiert nach den Gründen ihres Endes. Demnach sind 72,9 Prozent der „Sterbefälle“ von Börsen ausgelistet worden, weisen kein Handelsvolumen oder Nodes mehr auf oder wurden von ihren Entwicklern wegen finanziellem Misserfolg aufgegeben; weitere 19,4 Prozent entpuppten sich als Betrug.

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