Unsicherheiten halten Zinsen für Baukredite tief

Bauzins-Trendbarometer sieht kurzfristig gleichbleibend niedrige Konditionen und auf Jahressicht nur begrenztes Aufwärtspotenzial bei Immobilienkrediten.

Für Immobilienkäufer bleibt das Zinsumfeld attraktiv. Die Konditionen für zehnjährige Darlehen sind im Lauf des Januars nochmals etwas gefallen und liegen Anfang Februar bei vielen Anbietern unter 1,3 Prozent. „So unsicher das neue Jahr politisch und wirtschaftlich gestartet ist, so sicher scheint, dass die Immobilienfinanzierung dank niedriger Zinsen auch in 2019 für viele Menschen erschwinglich bleibt“, erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen, im aktuellen Interhyp-Zinsbericht.

Interhyp-Zinsbericht

Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) in 2018 versucht, eine Normalisierung der Geldpolitik in die Wege zu leiten. Die erste Notenbanksitzung im Januar zeigte jedoch, dass die in 2019 angepeilte Zinswende auf 2020 verschoben werden könnte. Auch die US-Notenbank äußerte sich zuletzt deutlich vorsichtiger als noch im letzten Jahr. „Ob Brexit, Konjunkturschwächen oder der Handelsstreit: Viele Unsicherheiten halten die Zinsen auf niedrigem Niveau“, erklärt Mohr. Unsicherheiten führen zu einer starken Nachfrage nach sicheren Anleihen wie der zehnjährigen Bundesanleihe, sodass die Renditen dafür sinken. Das hat niedrige Bauzinsen zur Folge, da sich diese an den Renditen der langfristigen Anleihen und Pfandbriefe orientieren.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das Interhyp Bauzins-Trendbarometer, eine monatliche Befragung von Zinsexperten unter zehn deutschen Kreditinstituten. In den nächsten Wochen prognostiziert die Mehrheit gleichbleibende Konditionen. Auf Sicht von einem halben Jahr bis zu einem Jahr gehen die meisten Experten aber eher von höheren Bauzinsen aus – halten das Anstiegspotenzial jedoch für begrenzt.

Sparer sehen den Zinsausblick überwiegend kritisch. Immobilieninteressenten mit Finanzierungsbedarf können laut Interhyp von der Situation profitieren und das Zinstief als Fundament einer soliden Finanzierung nutzen. „Damit es für Immobilienkäufer in Zeiten höherer Zinsen kein teures Erwachen gibt, gilt es, schon bei Abschluss der Finanzierung die Weichen für eine spätere Schuldenfreiheit zu stellen. Je früher die Schuldenfreiheit erreicht werden soll, desto höher sollte die Tilgung sein. Wer seinen Kredit bis zum Renteneintritt abbezahlen will, sollte die Tilgung entsprechend anpassen“, sagt Mohr.

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Umfrage: Banken verweigern digitale Geschäftsmodelle

Zwei Drittel der Banken in Deutschland wollen an ihrem bestehenden Geschäftsmodell festhalten. Nur 44 Prozent sehen sich veranlasst, ihre digitalen Angebote auszubauen. An der Veränderungsfähigkeit allgemein wollen gerade mal 38 Prozent arbeiten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Procedera Consult. Befragt wurden 104 Fach- und Führungskräfte aus der Bankbranche.

Den größten Handlungsdruck verspüren die Institute derzeit bei den Kosten. 63 Prozent der Banken wollen weniger Geld für den Betrieb ausgeben. Mit 69 Prozent liegt der Anteil der Institute, die an den internen Abläufen etwas verändern wollen, zwar noch höher. Doch häufig zielen die geplanten Anpassungen bei Prozessen darauf ab, günstiger und schneller zu arbeiten oder den gesetzlichen Auflagen besser zu genügen. 27 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte bestätigen, dass viele Entscheider die Bankenaufsicht BaFin inzwischen als wichtigsten Kunden betrachten. „Der Endkunde genießt immer noch zu selten die höchste Aufmerksamkeit von Bankvorständen“, warnt Gisbert Beckmann, Geschäftsführer von Procedera Consult.

Besonders kritisch ist es um die Digitalisierung im Bankwesen bestellt. Aktuell arbeitet nur knapp ein Drittel der Institute an neuen Digitalangeboten. 16 Prozent, kaum jedes sechste Institut, ist mit der dringend notwendigen Modernisierung des Kernbanksystems beschäftigt. Gleichzeitig gilt die veraltete Technik als einer der größten Bremsklötze für die Digitalisierung. Probleme bereiten vor allem Prozesse, die sich wegen Beeinträchtigungen im Herzen der IT nicht durchgängig digital abbilden lassen. „Viele Institute arbeiten mit Behelfslösungen, die um das Kernbanksystem herum aufgebaut werden, um eine digitale Fassade aufzubauen“, so Beckmann. „Die Echtzeitbuchung auf dem Smartphone entpuppt sich häufig als ein in Umsystemen zwischengespeicherter Auftrag, der erst über Nacht in die zentrale Datenbank geschrieben wird.“

Beckmann vertritt die Ansicht, dass Banken jetzt damit beginnen sollten, intensiv Personal in IT und Betriebsorganisation aufzubauen. Künftig müssten die Institute vor allem bei den Prozessen und der Zusammenarbeit mit digitalen Partnern aufschließen. „Verglichen mit den USA stehen die deutschen Banken heute schlechter da als noch vor der Finanzkrise“, resümiert Beckmann. „Die Branche hierzulande war zu zaghaft und hat sich zu wenig selbst hinterfragt.“

Über die Studie

Im April und Mai 2018 hat Procedera Consult 104 Fach- und Führungskräfte aus der Bankbranche online zum Stand des Prozessmanagements befragt. Die Befragten stammen aus Instituten mit einer Bilanzsumme von mehr als 10 Mrd. Euro (8 Prozent), 5 bis 10 Mrd. Euro (33 Prozent), 1 bis 5 Mrd. Euro (50 Prozent) sowie weniger als 1 Mrd. Euro (9 Prozent). Sie arbeiten in den Abteilungen IT, Kundenservice, Kreditwesen, Vertrieb, Controlling, Interne Revision und Bankorganisation.

Studie: Bankkunden bereit für Datenpakt mit ihren Geldinstituten – Deutlicher Vertrauensvorsprung gegenüber anderen Branchen

72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt höheres Vertrauen. Wenn Kunden einen klaren Mehrwert erkennen, sind sie durchaus bereit, ihrer Bank die Daten zur Verfügung zu stellen. Eine gute Grundlage, auf der Banken um die Erlaubnis bitten können, Kontodaten systematisch auszuwerten. Banken müssen keine Scheu haben, diesen Schritt zu gehen. Rund die Hälfte der Bankkunden meint irrtümlich ohnehin, dass eine solche Auswertung bereits stattfindet und stört sich nicht daran. Dies sind Ergebnisse der „Bankkunden-Studie 2018 – Digitale Dienste“ der Unternehmensberatung Berg Lund & Company, für die 2.000 deutsche Bankkunden befragt wurden.

Banken gelten als erfahren und verlässlich im Umgang mit vertraulichen Informationen. Knapp drei von vier Deutschen geben an, dass sie ihrem Kreditinstitut in Bezug auf Datenschutz vertrauen. Bei Onlinehändlern sind es nur gut 40 Prozent der Befragten, bei sozialen Netzwerken wie Facebook gerade einmal 22 Prozent. „Grundsätzlich fühlen sich die Kunden bei den Banken gut und sorgsam betreut“, sagt Dr. Thomas Nitschke, Senior Partner bei Berg Lund & Company. „Wenn Banken die Erlaubnis zur Datenauswertung erbitten und damit spürbare Vorteile versprechen, sind die Kunden in der Regel bereit, ihrem Geldinstitut relevante Daten bereitzustellen.“

Mehrwertdienste machen den Unterschied

Vorteilhaft aus Kundensicht sind die Vereinfachung von Bankgeschäften, etwa durch die Freigabe von Kontaktdaten, um sich die Eingabe von IBANs und BICs sparen zu können, oder unmittelbare Dienstleistungen, wie der Filial- und Geldautomatensucher auf Basis der eigenen Standortdaten. Knapp die Hälfte der Kunden ist bereit, für solche Mehrwerte die eigenen Daten preiszugeben. Auch persönlich zugeschnittene Angebote sind aus Kundensicht vorteilhaft. Hierfür sind immerhin vier von zehn Kunden zur Bereitstellung der Daten bereit. „Mehrwertdienste und Werbeansprache lassen sich gut kombinieren“, rät BLC-Experte Nitschke. „Hat etwa der Kunde sowohl die Standortbestimmung als auch den direkten Kontakt gestattet, so können Bankberater ihn zu Kaffee und Beratung einladen, wenn er in Filialnähe ist – am besten mit einem kundenbezogenen Anlass und einem Dankeschön.“

Generell ist die Bereitschaft zur Datenverwertung bei jüngeren Kunden stärker ausgeprägt: Bei den unter 40-Jährigen erlauben 51 Prozent persönlich zugeschnittene Angebote. Bei den Kunden ab 50 Jahren sind es nur 36 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit den Zustimmungsraten zur Datenfreigabe für die Vereinfachung von Bankgeschäften. Aber selbst unter älteren Bankkunden sind immerhin 40 Prozent damit einverstanden.

Ohne Erlaubnis geht nichts

Bei der Nutzung digitaler Dienstleistungen ist es einer überwältigen Mehrheit der Kunden wichtig, dass ihre Daten nur mit Erlaubnis verwandt werden: Bei der Auswertung von Kontobewegungen etwa sehen 96 Prozent der Bankkunden eine vorherige Erlaubnis als erforderlich an. In vielen Fällen haben die Banken ihre Kunden aber noch gar nicht um Datenauswerte- und Anspracheerlaubnisse gebeten. „Die Banken müssen sich mit solchen Anliegen nicht zurückhalten“, so Nitschke. „Ihnen kommt sogar ein weit verbreitetes Missverständnis bei Kunden zugute: Viele gehen davon aus, dass ihre Kontobewegungen ohnehin schon regelmäßig für Werbezwecke analysiert werden. Sie sind damit einverstanden oder haben sich zumindest damit abgefunden.“ Insgesamt glauben 56 Prozent der Bankkunden, dass ihre Daten entweder automatisch oder individuell durch ihren Bankberater ausgewertet werden. Eine solche Praxis ist jedoch verboten, sofern der Kunde nicht ausdrücklich zugestimmt hat.

Insgesamt zeigt sich trotz des grundsätzlichen Vertrauens eine große Unsicherheit in der Frage, wie die Banken diese Daten genau nutzen: Insgesamt 71 Prozent aller Befragten geben an, es nicht zu wissen oder tippen auf die falsche Antwort. Letztere glauben, dass automatische Auswertungen stattfinden. „Für die Kreditinstitute liegt hierin eine Chance“, sagte Nitschke. „Sie können mit ihren Kunden einen Datenpakt schließen: Die Banken garantieren die Verwendung der Daten ausschließlich zu genehmigten Zwecken und schaffen somit Transparenz. Im Gegenzug können sie sich die Dinge erlauben lassen, von denen die Kundschaft ohnehin glaubt, dass sie bereits geschehen. So wird für die Zukunft ein wesentlich zielgenaueres Marketing möglich, von dem Bank und Kunde gleichermaßen profitieren.“

Über die Studie

Für die bevölkerungsrepräsentative „Bankkunden-Studie 2018 – Digitale Dienste“ wurden im Auftrag von Berg Lund & Company (BLC) insgesamt 2.000 deutsche Bankkunden im Alter zwischen 20 und 69 Jahren befragt. Die Befragung wurde im zweiten Quartal 2018 durchgeführt.

Studie: Der Abstieg der Großbanken setzt sich fort

Die finanzielle Situation von neun der zehn größten Kreditinstitute in Europa hat sich 2017 verschlechtert

  •  Cost-Income-Ratio der Großbanken liegt weit über Branchenniveau
  • Insgesamt aber steigen im europäischen Bankensektor Effizienz und Profitabilität
  • Jedes vierte Institut kämpft ums Überleben, betroffen ist vor allem Südeuropa

Der Abstieg der Großbanken setzt sich fort

Der seit Jahren anhaltende Niedergang der europäischen Großbanken geht weiter. Nur einem der zehn größten Kreditinstitute auf dem alten Kontinent gelang im vergangenen Jahr eine Verbesserung seiner finanziellen Position. Das zeigt die aktuelle Studie „Slow Slide? Europe’s Largest Banks Face Eroding Financial Positions“ der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 100 Banken analysiert wurden.

„Die großen Banken arbeiten nach wie vor mit zu hohen Kosten“, betont Dr. Dirk Vater, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Cost-Income-Ratio der zehn größten Institute in Europa liegt mit 69 Prozent 9 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der anderen Banken. „Nur wenn sich die großen Banken endlich auf profitable Kundensegmente und Geschäftsfelder konzentrieren und ihre Digitalisierung entschlossen vorantreiben, können sie den Wiederaufstieg schaffen“, so Vater.

Vorbereitung auf möglichen Abschwung notwendig

Branchenweit sank die Cost-Income-Ratio 2017 um 3 Prozentpunkte auf 60 Prozent, wobei nach wie vor deutsche und britische Banken schwächer abschneiden als die Konkurrenz. Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis gemessen an den risikogewichteten Aktiva um 0,3 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent. „Trotz aller Herausforderungen konnten Europas Banken 2017 ihre Profitabilität steigern“, stellt Bankenexperte Vater fest.

Weitere Kennzahlen unterstreichen den Aufwärtstrend. So nahm branchenweit die Ausstattung mit Kernkapital (Tier 1) um 1 Prozentpunkt zu auf 16 Prozent. Der Anteil des Eigenkapitals an den risikogewichteten Aktiva stieg ebenso wie die Liquidität. Der Anteil ausfallgefährdeter Kredite und die Zahl entsprechender Abschreibungen sanken. „Noch profitieren die Banken von der guten Konjunktur“, erklärt Vater. „Doch sowohl große als auch kleinere Institute sind gut beraten, sich auf einen möglichen Abschwung vorzubereiten.“

Deutsche und britische Banken mit Schwächen im Geschäftsmodell

Wie bedrohlich die Lage einzelner Kreditinstitute schon heute ist, zeigt der inzwischen zum fünften Mal durchgeführte Gesundheitscheck von Bain anhand eines Scoring-Modells (Abb. 1). Es umfasst drei Dimensionen und gibt so einen umfassenden Überblick über die Robustheit der Geschäftsmodelle der einzelnen Banken: Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Rahmenbedingungen. Die Bain-Analyse basiert auf den Abschlüssen der Institute selbst, aber auch auf Daten von Anbietern wie SNL Financial oder Moody’s und verdichtet eine Vielzahl von Kennzahlen. Die Scoring-Ergebnisse lassen sich vier Kategorien zuordnen:

1. Gewinner: 32 Prozent der Banken weisen bei nahezu allen Kennzahlen bessere Werte aus als die Konkurrenz. Es handelt sich vor allem um Häuser aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien. Wermutstropfen: 2016 zählten noch 38 Prozent der Institute zu dieser Kategorie.

2. Schwächen im Geschäftsmodell: 23 Prozent der Banken kämpfen mit Defiziten in ihren Geschäftsmodellen, verfügen aber zumindest über eine robuste Bilanz. Dies gilt insbesondere für deutsche und britische Institute.

3. Schwächen in der Bilanz: 19 Prozent hinken bei den Bilanzkennzahlen hinterher. Solche Schwächen machen Banken verwundbar und bringen sie in die Nähe der Kategorie Sorgenkinder. In dieser Gruppe befinden sich vor allem spanische Häuser.

4. Sorgenkinder: 26 Prozent der Banken sind in besorgniserregendem Zustand – ein Wert, der nur 2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres liegt. Hier finden sich speziell italienische, griechische, portugiesische und zypriotische Institute. Sämtliche Banken, die in den vergangenen zehn Jahren gescheitert sind, sowie zahlreiche Häuser, die an Zusammenschlüssen beteiligt waren, sind zuvor in dieser Kategorie gewesen.

Mit Blick auf die Sorgenkinder ist Bain-Partner Vater überzeugt: „Die Konsolidierung im europäischen Bankensektor geht weiter.“ Wer unabhängig bleiben wolle, benötige vor allem finanzielle Stärke. Und die wiederum sei eng mit loyalen Kunden verknüpft. So liegt der Net Promoter Score® (NPS®), eine entscheidende Kennzahl zur Messung der Kundenloyalität, bei den Gewinnern im Schnitt 20 Prozentpunkte höher als bei Sorgenkindern. Diese Banken gehen besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein, lösen deren Probleme und machen Bankgeschäfte einfach und digital. „Ein passendes Geschäftsmodell für alle Banken gibt es nicht“, so Vater. „Doch es gibt für jede Bank die richtige Lösung.“

Net Promoter Score® (NPS®)

Bain & Company misst die Kundenloyalität seit mehr als zehn Jahren branchen- und länderübergreifend mit dem Net Promoter Score® (NPS®). Diese Kennzahl ergibt sich aus den Antworten auf eine einzige Frage: „Auf einer Skala von null bis zehn, wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre Bank einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“ Die Antworten werden drei Kategorien zugeordnet. Dabei hat sich gezeigt, dass nur Werte von neun oder zehn für wirklich loyale Kunden stehen („Promotoren“), sieben und acht Passive sind und Bewertungen von sechs oder weniger als Kritiker eingestuft werden müssen. Wird der Anteil der Kritiker von dem der Promotoren subtrahiert, ergibt sich der NPS.

Regulierungswelle: Banken erwarten Dämpfer für ihr Geschäft, aber auch schnelleren Datentransfer und höhere Datensicherheit

Im Zuge der aktuellen sowie anstehenden Regulierungswelle rechnen die meisten Kreditinstitute in Deutschland mit negativen Auswirkungen. 40 Prozent befürchten, dass die Umsetzung der zahlreichen neuen Banken-Vorschriften den Ablauf ihrer Geschäftsprozesse stören wird. 26 Prozent sehen Nachteile für Entscheidungsprozesse voraus, vier Prozent sogar erhebliche Probleme.

Positive Effekte erwarten die meisten Banken hingegen für andere Bereiche. So rechnen beispielweise 82 Prozent der Kreditinstitute mit einer Schubkraft für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Weitere 70 Prozent bauen darauf, dass Risiken künftig besser identifiziert werden können. Das sind Ergebnisse der Studie „Regulatorischer Stauatlas 2017“ der Unternehmensberatung PPI AG, für die Führungskräfte von Kreditinstituten zu Stand, Ausblick und Herausforderungen bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen befragt wurden.

Die Prognosen fallen je nach Institutsform und Größe (Bilanzsumme) unterschiedlich aus. Banken, die sich für die fristgerechte Umsetzung vieler neuer Vorschriften gut gerüstet fühlen, erwarten im Zuge der Regulierungsanpassungen eher positive interne Effekte, als diejenigen, die noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung haben.

Insbesondere Privat-, Geschäfts- und Spezialbanken haben eine positive Erwartungshaltung hinsichtlich der Identifizierung und Messung von Risiken. Sparkassen und genossenschaftliche Kreditinstitute vermuten dagegen häufiger, dass sie hausintern mit der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen besser vorankommen werden. Größere Institute – mit einer Bilanzsumme ab fünf Milliarden Euro – erwarten im Rahmen der Regulierungsanpassungen positive Effekte auf die vernetzte Betrachtung von regulatorischen Anforderungen sowie der hauseigenen Risikokultur. Entsprechende Anforderungen resultieren insbesondere aus der 5. MaRisk-Novelle.

Schnelle Verfügbarkeit und Zuordnung von Daten

Vorteile werden insbesondere in der Datenverarbeitung gesehen. 72 Prozent der Kreditinstitute erwarten positive Effekte vor allem hinsichtlich der Leistung (Performance), zum Beispiel aufgrund von Anforderungen zur schnellen Datenverfügbarkeit und Datenaggregation. Datensicherheit beziehungsweise den Schutz vor Cyberkriminalität erhoffen sich zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten. Mehr Profitabilität durch fortschreitende Digitalisierung, durch weitere Vereinfachung von Prozessabläufen oder durch neue Möglichkeiten von Data Analytics sehen 62 Prozent.

„Die Umsetzung der relevanten Banken-Vorschriften sollte gleichzeitig als Innovationstreiber verstanden werden, zumindest was das Meldewesen und die IT-Prozesse betrifft“, sagen die Leiter der Studie, Monika Kornet (Managing Consultant Compliance) und Dennis Dünow (Consultant Risikomanagement). „Die Vernetzung digitaler Prozesse macht die Banken letztlich fit für die Zukunft. Genauso wichtig ist es allerdings, die Kosten von IT-Projekten durch ein vernünftiges Management und den Einsatz von Ressourcen, Fachkräften und Software in einem angemessenen Rahmen zu halten.“

SREP und Risikodatenaggregation sorgen für die höchsten Aufwände

Die Kosten spielen eine zentrale Rolle für die Umsetzung der zahlreichen Regulierungsvorhaben. Der Studie zufolge sehen die befragten Banken die größten Investitionsaufwände im SREP, der Risikodatenaggregation von BCBS 239, PSD2, AnaCredit, des 2. FiMaNoG inkl. MiFID II und MiFIR sowie der Digitalisierung von Kreditprozessen. Privat-, Spezial- und Geschäftsbanken schätzen ihre Investitionsaufwände für AnaCredit und die Digitalisierung von Kreditprozessen – vorrangig resultierend aus BCBS 239, MaRisk und BAIT – besonders hoch ein. Auch knapp 90 Prozent der größeren Institute sehen hierfür vergleichsweise hohe Investitionsaufwände.

Die durchschnittlichen Kosten für die Umsetzung der Regulierungsvorgaben sind laut Angaben der befragten Institute für 2016 und 2017 auf einem vergleichbaren Niveau. Im Rahmen der Gesamtinvestitionen wird der höchste Anteil für die Umsetzung ausgegeben. Neben den einmaligen Projektausgaben betragen die laufenden Kosten knapp ein Drittel (31 Prozent) und die Kosten für Überprüfung und Anpassung knapp ein Viertel der Gesamtausgaben (23 Prozent).

Zur Studie

Die Studie „Regulatorischer Stauatlas 2017“ der PPI AG untersucht den aktuellen Stand sowie die Planung der Kreditinstitute in Deutschland zur Umsetzung der derzeit zentralen regulatorischen Anforderungen aus den Bereichen Risikomanagement, Compliance und Zahlungsverkehr.

Die Ergebnisse stellen die damit verbundenen, aktuellen Herausforderungen und Umsetzungsaufwände der Finanzinstitute dar. Gleichzeitig zeigen sie Handlungsfelder und Entwicklungspotenziale auf, die sich für die Institute im Rahmen der Regulierungsagenda ergeben.

Untersuchungsdesign

Im Rahmen einer CATI-Befragung (Computer Assisted Telephone Interview) wurden im Mai und im Juni diesen Jahres 50 Führungskräfte in Banken aus den Bereichen Geschäftsführung, IT, Finanzen, Risikomanagement, Controlling, Meldewesen, Legal, Compliance und Interne Revision befragt. Die Studie ist hier abrufbar.

Studie: Banken gehen FinTech-Kooperationen im Kreditgeschäft aus dem Weg

  • Studie belegt: Bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts setzen nur wenige deutsche Banken auf Zusammenarbeit mit FinTechs
  • Institute erwarten sich von den Start-Ups keine wesentlichen Impulse für ihr Geschäft 
  • Zugleich spüren Banken verschärften Wettbewerbsdruck durch die junge Konkurrenz

FinTechs spielen für Banken bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts kaum eine Rolle. Nicht einmal jedes zehnte Institut setzt auf strategische Kooperationen mit einem FinTech. 14 Prozent der Institute haben FinTechs zumindest teilweise in ihre Digitalstrategie für das Privatkundengeschäft einbezogen. Im Firmenkundengeschäft scheinen die Banken etwas weiter zu sein. Dort setzt immerhin ein Drittel teilweise auf Kooperationen mit den Start-Ups. Dies sind Ergebnisse einer detaillierten Befragung von 43 deutschen Universalbanken, Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Quelle PwC

Keine wesentlichen Impulse erwartet

Die Institute sehen laut Studie bisher auch wenig Veranlassung, mit FinTechs zu kooperieren. Stärkere Impulse durch eine Zusammenarbeit werden höchstens für die Vertriebskanäle erwartet: Im Bereich Konsumentenkredit sieht das ein Drittel der Befragten so, im Bereich Baufinanzierung rechnet die Hälfte damit. Insgesamt entstehen aber aus Sicht der Banken keine wesentlichen Potenziale aus der Zusammenarbeit mit FinTechs. So erwarten drei Viertel der Institute im Konsumentenkreditgeschäft explizit keine Auswirkungen auf Marketing und Image und auf Schnittstellen. Die Hälfte der Befragten verneint Konsequenzen für das Produktportfolio. 60 Prozent halten die Prozesse für unberührt von möglichen FinTech-Kooperationen.

„Die Banken gehen das Thema FinTech-Kooperationen bislang kaum strategisch an. Sie sehen offenbar keinen Mehrwert darin, von den Kernkompetenzen des Gegenübers zu lernen. Damit vergeben die Institute aber die Chance, sich noch gezielter mit innovativen Produktangeboten am Markt hervorzuheben“, sagt Tomas Rederer, Partner bei PwC im Bereich Financial Services.

Wettbewerbsdruck: Banken sehen keinen Zwang zur Kooperation

Dabei sehen die Kreditinstitute durchaus einen erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund des Markteintritts neuer Konkurrenz – vor allem spezialisierter FinTechs, die bisher nur begrenzt regulatorischen Anforderungen unterliegen. Knapp jeder zehnte Befragte geht davon aus, dass dieser Druck in den kommenden drei Jahren noch zunehmen wird. „Umso erstaunlicher, dass die Banken sich mehrheitlich gegen Kooperationen mit FinTechs zu sträuben scheinen“, so PwC-Experte Rederer. Sein Rat: „Die Banken müssen ihre Angebote weiterentwickeln und ihr digitales Profil schärfen, etwa durch den Aufbau eines digitalen Partner-Ökosystems.“ Von der Kooperation mit neuen Marktteilnehmern könnten beide Seiten lernen und so das eigene Geschäftsmodell weiterentwickeln.

Über die Studie

Für die Studie „Effizienz der Kreditprozesse in deutschen Kreditinstituten 2017“ wurden 43 deutsche Kreditinstitute aus allen Sektoren (Universalbanken, Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken) durch PwC befragt. Die Teilnehmer sind im Wesentlichen kleinere und mittlere Institute.

Banken: Social Media-Erfolg stellt sich nur im Zusammenspiel mit anderen Kanälen ein

Viele Institute denken darüber nach, wie sie Social Media in ihrem Kanal-Mix optimal einsetzen. Der direkte Geschäftsabschluss gehört bei den Kreditinstituten nicht zu den Top 5-Anwendungsfeldern von Social Media. Die Personalsuche, das Bekanntmachen neuer Produkte und soziale Medien als Anlaufstelle für Kundenfragen haben deutlich Priorität. “Wie in anderen Branchen erleben Banken und Sparkassen auch, dass Social Media vor allem ein Kanal sind, um den Kontakt zum Kunden zu halten. Selbst wenn Vertriebsaktionen durch Apps oder Facebook-Kampagnen tatsächlich zu neuen Kunden geführt haben, halten sich die Deckungsbeiträge häufig in Grenzen”, sagt Klaus Schilling, Bankenexperte von Steria Mummert Consulting.

Um das Potenzial eines Facebook-, Twitter- oder Xing-Auftritts auszuschöpfen, rückt das Zusammenspiel aller eingesetzten Kommunikations- und Vertriebswege noch mehr in den Fokus. “Gerade für junge Kunden kommt es darauf an, einen Kontakt oder die Verkaufsberatung auf Facebook zu beginnen und nach einer Unterbrechung den Beratungsprozess auf einem anderen Zugangskanal fortsetzen zu können, ohne dass bereits erfasste Daten verlorengehen”, so Schilling. Banken sind nach eigener Einschätzung Vorreiter beim Abbau vom Silodenken und beim Umbau vom Multi Channel Management zum Cross Channel Management. 72 Prozent bewerten das Zusammenspiel ihrer Vertriebskanäle als gut bis sehr gut. 47 Prozent der Institute haben zudem extra ein Channel Management implementiert, um Marketing-, Vertriebs- und Serviceprozesse kanalübergreifend abzustimmen.

Hintergrundinformationen
Der Managementkompass “Channel Management” von Steria Mummert Consulting bietet Kompaktwissen für Manager, indem er zeigt, mit welchen Strategien Unternehmen ihre Vertriebskanäle synchronisieren können. Im Hinblick auf neue Kanäle wie Social Media erläutert der Managementkompass, wie Firmen einen Dialog in Echtzeit und auf Augenhöhe erreichen. Er beinhaltet zudem die wichtigsten Ergebnisse der gleichnamigen Potenzialanalyse. Mittels einer Online-Befragung vom 16. bis zum 23. April 2012 wurden 207 Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen der deutschen Wirtschaft befragt.

Quelle: Presseportal

Deutsche Banken verstärken Präsenz in den Social Media

Die deutschen Kreditinstitute wollen in den kommenden Monaten ihre Aktivitäten im Social Web verstärken. First Mover sind die Sparkassen.

Bildquelle: arbeitswelten.at 

Ohne Social-Media-Aktivitäten geht es nicht – das erkennen auch die deutschen Kreditinstitute. Zwar informieren sich insgesamt bisher nur sieben Prozent der Bankkunden bei Facebook und Twitter über Bankprodukte. Doch für die jüngeren Kunden im Alter von 18 bis 24 Jahren sind Social Media ein gängiger Informationskanal. Auch in punkto Banking. Fast 14 Prozent surfen hier auf der Suche nach aktuellen Informationen.

So wollen denn auch zwei von fünf Banken in den nächsten Monaten Aktivitäten auf XING, LinkedIn, Facebook, Twitter oder YouTube starten.

Ganz vorne dabei sind die Sparkassen: 69 Prozent von ihnen arbeiten bereits an kurzfristigen Projekten, so eines der Ergebnisse der Studie „Branchenkompass Kreditinstitute“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Ab 2013 werden 53 Prozent der Genossenschaftsbanken an den Start gehen. Bis 2014 wollen drei von fünf Banken in wenigstens ein Social-Media-Angebot investieren.

Der Favorit der Geldinstitute ist das private Netzwerk Facebook. So planen 47 Prozent einen Auftritt in Facebook. Bei den Sparkassen sind es sogar 63 Prozent. An zweiter Stelle folgen geschäftlich genutzte Netzwerke wie XING oder LinkedIn mit 35 Prozent. Bei den Genossenschaftsbanken planen sogar 53 Prozent einen B2B-Auftritt. Den Kurznachrichtendienst Twitter will bis 2014 etwa jede fünfte Bank nutzen.

Quelle: CIO.de

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