Studie: Der Abstieg der Großbanken setzt sich fort

Die finanzielle Situation von neun der zehn größten Kreditinstitute in Europa hat sich 2017 verschlechtert

  •  Cost-Income-Ratio der Großbanken liegt weit über Branchenniveau
  • Insgesamt aber steigen im europäischen Bankensektor Effizienz und Profitabilität
  • Jedes vierte Institut kämpft ums Überleben, betroffen ist vor allem Südeuropa

Der Abstieg der Großbanken setzt sich fort

Der seit Jahren anhaltende Niedergang der europäischen Großbanken geht weiter. Nur einem der zehn größten Kreditinstitute auf dem alten Kontinent gelang im vergangenen Jahr eine Verbesserung seiner finanziellen Position. Das zeigt die aktuelle Studie „Slow Slide? Europe’s Largest Banks Face Eroding Financial Positions“ der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 100 Banken analysiert wurden.

„Die großen Banken arbeiten nach wie vor mit zu hohen Kosten“, betont Dr. Dirk Vater, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Cost-Income-Ratio der zehn größten Institute in Europa liegt mit 69 Prozent 9 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der anderen Banken. „Nur wenn sich die großen Banken endlich auf profitable Kundensegmente und Geschäftsfelder konzentrieren und ihre Digitalisierung entschlossen vorantreiben, können sie den Wiederaufstieg schaffen“, so Vater.

Vorbereitung auf möglichen Abschwung notwendig

Branchenweit sank die Cost-Income-Ratio 2017 um 3 Prozentpunkte auf 60 Prozent, wobei nach wie vor deutsche und britische Banken schwächer abschneiden als die Konkurrenz. Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis gemessen an den risikogewichteten Aktiva um 0,3 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent. „Trotz aller Herausforderungen konnten Europas Banken 2017 ihre Profitabilität steigern“, stellt Bankenexperte Vater fest.

Weitere Kennzahlen unterstreichen den Aufwärtstrend. So nahm branchenweit die Ausstattung mit Kernkapital (Tier 1) um 1 Prozentpunkt zu auf 16 Prozent. Der Anteil des Eigenkapitals an den risikogewichteten Aktiva stieg ebenso wie die Liquidität. Der Anteil ausfallgefährdeter Kredite und die Zahl entsprechender Abschreibungen sanken. „Noch profitieren die Banken von der guten Konjunktur“, erklärt Vater. „Doch sowohl große als auch kleinere Institute sind gut beraten, sich auf einen möglichen Abschwung vorzubereiten.“

Deutsche und britische Banken mit Schwächen im Geschäftsmodell

Wie bedrohlich die Lage einzelner Kreditinstitute schon heute ist, zeigt der inzwischen zum fünften Mal durchgeführte Gesundheitscheck von Bain anhand eines Scoring-Modells (Abb. 1). Es umfasst drei Dimensionen und gibt so einen umfassenden Überblick über die Robustheit der Geschäftsmodelle der einzelnen Banken: Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Rahmenbedingungen. Die Bain-Analyse basiert auf den Abschlüssen der Institute selbst, aber auch auf Daten von Anbietern wie SNL Financial oder Moody’s und verdichtet eine Vielzahl von Kennzahlen. Die Scoring-Ergebnisse lassen sich vier Kategorien zuordnen:

1. Gewinner: 32 Prozent der Banken weisen bei nahezu allen Kennzahlen bessere Werte aus als die Konkurrenz. Es handelt sich vor allem um Häuser aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien. Wermutstropfen: 2016 zählten noch 38 Prozent der Institute zu dieser Kategorie.

2. Schwächen im Geschäftsmodell: 23 Prozent der Banken kämpfen mit Defiziten in ihren Geschäftsmodellen, verfügen aber zumindest über eine robuste Bilanz. Dies gilt insbesondere für deutsche und britische Institute.

3. Schwächen in der Bilanz: 19 Prozent hinken bei den Bilanzkennzahlen hinterher. Solche Schwächen machen Banken verwundbar und bringen sie in die Nähe der Kategorie Sorgenkinder. In dieser Gruppe befinden sich vor allem spanische Häuser.

4. Sorgenkinder: 26 Prozent der Banken sind in besorgniserregendem Zustand – ein Wert, der nur 2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres liegt. Hier finden sich speziell italienische, griechische, portugiesische und zypriotische Institute. Sämtliche Banken, die in den vergangenen zehn Jahren gescheitert sind, sowie zahlreiche Häuser, die an Zusammenschlüssen beteiligt waren, sind zuvor in dieser Kategorie gewesen.

Mit Blick auf die Sorgenkinder ist Bain-Partner Vater überzeugt: „Die Konsolidierung im europäischen Bankensektor geht weiter.“ Wer unabhängig bleiben wolle, benötige vor allem finanzielle Stärke. Und die wiederum sei eng mit loyalen Kunden verknüpft. So liegt der Net Promoter Score® (NPS®), eine entscheidende Kennzahl zur Messung der Kundenloyalität, bei den Gewinnern im Schnitt 20 Prozentpunkte höher als bei Sorgenkindern. Diese Banken gehen besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein, lösen deren Probleme und machen Bankgeschäfte einfach und digital. „Ein passendes Geschäftsmodell für alle Banken gibt es nicht“, so Vater. „Doch es gibt für jede Bank die richtige Lösung.“

Net Promoter Score® (NPS®)

Bain & Company misst die Kundenloyalität seit mehr als zehn Jahren branchen- und länderübergreifend mit dem Net Promoter Score® (NPS®). Diese Kennzahl ergibt sich aus den Antworten auf eine einzige Frage: „Auf einer Skala von null bis zehn, wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre Bank einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“ Die Antworten werden drei Kategorien zugeordnet. Dabei hat sich gezeigt, dass nur Werte von neun oder zehn für wirklich loyale Kunden stehen („Promotoren“), sieben und acht Passive sind und Bewertungen von sechs oder weniger als Kritiker eingestuft werden müssen. Wird der Anteil der Kritiker von dem der Promotoren subtrahiert, ergibt sich der NPS.

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Immobilienpreise „Stimmungskiller“ für Sparmotiv Wohneigentum

Steigende Immobilienpreise sorgen weiterhin für ein Stimmungstief beim Sparmotiv „Wohneigentum“. Das zeigt die Sommerumfrage 2018 zum Sparverhalten der Deutschen. Kantar TNS befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen bereits zum 63. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Immobilienpreise "Stimmungskiller" für Sparmotiv Wohneigentum

„Die Lust am Wohneigentum ist ungebrochen. Doch die Preise sind längst der Einkommensentwicklung davongelaufen. Eigene vier Wände werden somit für viele unerschwinglich. Das sorgt vor allem bei jungen Menschen für Enttäuschung.“ So kommentierte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Bernd Hertweck, die jüngsten Zahlen. Danach nennen unverändert 37 Prozent der Befragten „Wohneigentum“ als Sparmotiv. Der Tiefstand in der über 20-jährigen Umfragereihe ist damit noch nicht überwunden.

Gerade für Haushalte an der Schwelle zum Wohneigentum sei eine ausreichende Eigenkapitalbildung unverzichtbar. Hertweck: „Die von der Politik angekündigte verbesserte Ansparförderung könnte hier – sozial treffsicher – für neue Impulse sorgen. Sie sollte am besten noch 2019 kommen.“

Nach wie vor auf Platz 1 der Sparmotive steht „Konsum“ mit 57 Prozent der Nennungen – nach 60 Prozent im Frühjahr. Das Sparmotiv „Altersvorsorge“ verzeichnete ein Plus von 2 Prozentpunkten auf 53 Prozent und nimmt damit wieder Platz 2 ein.

Keine Änderung ergab sich auch beim Sparmotiv „Kapitalanlage“, das Investmentfonds, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Kapitallebensversicherungen umfasst. Für diesen Zweck sparen nach wie vor 26 Prozent. Das Sparmotiv „Notgroschen“ erreicht 4 Prozent gegenüber 5 Prozent in der Frühjahrsumfrage. Die „Ausbildung der Kinder“ kommt erneut auf 2 Prozent

Talfahrt im Firmenkundengeschäft der Banken beschleunigt sich (Studie)

Erträge und Gewinne sind im Corporate-Banking auf niedrigstem Niveau seit 2009

  • Zinsüberschüsse sinken trotz immer neuer Rekorde beim
    Kreditvolumen
  • Extreme Wettbewerbsintensität hält Kreditmargen nahe
    historischem Tiefststand
  • Eine erstmals wieder steigende Kreditrisikovorsorge und höhere
    Verwaltungskosten schmälern Gewinne weiter
  • Die Eigenkapitalrendite im Corporate-Banking ist so niedrig wie
    zu Zeiten der Finanzkrise

Der Hoffnungsträger vieler Banken, das Firmenkundengeschäft, gerät immer stärker unter Druck. Im zweiten Halbjahr 2017 sank der Bain-Corporate-Banking-Index in den beiden Dimensionen Ertrag und Profitabilität auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009. Bain-Partner Dr. Christian Graf warnt allerdings davor, für die Rückgänge allein das historisch niedrige Zinsniveau verantwortlich zu machen: „Fakt ist auch, dass der Wettbewerb im Corporate-Banking mittlerweile zum Teil ruinöse Züge trägt. Zahlreiche Institute verfolgen aggressive Expansionspläne, einige verzichten sogar komplett auf Margen, um ihr Geschäft auszuweiten.“

Corporate-Banking-Index von Bain

Die Konsequenzen sind insbesondere im Kreditgeschäft sichtbar. Zwar steigt die Nachfrage hier unaufhörlich – mit knapp 1,1 Billionen Euro erreichte das Kreditvolumen im zweiten Halbjahr 2017 erneut einen Rekord. Doch die Kreditmarge verharrte mit 1,3 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. Bain-Partner Dr. Jan-Alexander Huber erklärt: „Viele Marktteilnehmer hoffen, mit günstigen Krediten die Tür für margenträchtigere Geschäfte auf Provisionsbasis aufzustoßen. Doch in der Realität bleibt das Cross-Selling zumeist hinter den Erwartungen zurück.“ Im zweiten Halbjahr 2017 sanken branchenweit sowohl die Zins- als auch die Provisionsüberschüsse. Huber betont: „Wer kurzfristig auf Marge verzichtet, unterminiert langfristig das eigene Geschäft.“

Verwaltungskosten teilweise deutlich gestiegen

Angesichts wieder zunehmender Verwaltungskosten und des 50-prozentigen Anstiegs im Bain-Index zur Messung der Kreditrisikovorsorge spitzt sich die schwierige Lage weiter zu (Abb. 2). Mit umfassenden Sparprogrammen war es den Banken in den vergangenen zwei Jahren gelungen, ihrer Overhead-Kosten zu stabilisieren. Nun erfordern unter anderem die Digitalisierung, die Modernisierung der IT sowie die verschärfte Regulierung hohe Investitionen. Auch deshalb stieg der Index der Verwaltungsaufwendungen auf den höchsten Stand seit Beginn der Bain-Analysen im Jahr 2007. Die Cost-Income-Ratio erreichte ebenfalls einen neuen Negativrekord.

Die Kombination aus höheren Aufwendungen und geringeren Erträgen belastet zudem die ohnehin von höheren Kapitalanforderungen gebeutelte Eigenkapitalrentabilität. Im zweiten Halbjahr 2017 ist diese Kennzahl branchenweit auf 10 Prozent gefallen. Nur während der Finanzkrise 2008/2009 verdienten die Institute in Deutschland im Firmenkundengeschäft noch weniger (Abb. 3). Einstellige Renditen nahe der Eigenkapitalkosten, vor denen Bain schon vor einem halben Jahr gewarnt hatte, könnten nun Realität werden.

Auf Dauer gewinnt die beste, nicht die billigste Bank

Bankenexperte Graf sieht dennoch keinen Anlass für einen Abgesang auf das Corporate-Banking: „Firmenkunden brauchen das Know-how ihrer Bank. Allerdings müssen sich die Institute deutlich schneller und konsequenter auf die veränderten Rahmenbedingungen im digitalen Zeitalter einlassen.“ Es geht vor allem darum, ein kanalübergreifendes Angebot aus einem Guss zu schaffen, die vorhandenen Daten besser zu nutzen und sämtliche Prozesse von A bis Z zu digitalisieren. „Das Potenzial der Ende-zu-Ende-Automatisierung ist längst noch nicht ausgeschöpft“, stellt Graf fest.

Wenn sich die Banken zudem stärker auf ihre Kernkompetenzen besinnen und sich für die Zusammenarbeit mit Partnern öffnen, können sie aus dem aktuellen Preiskampf als Gewinner hervorgehen. Branchenkenner Huber ist überzeugt: „Auf lange Sicht entscheiden sich Firmenkunden nicht für die billigste, sondern für die beste Bank.“

Der Bain-Corporate-Banking-Index auf einen Blick

Der halbjährlich erhobene Bain-Corporate-Banking-Index basiert auf veröffentlichten Daten führender deutscher Banken. Das Panel deckt rund die Hälfte der Bilanzsumme der 100 größten in Deutschland tätigen Banken ab und konzentriert sich auf Finanzinstitute mit einem Schwerpunkt im Corporate-Banking und einer entsprechenden Segmentberichterstattung. Bei der erstmaligen Erstellung erfasste Bain für die Jahre 2007 bis 2012 zahlreiche Rohdaten jeder einzelnen Bank, darunter die Erträge (Zins- und Provisionsüberschuss), die Kostenstruktur (Verwaltungsaufwand), die Kreditrisikovorsorge, die Profitabilität (Ergebnis vor Steuern), das Eigenkapital und das Kreditvolumen. Die Wahl des Ausgangsjahrs 2007 ermöglicht Vergleiche zwischen dem letzten Jahr vor Ausbruch der globalen Finanzkrise und der aktuellen Situation.

Sämtliche Rohdaten untersuchen die Bain-Experten auf Einmaleffekte, die sich beispielsweise aus Übernahmen oder Änderungen im Reporting ergeben, und bereinigen die Datenreihen entsprechend. Danach erfolgt eine Aggregation der Daten pro Bank, bevor sie mit einem Gewicht von maximal 20 Prozent in den Gesamtindex einfließen. Diese Limitierung des Einflusses einzelner Banken stellt sicher, dass Sonderentwicklungen großer Finanzinstitute nicht den Index im Zeitverlauf verzerren. Vor Veröffentlichung werden die Daten Robustheitschecks anhand vorhandener Studien und weitergehenden Analysen von Bain unterzogen und zum Teil um weitere Datenpunkte ergänzt.

Bain veröffentlicht den Corporate-Banking-Index in zwei Ausprägungen: den Bain-Corporate-Banking-Ertragsindex (CBE) und den Bain-Corporate-Banking-Profitabilitätsindex (CBP). Beide geben im Zeitverlauf einen hervorragenden Überblick über die Geschäftsentwicklung im Corporate-Banking und lassen sich als Benchmark für jedes einzelne Finanzinstitut nutzen.

Nur jede zehnte deutsche Bank verdient ihre Eigenkapitalkosten (Studie)

  • Durchschnittliche Eigenkapitalrendite sinkt auf 1,8 Prozent
  • Eigenkapitalquote steigt mit 6,3 Prozent auf neuen Höchststand
  • Direkt- und Automobilbanken sowie die DZ Bank führen Rendite-Ranking an
  • Banken müssen digitale Transformation und Disruption gleichzeitig bewältigen
  • Mit der Fokussierung auf acht Erfolgsfaktoren gelingt der Wandel

Jede Woche schließen in Deutschland im Durchschnitt 36 Bankfilialen, und ein Kreditinstitut verabschiedet sich sogar endgültig aus dem Markt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Beschäftigten in der Bankenbranche um mehr als 400 pro Woche. Tatsache ist: Der Strukturwandel im Bankensektor geht weiter, und das mit steigender Geschwindigkeit. Noch führt dies allerdings nicht zu höheren Renditen. Im Gegenteil: Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite sank 2016 noch einmal um 0,5 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent. Nur jedes zehnte Kreditinstitut verdient damit seine Eigenkapitalkosten. In der Studie „Deutschlands Banken 2017: Metamorphose im laufenden Betrieb“ analysiert die internationale Managementberatung Bain & Company die Hintergründe und gibt Einblicke in die aktuelle Lage des deutschen Finanzsektors.

Eigenkapitalrendite von deutschen Banken
Quelle: obs/Bain & Company

„Die deutschen Banken befinden sich nach wie vor in schwierigem Fahrwasser“, stellt Walter Sinn, Bain-Deutschlandchef und Co-Autor der Studie, fest. „Viele Häuser konnten jedoch ihre Rendite auf niedrigem Niveau stabilisieren.“ Bei den Erträgen ist ebenso wie bei den Kosten eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Allen Anstrengungen zum Trotz gelingt es den Banken in Summe noch nicht, ihren kumulierten Verwaltungsaufwand spürbar zu senken.

Cost-Income-Ratio liegt höher als bei europäischen Wettbewerbern

Während die Eigenkapitalquote im vergangenen Jahr auf 6,3 Prozent stieg – und damit auf den höchsten Wert seit Beginn der Langzeitanalyse 1970 -, bleibt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite weit unter den Eigenkapitalkosten. Bain-Partner und Co-Autor der Studie Dr. Wilhelm Schmundt betont: „Für die Banken gibt es keine Alternative zu weiteren Kostensenkungen und Konsolidierungen.“ Internationale Vergleiche unterstreichen den Handlungsdruck. So liegt der Marktanteil der fünf größten deutschen Banken unter dem Niveau in anderen wichtigen Industrieländern. Und die Cost-Income-Ratio ist mit durchschnittlich 69 Prozent nach wie vor höher als bei vielen europäischen Wettbewerbern.

Allerdings gibt es in Deutschland erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Institutsgruppen. Als besonders ertragsstark erweisen sich erneut die Direkt- und Automobilbanken mit ihren fokussierten Geschäftsmodellen. Zudem erzielt die DZ Bank auch nach der Fusion mit der WGZ Bank überdurchschnittliche Renditen. Alle anderen Institutsgruppen schneiden schwächer ab (Abb. 1). „Die tiefe strukturelle Krise des deutschen Bankensektors ist längst noch nicht ausgestanden“, erklärt Kapitalmarktexperte Schmundt. „Zu fragil ist die Ertragssituation vieler Häuser und zu gewaltig die nächste Mammutaufgabe, die Digitalisierung.“

Metamorphose im laufenden Betrieb erforderlich

Das Vordringen digitaler Technologien stellt Deutschlands Kreditinstitute vor eine doppelte Herausforderung. „Es geht jetzt um Transformation und Disruption“, so Banken-Experte Sinn. „Die Banken müssen ihr bestehendes Geschäftsmodell weiterentwickeln und gleichzeitig in neue Angebote investieren. Das erfordert eine Metamorphose im laufenden Betrieb.“

Noch allerdings steht vielerorts die unheilvolle Kombination dreier Aspekte weitreichenden Fortschritten im Weg:

  1.  das Festhalten an bewährten Praktiken,
  2. die Steuerung auf kurze Sicht und
  3. knappe Budgets.

Abhilfe schaffen nur eine ganzheitliche Strategie und die Konzentration auf acht Erfolgsfaktoren. Dazu zählen herausragende Kundenerlebnisse über alle Vertriebs- und Kommunikationskanäle hinweg, die Ende-zu-Ende-Automatisierung der meisten Prozesse und die bessere Nutzung vorhandener Daten. Hinzu kommen der flächendeckende Einsatz agiler Methoden sowie eine duale Organisation mit getrennten Budgets, die zum einen das bestehende Geschäftsmodell weiterentwickelt und zum anderen ein neues kreiert. All dies bedingt ein umfassendes Change-Management, zumal sich das Selbstverständnis der Banken ändert: Aus Finanzdienstleistern werden Technologieanbieter.

„Mit Blick auf die Erfolgsfaktoren wird offensichtlich, vor welcher enormen Herausforderung Deutschlands Banken in den nächsten Jahren stehen“, bilanziert Bain-Deutschlandchef Sinn. „Doch gelingt der Wandel, eröffnen sich auch Chancen. Banken können sich als Schaltstelle für die digitale Wirtschaft etablieren.“

Über die Studie

Zum vierten Mal wertet Bain & Company die Bilanz- und GuV-Strukturen der deutschen Kreditinstitute aus, insgesamt gab es 2016 noch gut 1.700 Banken. Die Experten nutzen dazu Zeitreihen der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank sowie der Datenbanken von Bankscope und Hoppenstedt. Der Zuschnitt der Institutsgruppen orientiert sich an der Klassifizierung der Deutschen Bundesbank. In die Studie flossen darüber hinaus die Ergebnisse einer detaillierten Untersuchung von mehr als 100 europäischen Kreditinstituten ein, die Bain 2017 unter dem Titel „Battle of the Banks“ veröffentlicht hat. Hinzu kamen die Ergebnisse einer weltweiten Befragung, die Bain unter mehr als 100.000 Retail-Banking-Kunden durchgeführt hat sowie weiterer Bankenstudien aus jüngster Zeit.

Die häufigsten Fehler bei der Immobilienfinanzierung

Dank andauernd niedriger Zinsen zieht es immer mehr Mitmenschen ins Eigenheim. Grundsätzlich ist dies auch eine sehr sinnvolle Entscheidung, denn Immobilienbesitz zählt mehr denn je als wichtigster Baustein für die Absicherung im Alter. „Obwohl die Bedingungen für Immobilienkredite aktuell so günstig sind wie nie, tappen Häuslebauer dennoch immer wieder in typische Fallen bei der Baufinanzierung“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de und gibt Tipps, welche Fallstricke Kreditnehmer auf jeden Fall vermeiden sollten.

Erstbestes Angebot annehmen

Wer anfängt sich mit dem Thema Immobilienfinanzierung zu beschäftigen, merkt schnell, dass am Markt viele Anbieter um die Gunst der Kreditkunden buhlen. Wichtig ist, nicht vorschnell einen auf den ersten Blick vermeintlich günstigen Kreditvertrag zu unterschreiben. Ratsam ist es hier auf jeden Fall immer mehrere Angebote einzuholen und die Konditionen im Einzelnen ganz in Ruhe zu vergleichen. Oft steckt der Teufel im Detail und zusätzliche Kosten sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Kaum Eigenkapital

Nicht zuletzt seit Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie im März 2016 schauen Kreditinstitute beim vorhandenen Eigenkapital genauer hin. Da eine hohe Eigenkapitalquote das Risiko für die Bank deutlich mindert, gewährt sie Kredite eher und das auch zu günstigeren Konditionen. Scharfenorth rät: „Kunden sollten möglichst über eine Eigenkapitaldecke von 20 bis 30 Prozent verfügen; mindestens aber die Nebenkosten in Höhe von sieben bis zwölf Prozent selbst abdecken können, die beim Kauf noch hinzukommen“, rät der Experte.

Zu niedrige Tilgung

Viele zukünftige Immobilienbesitzer lassen sich von niedrigen monatlichen Raten locken und setzten dabei die Tilgung zu gering an. Dabei machen nur wenige Prozentpunkte hier am Ende der Laufzeit eine große Summe aus und die Immobilie ist deutlich schneller abbezahlt. Zwar muss die monatliche Rate zur persönlichen Lebenssituation passen, aber gerade in zinsschwachen Zeiten empfiehlt es sich, möglichst hoch zu tilgen, um schneller ans Ziel zu kommen. Als guter Richtwert für die zukünftig gut tragbare Rate, gilt dabei immer die monatliche Kaltmiete, die zuvor gezahlt wurde.

Keine Rücklagen

Viele Häuslbauer kalkulieren zu knapp und vergessen dabei unvorhergesehene Ausgaben wie Reparaturen oder Investitionen für notwendige Modernisierungsarbeiten. Außerdem sollte es weiterhin möglich sein, auch noch etwas Geld zu sparen oder zum Beispiel für einen Urlaub zurückzulegen. „Es ist empfehlenswert, das finanzielle Polster mit dem Kauf nicht komplett aufzubrauchen und die monatliche Belastung von etwa 40 bis 50 Prozent des Einkommens nicht zu überschreiten. Mit einer Sicherheitsreserve von drei bis sechs Netto-Monatseinkommen haben Bauherren einen ausreichenden Puffer für mögliche Probleme“, weiß Scharfenorth.

Familie nicht abgesichert

Niemand denkt gern an den Ernstfall. Aber viele Häuslebauer stecken alle zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel ausschließlich in die Finanzierung des Eigenheims und vergessen dabei die Absicherung der Familie im Falle von Krankheit oder Tod des Hauptverdieners. Tritt dann ein solches Ereignis ein, endet eine Finanzierung häufig im finanziellen Fiasko für die Familie, da die Belastung für eine Person allein nicht tragbar ist. Eine Risikolebensversicherung sowie Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit schafft hier Sicherheit.

Zu kurze Zinsbindung

In der Regel kann der Kreditnehmer wählen, ob er die Zinsen für 5, 10, 15, 20 oder 25 Jahre festschreiben lassen möchte. Dabei gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zinsaufschlag. Viele scheuen diese höheren Kosten und wählen nur eine kurze Dauer. „In Zeiten niedriger Zinsen, wie derzeit in Deutschland, empfiehlt sich immer eine lange Zinsbindung, um auch in ein paar Jahren noch von den gleichen Konditionen zu profitieren. Danach wird eine Anschlussfinanzierung benötigt. Wer die Zinsbindung zu kurz gewählt hat, und wenn die Zinsen in der Zwischenzeit gestiegen sind, kann bei einer knappen Kalkulation in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten“, erläutert Scharfenorth abschließend.

Fintech-Segmente und Fintech-Innovations-Quadrant (Infografiken)

Viele Websites und Blogs befassen sich mit Fintechs und ihren Innovationen. Die folgenden Infografiken und Erläuterungen wurden mit Informationen von Venture Scanner und den Experten von paymentandbanking zusammengestellt.

financial-technology-map

Venture Scanner erfasst 16 verschiedene Fintech-Kategorien.

  1. Banking Infrastruktur
  2. Firmenkredite
  3. Consumer und Commercial Banking
  4. Konsumentenkredite
  5. Zahlungsdienste (Konsumenten)
  6. Crowdfunding
  7. Eigenkapitalfinanzierung
  8. Finanzanalyse und Daten
  9. Sicherheit von Finanztransaktionen
  10. Institutionelle Investments
  11. Internationale Überweisungen
  12. Backend und Infrastruktur Lösungen für Payments
  13. Persönliches Finanz Management (PFM)
  14. Point of Sale Zahlungen
  15. Geld- und Vermögensanlage-Retail
  16. Werkzeuge für kleine und mittlere Unternehmen

paymentandbanking hat folgende Unterteilung für Fintechs getroffen:

  1. Payment: Zahlungsdienste
  2. Donations: Spenden, Zuwendungen (z.B. auch Crowdfunding für künstlerische Projekte)
  3. Insurance: Versicherungs-Fintechs
  4. Bitcoin: Unternehmen, die sich mit der Kryptowährung beschäftigen
  5. E-Commerce
  6. Credit: Kreditvergabe
  7. Ident: Online-Identifizierungsmethoden
  8. Order/Cash: Zahlungssysteme am Point of Sale
  9. Banking
  10. Savings: Veranlagungs-Fintechs
  11. Accounting: Buchhaltung
  12. Immo: Immobilien-Fintechs
  13. PFM: Personal Finance Management
  14. Tools: Unterstützende Programme zur z.B. Zahlungsdurchführung
  15. P2P: Peer to Peer-Anbieter (z.B. Kreditvergabe unter Privatpersonen)
  16. API-Banking: Bankinganwendungen über API-Schnittstellen
  17. Factoring/Collection: Rechnungsvorfinanzierung, Factoring, Inkasso
  18. Rating/Risk: Rating, Bonitätsüberprüfung, Risikoeinschätzung

Die immer aktuell gehaltene Infografik für den DACH-Raum kann hier eingesehen werden…

Der Fintech-Innovations-Quadrant soll die unterschiedliche Wertigkeit im Hinblick auf Alter und Fundinghöhe zum Ausdruck bringen:

financial-technology-quadrant

Die einzelnen Quadranten sind wie folgt definiert:

  • Schwergewichte (rechts oben; hohes durchschnittliches Funding und hohes Durchschnittsalter): „Erwachsene“ FinTech-Unternehmen mit signifikanter Finanzierung.
  • Etablierte (links oben; niedriges durchschnittliches Funding und hohes Durchschnittsalter): „Erwachsene“ FinTech-Unternehmen ohne signifikante Finanzierung.
  • Disruptoren (rechts unten; hohes durchschnittliches Funding und niedriges Durchschnittsalter): Junge, unausgereifte FinTech-Unternehmen mit signifikanter Finanzierung.
  • Pioniere (links unten; niedriges durchschnittliches Funding und niedriges Durchschnittsalter): Junge unausgereifte FinTech-Unternehmen ohne signifikante Finanzierung oder in der Frühphase der Finanzierung.

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