Digital-Studie: Deutsche Unternehmen fühlen sich zu sicher

Horváth & Partners: Digitalisierung löst kein Umdenken bei den Erlösmodellen aus

Ob Bank oder Maschinenbauer: Entscheider in Deutschland fühlen sich weitgehend noch zu sicher vor Wettbewerbern mit neuen digitalen Konzepten. In neun von zehn Unternehmen bleiben die Erlösmodelle dieselben wie bislang. Das zeigt die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ der Managementberatung Horváth & Partners. Forsa hat für die Studie 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen zu den bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der digitalen Transformation befragt.

In vier von fünf der deutschen Unternehmen hat die Digitalisierung inzwischen starken Einzug gehalten. Auch die traditionsreichen, handfesten Industriezweige nutzen digitale Technologien, um Herstellungsprozesse und die Zusammenarbeit mit Lieferanten effizienter zu gestalten. Nur eine Minderheit nutzt derzeit die Digitalisierung, um ihre Geschäftsmodelle radikal auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Digitale Evolution statt Revolution

Branchenübergreifend ist damit eher ein defensives Herantasten statt eine digitaler Revolution zu erkennen. Digitale Disziplinen wie Virtual Reality, Data Analytics und Mobile Apps dienen mehr als Werkzeuge, um die klassischen Produkte zu verkaufen, und weniger als Auslöser, um völlig neuartige Produkte oder Dienstleistungen aufzubauen. Die Digitalisierung beeinflusst somit mehr die Art und Weise „wie“ Unternehmen Geschäfte machen und nicht so sehr „womit“.

„Man sieht deutlich: Entscheider hierzulande denken immer noch, es reicht, die bisherigen Leistungen zu digitalisieren. Deutsche Telekommunikationsunternehmen zum Beispiel bleiben ihren Ertragsquellen wie Netzdienstleistungen treu, anstatt sich komplett neu zu erfinden“, sagt Dr. Michael Kieninger, Sprecher des Vorstands von Horváth & Partners. „Viele wiegen sich dadurch zu sehr in Sicherheit und sind nicht immer auf Angriffe von radikalen, disruptiven Wettbewerbern eingerichtet“, so Kieninger.

Mobile Dienste als digitaler Geschäftsturbo Nummer eins

Den größten Einfluss auf das bestehende Geschäftsmodell haben mobile Lösungen, so die Befragung. 77 Prozent der Unternehmen haben inzwischen mobile Digitallösungen in ihre Leistungen integriert oder verbessern durch ortsunabhängige Technik die Effizienz in der Produktion. Für jedes zweite Unternehmen sind es die Erkenntnisse aus Big Data und Smart Data, die zu neuen Ideen für das eigene Geschäft und zu einem besseren Verständnis der Kunden führen. Eine geringere Rolle für die Wirtschaft in Deutschland spielt derzeit noch das Thema Mass Customization. Nur jedes vierte Unternehmen sieht in der industriellen Maßfertigung nach dem Vorbild von MyMuesli und Dell einen Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell.

Über die Studie:
Für die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ wurden im Auftrag von Horváth & Partners rund 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt. Das Marktforschungsinstitut Forsa führte im Zeitraum April bis Mai 2016 Telefoninterviews mit den Entscheidern durch. Die Teilnehmer der Studie stammen aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz ab 250 Millionen Euro. Es handelt sich um Unternehmen der Branchen Automotive, Chemicals, Consumer Goods, Financial Industries, Industrial Goods & High Tech, Oil, Pharmaceuticals, Retail, Telecom, Transportation.

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