Crowdfunding, die Finanzierung von Projekten über Kleinstbeträge von Bürgern, boomt. Die sechs aktiven Plattformen sammelten im Vorjahr 8,1 Mio. Euro ein, fast vier Mal so viel wie 2014, teilten Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer mit. Bei aller Freude ist Crowdfunding damit aber noch praktisch vernachlässigbar: In Österreich werden jährlich rund 75.000 Mio. Euro investiert.

Ministerium und Kammer verweisen aber auf einen großen Schub, den das Crowdfunding durch das neue Gesetz im Juli 2015 erfahren hat. Damals wurde unter anderem die Grenze für eine strenge Prospektpflicht von 250.000 auf 5.000.000 Euro angehoben. Mehr als die Hälfte des Geldes (4,86 Mio. Euro) wurde unter dem neuen Gesetz aufgebracht.

„Länder wie Deutschland nehmen jetzt unser Gesetz zum Vorbild, um ihre eigenen Regelungen zu überarbeiten“, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) anlässlich der ersten Crowdinvesting-Jahresbilanz. Der Anstieg zeige, dass das neue Gesetz wirke. „Entscheidend ist die Rechtssicherheit für die Unternehmen, Plattformbetreiber und die Investoren – also die Konsumenten“ so Wirtschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP).

Alleine 2015 wurden 44 Projekte durch Crowdfunding ermöglicht. Seit bestehen der österreichischen Plattformen im Jahr 2013 wurden insgesamt 70 Projekte mit 11,14 Mio. Euro auf diesem Weg finanziert. Derzeit sind in Österreich sechs Crowdinvesting-Plattformen tätig: www.conda.eu, www.dasertragreich.at, www.greenrocket.com, www.homerocket.com, www.regionalfunding.at und www.1000×1000.at

Quelle: APA