In Zeiten von Alternativfinanzierungsgesetz, E-Banking-Applikationen und FinTechs scheint die Filiale bei den etablierten Banken immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Man spricht vom Filialsterben und der Verlagerung des Geschäftsmodells ins Internet. Da ist die Aussage von Bereichsvorstand Jenny Friese von der Commerbank Berlin dann doch ein Kontrast…

Solche Aussagen sind in den letzten Monaten bereits Gang und Gäbe (und werden es wohl auch die nächsten Wochen, Monate und Jahre bleiben): „Filialsterben bei Banken wird auch 2016 weitergehen“ (Hamburger Abendblatt) oder „Die Banken bleiben unter Druck“ (Wirtschaftsblatt).

Erfrischend – vor allem aus Sicht von Retailbanken mit Filialgeschäft – ist da das Interview der Berliner Morgenpost mit Jenny Friese, Bereichsvorstand der Commerzbank Berlin, das im Artikel „Wir sehen die Filiale als Ankerpunkt“.

Ja, klar, die Commerzbank hat bereits über 30 % ihrer ursprünglichen Filialanzahl reduziert (was anderen Banken erst bevorsteht). Interessant an diesem Interview ist aber der Zugang zum Thema Digitalisierung (photoTAN, Kontostands-App,…) in Verbindung mit dem klaren Bekenntnis zur Filiale und der Intensivierung der Beratung.

Natürlich ist die Commerbank kein Wohlfahrtsverein (weder für Kunden noch für Angestellte), was aber bedeutet dass (wie bei der Deutschen Bank) neben offiziellen Studien, die frei im Internet zugängig sind (z. B. jene vom Beratungsunternehmen Roland Berger) wohl auch interne Studien und Befragungen von Kunden die Commerzbank diesen Weg einschlagen ließen.

In einem sind sich Studien, Experten und Banker wohl klar: Die Filiale wird bleiben. Jedoch werden die Geschäfte und Beratungen, die in diesen Filialen getätigt werden, sich wohl stark von dem unterscheiden, was bislang in Bankfilialen am Tagesgeschäft stand…