Von „Genoconomy“ bis zur Tatsache, dass eine Politik zwei Mal Schaden anrichtet…

Diese Woche haben mir zwei Artikel zu denken gegeben. Dabei geht es nicht direkt um Banken und Social Media – vielmehr um das Dasein und das (Über-)Leben des genossenschaftlichen Bankwesens bzw. Gedankens.

Der erste Artikel, auf den ich eingehen möchte, ist jener von der Genoconomy von Boris Janek in sein Blog „Finance ZweiNull“.

Der Artikel verbindet die genossenschaftliche Idee mit der Sharing Economy und der Gemeinwohlökonomie, geht auf die Rolle der FinTechs ein (siehe dazu auch meine Präsentation auf Slideshare) und bringt eine Idee von Genossenschaften als regionale Plattformen bzw. Plattform regionaler Wertschöpfungskreisläufe wie z.B. Plattformen für Peer-to-Peer-Lending- bzw. Crowdinvesting-Plattformen (mehr zu diesem Thema kann man auch in meinem Buch „Crowdinvesting und Peer-to-Peer-Lending – Genossenschaftsbanking 2.0 als neue Strategie der Unternehmensfinanzierung“ – ISBN3 844237607 – bzw. meinem Blogbeitrag lesen).

Er ruft mit seinen im Blogbeitrag genannten, richtigen Argumenten zur Wiederbelebung des genossenschaftlichen Gedankens auf – ganz im Gegensatz dazu, in welche Richtung es mit dem genossenschaftlichen Gedanken bei Volksbanken und Raiffeisenbanken in Österreich geht: Er wird zu Grabe getragen…

Den gesamten Blogbeitrag lesen Sie hier…

Der zweite Artikel nennt sich „Wie man mit einer Politik zwei Mal Schaden anrichtet“ von Ronald Barazon und ist in den Salzburger Nachrichten erschienen.

Ronald Barazon als einer der besten österreichischen Wirtschaftsjournalisten geht in dem Artikel darauf ein, dass die österreichische Politik mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) als verlängertem Arm derzeit wie die Axt im Walde der kleinen Regionalbanken Österreichs vorgeht, nur um das Hypo-Alpe-Adria-Debakel unter dem Motto „Der Steuerzahler soll nicht nochmals zur Kassa gebeten werden“ aus den Köpfen der Wählerschaft zu bekommen. Dabei wird wahllos auf die Sektoren der Sparkassen, Volksbanken und jetzt auch Raiffeisen (obwohl diese sehr gute politische Netzwerke aufweisen) eingedroschen unter dem Vorhaben, die einzelnen Teile als ein Gesamtes wieder auferstehen zu lassen. Und das hilft – lt. Politik und FMA – dass es in Österreich nie wieder ein Bankdebakel gibt (wer´s glaubt wird seelig, wer´s nicht glaubt kommt auch in den Himmel…).

Vergessen wird dabei aber, dass die Regionalbanken (im Gegensatz zu BAWAG-PSK, Bank Austria und Konsorten, welche sich nur in größeren Städten ansiedeln, mit der Landbevölkerung aber wenig am Hut haben, da die Versorgung dieser erheblich teurer und weniger ertragreich wäre) die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen darstellen. Alles was sich über bald 200 Jahre des genossenschaftlichen Bankwesens aufgebaut hat wird in kürzester Zeit  zu Nichte gemacht unter dem Irrglauben dass dann alles gut werden würde.

Fakt ist, dass größere Einheiten auf Gewinnmaximierung aus sind; kleinere Regionalbanken nehmen Rücksicht auf die Bevölkerung vor Ort, vergeben Kredite in ihrer Region mit Mitteln, die aus dieser Region kommen, sponsern regionale Veranstaltungen und Projekte und sind somit eine Institution vor Ort.

Das alle wird unter dem Vorwand des vorausschauenden Handelns ein für alle Mal zerstört, denn ist eine Regionalbank einmal in einem Konzern aufgegangen gibt es kein Zurück mehr…

Den gesamten Artikel von Ronald Barazon finden Sie hier…

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