Seit 2010 haben 64 % der Unternehmen (1) mindestens ein Vollzeitäquivalent (FTE) für Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und LinkedIn bereitgestellt.
Trotz dieser Investitionen erzielen dadurch aber bislang nur etwa 10 % der Unternehmen spürbare Verbesserungen (2) in mehreren Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit.
Soziale Medien liegen überwiegend in den Händen des Marketing (3). Nur 42 % der Unternehmen halten die Organisationsstruktur ihrer Social-Media-Aktivitäten für wirksam oder besonders effektiv.
Vorreiter(4) in Sachen Social Media produzieren eigene digitale Inhalte: 81 % haben Corporate Blogs, 77 % mobile Anwendungen für Verbraucher, die soziale Medien nutzen, und 61 % eigene Online-Video-Kanäle.

Nur 10 % aller Unternehmen, die in Social Media investieren, erzielen auch tatsächlich deutliche geschäftliche Verbesserungen. Trotz des Hypes und höherer Investitionen scheinen die Unternehmen immer noch damit zu kämpfen, alle Nutzenpotenziale von Social Media zu erschließen – zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte globale Trendstudie von Tata Consultancy Services, ein führender Anbieter von IT-Services, Beratungsleistungen und Business-Lösungen.

Die Studie mit dem Titel Mastering Digital Feedback: How the Best Consumer Companies use Social Media zeigt, dass die meisten Unternehmen inzwischen signifikante Investitionen in Social Media tätigen. Rund zwei Drittel haben dafür mindestens ein FTE für Maßnahmen in sozialen Medien im Einsatz. Durchschnittlich geben die Unternehmen 19 Mio. US-Dollar aus und beschäftigen 56 Personen. Dennoch bleiben bislang die erhofften nachhaltigen Vorteile aus, weil die Informationen die Zielgruppen/-funktionen nicht ausreichend erreichen.

Satya Ramaswamy, Vice President und Global Head of Digital Enterprise bei TCS, sagt: „Obwohl digitalisierte Consumer-to-Consumer-Interaktionen über soziale Medien heute viel einfacher möglich sind, beschränken sich Unternehmen weitgehend auf Mechanismen für das Business-to-Consumer-Marketing. Es wird Zeit, dass die Unternehmen sich eines vielschichtigeren Ansatzes bedienen und die enormen Potenziale sozialer Medien auch in anderen geschäftskritischen Bereichen nutzen. Beispielsweise kann Kunden-Feedback aus Social Media wertvolle Impulse für die Produktentwicklung geben. Der Schlüssel dazu liegt im Aufbrechen organisatorischer Silos. In anderen Worten: Organisationen müssen ’social‘ werden und auch intern mehr teilen, um die Macht der sozialen Medien auch extern erschließen zu können.“

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie:

–  Nur 27 % der F&E/Produktentwicklungs- und 37 % der Produkt-Management-Abteilungen lesen regelmäßig die Social-Media-Kommentare von Verbrauchern. Das liegt teilweise daran, dass Social-Media-Aktivitäten meist in den Händen von Marketing, Kundenservice und Vertrieb liegen. Aufgrund dieser isolierten Zuordnung halten auch nur 42 % aller Unternehmen ihre Organisationsstruktur für Social-Media-Aktivitäten für wirksam oder besonders effektiv.
– Vorreiter investieren durchschnittlich 28 Millionen US-Dollar in Social-Media-Aktivitäten; doppelt so viel wie Nachzügler (5). Vorreiter richten darüber hinaus auch mehr als nur Unternehmensseiten in sozialen Netzwerken ein: 81 % haben Corporate Blogs, 77 % mobile Anwendungen für Verbraucher, die soziale Medien nutzen, und 61 % auch Online-Video-Kanäle.
–  Nur ein kleiner Prozentsatz der Unternehmen erkennt erhebliche geschäftliche Vorteile aus Social-Media-Aktivitäten. Dennoch erzielen 38 % der Unternehmen einen positiven Return on Investment, nur 18 % berichten von einem negativen ROI. Allerdings verzichten auch 44 % der Unternehmen bislang darauf, ihren ROI zu messen.
– Die Medien- und Unterhaltungsindustrie weist den höchsten Prozentsatz an Unternehmen auf, die über Social Media mit Kunden kommunizieren. Für die meisten Versicherungen ist Social Media hingegen noch Neuland.
– Der Reifegrad korreliert damit, wie effektiv Unternehmen in der Lage sind, isolierte Bereiche aufzubrechen – ein wichtiger Faktor für erfolgreiche Social-Media-Aktivitäten. Medien- und Unterhaltungsunternehmen tendieren am wenigsten dazu, Aktivitäten zu zentralisieren. Neulinge wie Reiseveranstalter, Hightech- und Telekom-Unternehmen hingegen zentralisieren ihre Social-Media-Aktivitäten eher.

Für die globale TCS-Trendstudie Social Media wurden weltweit 655 Unternehmen mit einem durchschnittlichen Umsatz von 15,6 Mrd. US-Dollar befragt. Es ist bislang die vierte Studie dieser Art von TCS.

Fußnoten:
1 Durchschnittlicher Umsatz von 15,6 Mrd. US-Dollar, ein Median von 4,9 Mrd. US-Dollar.
2 Beispielsweise Vorteile in Hinblick auf die Art und Weise der Vermarktung, auf den Absatz, auf Kundendienste nach dem Verkauf, auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, oder auch für die Identifikation und Korrektur von Schwächen aktueller Angebote.
3 Bei etwa einem Drittel der Unternehmen steuert das Marketing die Social-Media-Aktivitäten – ein viel höherer Prozentsatz verglichen mit allen anderen Geschäftsfunktionen.
4 Befragt wurde nach den Vorteilen in 16 Bereichen (Marketing, Vertrieb, Service, Produktinnovation und anderen). Als „Vorreiter“ werden Unternehmen bezeichnet, deren Einschätzung des Gesamtnutzen im oberen Drittel liegt.
5 Als „Nachzügler“ werden Unternehmen bezeichnet, deren Einschätzung des Gesamtnutzen im unteren Drittel liegt.

Quelle: pressebox.de