Im „Forum Nachhaltig Wirtschaften“ ist mir folgender interessanter Artikel aufgefalle, der sich mit Transparenz und Mitbestimmung durch den Kunden befasst. Zu beachten ist beim Lesen dieses Beitrages eines: 4.209 Personen wurden befragt, wovon 1.010 für die Bevölkerungsverteilung repräsentativ sind, die restlichen 3.199 waren Kunden der Ethik Bank, der GLS-Bank und der Triodos-Bank in Deutschland – also eigentlich „vorbelastete“ Kunden…

Alanus Hochschule, zeb/ und puls Marktforschung veröffentlichen weitere Ergebnisse der ersten umfassenden Studie zum Social Banking in Deutschland: 63 Prozent der Bevölkerung sind bereit auf Zinsen zu verzichten, wenn ihre Bank die angelegten Gelder nach sozial& ökologischen Kriterien investiert und jeder Zweite verzichtet sogar auf einen oder mehr Prozentpunkte bei der Verzinsung, wenn er dafür über die Investitionen mitentscheiden kann.

In Zeiten der anhaltenden Banken-Vertrauenskrise gewinnen gesellschaftliche Werte wie ökologisch und sozial verantwortliches Handeln, Transparenz und Glaubwürdigkeit neue Bedeutung. Kunden setzen bei ihren Bankgeschäften zunehmend auf Sicherheit statt auf hohe Rendite. 63 Prozent der Bevölkerung sind bereit auf Zinsen zu verzichten, wenn ihre Bank die angelegten Gelder nach sozial-ökologischen Kriterien investiert. Frauen ist die soziale und ökologische Verantwortung besonders viel wert: Mehr als jede fünfte Frau würde sogar auf die Hälfte der Zinsen und mehr verzichten, bei den Männern sind es nur 15 Prozent. Dies sind weitere Ergebnisse der ersten umfassenden deutschen Marktstudie zum Social Banking, welche die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn in Zusammenarbeit mit der auf die Finanzbranche spezialisierten Unternehmensberatung zeb/ und puls Marktforschung durchgeführt hat.

Hierfür wurden bevölkerungsrepräsentativ 1.010 Verbraucher ab 16 Jahren sowie 3.199 Kunden der sozial-ökologisch ausgerichteten EthikBank, GLS Bank und Triodos Bank Deutschland befragt.

Mitbestimmung ist ein weiterer entscheidender Aspekt für Bankkunden. Bereits jeder dritte Befragte wäre bereit, auf einen oder mehr Prozentpunkte bei einer Ausgangsverzinsung von drei Prozent zu verzichten, wenn seine Bank die Gelder in soziale und ökologische Projekte investiert. Eine Mitbestimmung bei der Auswahl dieser Projekte macht sogar für jeden Zweiten den Zinsverzicht attraktiv. Die Bereitschaft zum Zinsverzicht ist bei Kunden sozialer Banken deutlich höher ausgeprägt als bei Kunden konventioneller Banken: 95 Prozent der Social Banking Kunden nehmen einen Zinsverzicht in Kauf, wenn ihre Bank nach sozial-ökologischen Gesichtspunkten investiert.Personen, die ein generelles Interesse an Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung haben, beschränken dies meist nicht auf einzelne Bereiche. So erwägen vor allem die Befragten sozial-ökologische Investitionen, die beim Einkauf auf Bioprodukte und Prüfsiegel achten. Über 80 Prozent der Bevölkerung, für die ein Wechsel zu einer grünen Bank in Frage kommt, kaufen gezielt Bioprodukte und das sogar dann, wenn diese teurer als konventionelle Produkte sind.Die im Rahmen der Studie durchgeführte Zielgruppenermittlung hat gezeigt, dass die maßgebliche Social Banking Zielgruppe der „Sozial & Ökologischen“ auch die höchste Affinität zu Bio, Fairtrade und ethischer Geldanlage aufweist. Ein zentrales Ergebnis der Anfang Mai abgeschlossene Studie ist, dass sozial- ökologisch ausgerichtete Bankinstitute zu den am stärksten wachsenden Bankengruppen der Branche gehören. Dennoch ist der Anteil am gesamten deutschen Privatkundenmarkt mit 0,2 Prozent nach wie vor sehr gering. Doch was hindert Kunden konventioneller Banken daran ihr Kreditinstitut zu wechseln? Bisher ist es vor allem die geringe Bekanntheit der Social Banking Angebote: 72 Prozent der Bevölkerung haben noch nicht von sozial-ökologischen Banken gehört. Die potenziellen Kunden müssten demnach vor allem besser über die Angebote der grünen Banken informiert sein, denn wer von den grünen Banken bereits gehört hat, muss von ihren Ideen nicht mehr überzeugt werden: Fast 90 Prozent halten sozial-ökologische Banken für glaubwürdig. Wenn das zu erwartende Interesse an grünen Banken anhält, müssen noch praktische Hindernisse überwunden werden, beispielsweise das Netz von Filialen und Geldautomaten erweitert werden. Doch schon heute können die Kunden vieler sozial-ökologischer Banken auf andere größere Bankautomatennetze zugreifen. Dirk Battenfeld, Professor für Marketing und Controlling an der Alanus Hochschule, glaubt, dass besonders für unerfahrene und sicherheitsbewusste Bankkunden sozial-ökologische Kreditinstitute eine gute Alternative darstellen: „In der Öffentlichkeit herrscht das Bild des gewinnorientierten und allmächtigen Bankers vor. Das Vertrauen in die Institution Bank als Ganzes schwindet. Dennoch erwarten die Kunden, dass ihr persönlicher Bankberater sie zu ihrem Besten berät. Wer einen ethischen Anspruch hat und sich Sicherheit wünscht, für den sind grüne Banken eine Alternative. Hier ist für den Kunden direkt ersichtlich, in welche Projekte sein Geld investiert wird“. Erste Ergebnisse der im Mai abgeschlossenen „Social Banking Study“ haben gezeigt, dass es in Deutschland 16 Millionen Social Banking affine Privatkunden gibt. Die Größe des Marktes für Social Banking konnte im Rahmen der Studie durch Abgleich von Wertemustern, demografischen Attributen und Finanzdienstleistungsanforderungen bestehender Social Banking Kunden mit denen der Gesamtbevölkerung erstmals detailliert ermittelt und verglichen werden. Grundsätzlich lassen sich zwei Social Banking Zielgruppen unterscheiden: Die „Sozial Ökologischen“ und die „Nachhaltigkeitsorientierten“. Die Zielgruppe der „Sozial Ökologischen“ umfasst 3 Millionen Mitglieder. Sie haben ein ausgeprägtes soziales und ökologisches Gewissen und legen Wert auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Fairness. Sie sind mehrheitlich weiblich, urban und haben Interesse an einem konsequent sozial ökologisch arbeitenden Kreditinstitut als Hausbank. 13,2 Millionen lassen sich der zweiten Zielgruppe der „Nachhaltigkeitsorientierten“ zuordnen. Sie haben ein etwas moderateres aber immer noch deutlich ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit, sind hochgebildet und verfügen über ein deutlich überdurchschnittliches Einkommen. Auch hier besteht nach Studienergebnissen eine hohe Affinität zu Social Banking Angeboten, die umfassend oder ergänzend in Frage kommen. Die Alanus Hochschule bietet seit 2011 deutschlandweit als einzige Universität den Bereich Social Banking und Social Finance als Spezialisierung im Rahmen ihres betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiums an. Sven Remer, Juniorprofessor für Social Banking und Social Finance, und Dirk Battenfeld haben die Studie in Kooperation mit zeb/ und puls Marktforschung konzipiert und durchgeführt. Eine Management Summary mit den zentralen Ergebnissen ist ab sofort online unter http://www.alnanus.edu/bankstudie abrufbar.