Pinterest heißt ein neues soziales Netzwerk, das in den USA schon als Konkurrent zu Facebook, Twitter und Google+ gehandelt wird. Der Name setzt sich aus „Pinboard“ (Pinnwand) und „Interest“ (Interesse) zusammen. Pinterest soll Facebook, Twitter und Delicious (Bookmarkingdienst) in Einem sein. In 2011 wurde Pinterest von verschiedenen Fachzeitungen zum Newcomer des Jahres ernannt. Das TIME Magazine beispielsweise wählte Pinterest zu den “50 besten Websites” des Jahres 2011.


Gestartet war Pinterest bereits 2010 als Social-Shopping-Dienst. Die User konnten eigens Sammlungen von Fundstücken aus dem Web zusammenstellen, auf die wiederum andere User zugreifen konnten, um ausgewählte Produkte weiterzuempfehlen oder in ihre Sammlung zu übernehmen. Das geschieht entweder über einen sogenannten “Repin”-Button, der ein Bild oder Video auf der eigenen Pinnwand “anheftet”, oder den Like-Button.

Im vergangenen Jahr entwickelte sich dann Pinterest immer mehr zu einem Social Network für Bilderhungrige. Was interessiert, ist der virale Gedanke: Gefällt mir ein Bild, teile ich es mit Hilfe virtueller Pinnwände weiter. User haben die Möglichkeit, Sammlungen, auch “Boards” genannt, zu bestimmten Themen anzulegen – etwa zu Haaren, Gebäck oder Eulen, egal ob es sich um Beruf, Hobbys oder den aktuellen Einkaufstipp handelt. User können diese Boards wiederum abonnieren oder dem Betreiber folgen.

Pinterest

Pinterest lebt von visuellen Reizen. In seiner Bilderflut erinnert die Seite ein wenig an die Stickeralben, in die man sich als Kind stundenlang vertiefen konnte. Gerade diese teils chaotische Bilderflut scheint den Reiz von Pinterest auszumachen. Man ertappt sich schnell dabei, wie man von einem Board zu anderen springt, Bilder liked, kommentiert oder an sein eigenes Board pinnt und dabei schnell die Zeit vergisst.Das Endergebnis besteht dann eben aus von Benutzern erstellte Pinnwände, die durch Videos und Illustrationen Lust machen, Bookmarks zu folgen.

Für die Anmeldung benötigt man derzeit noch eine Einladung – diese kann man auf der Pinterest-Startseite beantragen oder von einem bereits registrierten User bekommen.

Eine gute Erklärung – von der Anmeldung bis zur Nutzung – von Pinterest bietet folgendes Video:

Wie die folgende Grafik zeigt ist Pinterest eine der schnellstwachsenden und frequentiertesten Communities der Welt:

Pinterest

Noch ist nicht ganz klar, wie Pinterest langfristig Geld verdienen will. Werbung gibt es auf der Seite bislang nicht. Allerdings, so ein Bericht von The Atlantic, hat das Start-up bereits jetzt Partnerschaften mit Unternehmen wie SkimLinks, einer Affiliate-Marketing-Firma, die jeden Link, der auf Pinterest gepostet wird, scannt und jene ausfiltert, die auf eine Händlerseite mit Affiliate-Programm gehen. Dabei schneidet Pinterest dann einen bestimmten Anteil an den Erlösen, die über den Link erzeugt werden, mit. Dies hat allerdings auch schon zu Kritik geführt, da die Plattform die Nutzer nirgendwo darüber in Kenntnis setzt, dass die geposteten Links anhand von eingebetteten Codes getrackt werden.

Natürlich gibt´s überall etwas zu verbessern: qas bei der Nutzung relativ schnell auffällt, ist die schlechte Suche. Die Plattform bietet keinerlei Möglichkeiten, Suchkriterien zu definieren bzw. die Suche zu verfeinern. Die einzige Option ist ein Suchfenster, in dem ein Begriff eingegeben werden kann, der dann mehr oder weniger brauchbare Ergebnisse liefert. Auch die Suche nach anderen Nutzern verläuft nach demselben Prinzip über dasselbe Eingabefeld.

Das größte Problem dürfte zweifellos der nicht geregelte Schutz von urheberrechtlich geschütztem Material sein.

In Medienberichten wurde bereits darauf hingewiesen, dass man hierzulande bei der Nutzung von Pinterest schnell in Konflikt mit Urheberrechten geraten kann. Denn grundsätzlich ist es nicht gestattet, urheberrechtlich geschützte Abbildungen ohne Einwilligung des Rechteinhabers zur Schau zu stellen. Das kann hierzulande schnell eine Abmahnung nach sich ziehen. US-User sind durch die „Fair Use-Klausel“ besser geschützt.

Es gilt also: Entweder Abbildungen suchen, die unter Creative Common-Lizenz stehen – oder den Rechteinhaber um Erlaubnis bitten. Bei Facebook und Co. ist die Situation oft etwas anders, da dort die privaten Inhalte und Webfundstücke je nach Privatsphäreneinstellung nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden – also die Rechteinhaber unter Umständen von der Nutzung ihrer geschützten Werke gar nichts erfahren.

Pinterest bittet seine Nutzer zwar, beim Posten von Bildern und Videos die Quellen zu nennen. Ob andere User, die die Inhalte weiterverteilen ebenso sorgfältig vorgehen, ist allerdings nicht geregelt.