Lt. einer (deutschen) Studie im Rahmen der Kundenbefragung „Wege zum Kunden 2015“ von Steria Mummert Consulting nutzen Kunden für ihre Bankgeschäfte überwiegend das Internet (80 Prozent). Auf den Plätzen landen die Bankfiliale (62 Prozent) und das Selbstbedienungsterminal (54 Prozent). Alternative Vertriebswege sind dagegen weit abgeschlagen, z.B. nutzen nicht einmal 10 % der Kunden ihr Smartphone für ihre Bankgeschäfte.

Comdirect, Ing-DiBa, Targobank, Sparkasse und Immobilienscount 24 haben durch eine gut geführte SEO (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung) eine hohe Wahrscheinlichkeit bei Suchen auf den vorderen Plätzen zu erscheinen.

76 Prozent der Banken planen sich in sozialen Online-Netzwerken (stärker) zu engagieren, wobei vor allem auf die Portale Facebook, Twitter und Youtube gesetzt wird. Diese Portale sollen somit das strategische Kundenmanagement verstärken. Ergänzend dazu werden sich in den Augen der Experten die Smartphone-Apps als neue Kontaktwege zum Kunden etablieren.

70 Prozent glaube dass soziale Netzwerke in den nächsten Jahren einen entscheidenden Einfluss auf die Kundenbeziehungen haben, 60 Prozent sind der Meinung dass ein Facebook-Profil der Bank ein entscheidender Imagefaktor ist.

Bislang ist der Social-Media-Einfluss der Banken noch überschaubar, nur die Genossenschaftsbanken und die Internet-Bank Fidor sind hier etwas erfolgreicher (der Erfolg der Genossenschaftsbanken spiegelt sich auch in Österreich wider).

Die Non-  und Nearbanks graben das Wasser ab

Der Wirtschaftswissenschafter George Dyson spekuliert über die Möglichkeit einer Google Bank; andere stehen aber bereits „Gewehr bei Fuß“. Paypal nimmt bereits jetzt weltweit einen großen Bereich des Transaction-Banking für sich in Anspruch, IT-Anbieter wie SAP oder Oracle erweitern ihr Angebot um Treasury-Funktionen.

„Die unangefochtene Stellung einer Hausbank im Firmenkundengeschäft ist bedroht. Banken müssen daher dringend ihre Positionierung und strategische Ausrichtung überprüfen“, warnen die Autoren einer Studie der Managementbereatung „Bain & Company“. Ihr Fazit: Institute müssen ihr Hauptaugenmerk auf Kunden, Regionen und IT legen. Das Gros der Banken sollte sich deshalb auf seine Stärken in den angestammten Märkten konzentrieren und dort die eigene Marktstellung festigen und ausbauen, um so zu einem lokalen Champion zu werden.

Dabei bekommen die Banken immer mehr Konkurrenz von sogenannten alternativen Anbietern über Internet bzw. Social Media. Die Kreditvergabe über soziale Netzwerke wie Kiva, Smava oder Cashare ist in Deutschland und der Schweiz bereits zwar im Vergleich zur Gesamtheit kleiner, aber etablierter Bestandteil des Kreditgeschäftes. Über Crowdfunding-Plattformen wie Inkubato werden Gelder für Projekte und Unternehmen über Social Media gesammelt.

Ergänzend zur Veranlagung in Privat- oder Unternehmenskredite über diese Onlineplattformen aggregieren Portale wie Sharewise das Anlageverhalten von tausenden von Kleinstinvestoren und „erkennen“ in Echtzeit Strömungen auf den Aktienmärkten. Daraus werden dann Aktienempfehlungen erzeugt.

DER Kernsatz in diesem Artikel ist für mich: „Die individuelle Kundenbeziehung ist letztlich das, was den USP einer Bank ausmacht – wenn man alles andere abzieht.“

Gleichzeitig beeinflussen die Megatrends der Jahre 2020ff die Strategie der Banken:

  • Granularisierung: Alles wird kleinteiliger, der Megatrend Partizipation verwandelt Anbietermärkte in Nachfrager-Märkte, Kunden emanzipieren sich. In diesem Trend bewegen wir uns schon seit einigen Jahren…
  • Local: Alles wird lokaler, individuell gegebene Information erhält einen höheren Stellenwert. Eine Chance für Klein- bzw. Genossenschaftsbanken

In diesem Zusammenhang fällt immer folgendes Buch ein:
Hot, Flat, and Crowded: Why The World Needs A Green Revolution – and How We Can Renew Our Global Future

iBusiness hat aus obigen Erkenntnissen „Fünf Szenarien für die Zukunft der Banken“ abgeleitet: bis 2020 wird hier die Multichannel-Bank favorisiert, die einen Zugang über Filiale, Internet und mobile Apps bietet. Die Social Networks werden als Kommunikations- und Vertriebskanäle benutzt.

Über das Jahr 2020 hinaus vertreten diese Experten die Meinung dass die Filialen langsam verschwinden werden, freie, „bewegliche“ Bankberater übernehmen die Agenden der „fixen“ Filialen.