Interessanter Artikel von Jens Stark auf digitalliving.ch:

Stanley Milgrams Forschung aus dem Jahr 1967, dass jeder jeden auf der Welt über sechs Ecken kennt («six degrees of separation»), wurde jetzt mit neuen Daten aus Facebook aktualisiert. Demnach sind es nur 4,74 «Ecken».

 

Bildquelle: referralnetworker.com

Milgram hatte das «Small World Phenomenon» mithilfe von 296 Freiwilligen ermittelt, die jeweils über Freunde und Freunde von Freunden eine Postkarte an eine bestimmte Person in einem Bostoner Vorort schicken sollten.

Für die Aktualisierung wurde nun auf eine weit grössere Datenbasis zurückgegriffen – 721 Millionen Nutzer von Facebook nämlich und damit mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung. Das Onlinenetzwerk fand gemeinsam mit der Universität Mailand heraus, dass die Menschen nur 4,74 «Grade» voneinander getrennt sind (in den USA, wo über die Hälfte der Menschen über 13 bei Facebook sind, sogar nur 4,37).Das Experiment dazu dauerte einen Monat lang, wie die «New York Times» berichtet. Über komplexe Algorithmen wurden dazu unter anderem extrem viele Beispielverbindungen zwischen Facebook-Mitgliedern berechnet.

Die Methodik ist allerdings ebenso kritisch zu hinterfragen wie bei der Milgram-Studie aus den 1960er-Jahren, denn in beiden Fällen sind die Objekte nicht zufällig, sondern gezielt ausgewählt – im aktuellen Fall eben Menschen mit Internetzugang, die eine bestimmte Website nutzen. Ausserdem hat die «Freundschaft» bei Facebook eine andere Bedeutung als im wirklichen Leben.

Entsprechend harsch fällt dann auch die Kritik einzelner Facebook-Mitglieder zur präsentierten Studie aus. «Die Hälfte meiner Freunde kenne ich gar nicht», schreibt einer. Dies vor allem darum, da diverse Facebook-Games sich nur dann anständig spielen liessen, wenn man so viele Freunde wie möglich habe, die einem helfen. «Also habe ich alle möglichen Leute als Freunde gelistet», argumentiert er.