Zahlungsverkehr und Kreditfunktion: paypal und Facebook verbünden sich

Da ich mich in meiner Ausbildung derzeit gerade mit der Bank der Zukunft und damit mit den Avancen von Facebook und paypal für die Abwicklung des klassichen Zahlungsverkehrs beschäftige ist mir folgender Artikel von Hrn. Dr. Hansjörg Leichsenring im Bank-Blog „vor die Linse gerutscht“.
 
Anscheinend werden Facebook und paypal in Zukunft enger zusammenarbeiten und dabei sogar eine Kreditfunktion(!) testen… 
 
Bildquelle: techscout.com 
 
Wie sagte einst Microsoft-Gründer Bill Gates: „Banking is necessary, banks are not“. Bekommt der Satz neue Aktualität?

Ebay hat ja einen ersten Schritt gemacht und ist mit PayPal schon in eine klassische Domäne der Banken (den Zahlungsverkehr) eingedrungen. Schon seit einigen Jahren verfügt PayPal über eine Banklizenz, die es grundsätzlich ermöglicht, europaweit auch andere klassische Bankgeschäfte zu tätigen. Vor kurzem hat der Geschäftsführer von PayPal Deutschland in einem FAZ-Interview eher beiläufig erwähnt, dass PayPal auch Zahlungen über Facebook abwickeln wird und dass Facebook das Projekt einer eigenen Währung zurückstellen würde.

Nun kommt die neue Meldung, dass Facebook eine „Bezahl später“-Option für den Kauf von virtuellen Gütern in Online-Spielen testet. Die Rückzahlung kann dann zu einem späteren Zeitpunkt über Kreditkarte oder über PayPal erfolgen.

Die Option, virtuelle Güter für Spiele zu kaufen ist als solche relativ neu für Facebook-Nutzer. Der Prozess, der über ein Popup-Fenster gesteuert wird, macht es den Nutzern recht einfach, die neue Zahlungsoption zu nutzen. Durch die Eingabe der Zahlungsdaten wird es den Nutzern leichtgemacht, zukünftig „per 1-Click“ zu kaufen.

Dies könnte der Einstieg von Facebook ins Bankgeschäft sein. Über die neue Option kann Facebook auch Kreditkarten oder PayPal-Kontodaten seiner Nutzer sammeln und speichern. Es wäre ein leichtes, diese zukünftig auch zur schnellen Bezahlung anderer Güter zu nutzen. Die anschliessende Speicherung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Analyse wäre eine logische Fortführung der bisherigen Strategie von Facebook zum Speichern und Verknüpfen von Nutzerdaten und würde völlig neue Perspektiven eröffnen.

Und danach? Was hindert Facebook daran, zukünftig auch andere Bankdienstleistungen anzubieten. Die Nutzer könnten sich auf Facebook z.B. über Geldanlagen austauschen und dann direkt via Facebook-Button z.B. Investmentfonds oder Aktien ordern.

Mag das derzeit noch nach Zukunftsmusik klingen, die Möglichkeiten die sich Facebook eröffnen könnten sind vielfältig. Die etablierten Banken sind daher gut beraten, Facebooks Bank-Strategie aufmerksam zu verfolgen und zügig selbst ein Bank 2.0-Angebot für ihre Kunden bereitzustellen, um diese nicht abwandern zu lassen.

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2 Kommentare zu „Zahlungsverkehr und Kreditfunktion: paypal und Facebook verbünden sich

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  1. Hallo,

    ja das ist alles theoretisch sehr logisch. Facebook könnte, google und Apple auch und in der Tat sind die alle ja auch schon sehr weit. Apple wird wohl im nächsten Jahr die eigene ewallet ins iphone integrieren und damit wird man dann im Handel bezahlen können. Aber ob diese Unternehmen wirklich eine der am stärksten regulierten Branchen, die es auf diesem Planeten gibt, einsteigen wollen. Zumal es ja auch intensive Verknüpfungen mit Banken gibt, denn Goldmann Sachs ist ja mit einem höheren Investment bei Facebook eingestiegen.
    Meine Erwartung: Alle drei Unternehmen werden über all dort, wo es ihrem Geschäftsmodell etwas bringt, natürlich in Bereiche eindringen, die traditionell den Banken überlassen wurden. Alle drei werden aber so schnell keine eigene Bank werden, auch wenn wir Internet Enthusiasten und wünschten, die Banken wären ähnlich innovativ, cool und nützlich.

    boris
    @electrouncle

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  2. Hallo,
    danke für den Kommentar.
    Ich glaube auch dass diese Unternehmen nicht wirklich eine eigene Bank gründen – aber das müssen Sie ja auch nicht.
    Den Einstieg von Goldman Sachs bei Facebook sehe ich eher als ein Umgehen des Aktiengesetzes der USA (z.B. könnte Goldman Sachs die gekauften Anteile als „Facebook-Ertragsanteile“ in einer Art Fonds weitergeben; der Fonds wäre dann der alleinige Aktionär, den Ertrag aus den Aktien bekommen aber die Fondsanteilsinhaber).
    Ich stimme vollkommen mit Ihrer Meinung überein: die Unternehmen werden vorerst nur das „Bankgeschäft“ machen, das zu ihrem Kerngeschäft passt.
    Früher oder später aber wird das Kerngeschäft zu wenig abwerfen (sehen wir uns den Ertragsrückgang bei Amazon in Q4/2010 an und den damit verbundenen Einbruch der Aktie am 27./28.1.2011) – dann werden sie den beschrittenen Weg wohl immer weiter gehen…

    Auf jeden Fall: danke für Ihre Gedanken!

    Robert

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