„buzzattack 2010“ – Resümee einer geballten Ladung Buzz-Marketing

 

 
 
Als einer der ca. 200 Teilnehmer bringe ich hier eine kurze Zusammenfassung dieses Events und meine persönlichen Eindrücke.
 
Zuerst einmal zur Organisation: das Team von ambuzzador hat sich alle Mühe gegeben, dafür herzlichen Dank. Toll wäre es gewesen wenn vor der Festlegung des Eventortes getestet worden wäre ob auch der Handy- und mobile Internet-Empfang gegeben ist. Online zu sein war da sehr mühsam – was auch viele andere Teilnehmer bestätigten. Wobei der Kahlenberg ja nicht unbedingt die hinterste Ecke Wiens ist…
 
Sabine Hoffmann, CEO von ambuzzador Marketing, entfachte als erste Rednerin sozusagen das Feuer für die Tagesthemen. Klar dass sie in ihrem Vortrag die Themen nur angerissen hat – schließlich konnte sie ja den einzelnen Vortragenden nicht die Butter vom Brot nehmen.
 
Harald Katzmair, CEO von FAS. research, hätte aus meiner Sicht um einiges länger benötigt um „Netzwerk-Analyse“ den Teilnehmern näher zu bringen. Durch die enge Zeitvorgabe konnte er dieses Thema nur ansatzweise erklären was nicht allzu vielen Teilnehmern eine „Erleuchtung“ brachte. Am ehesten noch konnte man mit dem „Waldbrand“ etwas verbinden.
Fazit: interessantes Thema, zu kurze Redezeit um den Teilnehmern viel interessantes zu vermitteln
 
Charlotte Hager, CEO von comrecon und repconsult, brachte die Teilnehmer wieder auf sicheren Boden, soll heißen zu Informationen, die zumindest zum Teil bereits bekannt bzw. absehbar waren. Interessant an „Reputationsmanagement 2.0“ waren vor allem die 5 Phasen des Reputationsmanagement, wobei man im Nachhinein betrachtet zwar „eh klar“ sagen kann, jedoch hat es in dieser Kürze noch niemand zusammengefasst.
Fazit: interessanter, kurzweiliger Beitrag mit guten Ansätzen für das Reputationsmanagement über Social Media. Brachte auch interessante, wenn auch großteils bekannte Einblicke in das „Reputationschaos“ von BP. Dazu passt auch folgende Grafik aus dem Vortrag:
 
 
 
Loic Moisand, CEO von synthesio SAS, war das erste Highlight des Tages. Mit einer sympathischen, fast spitzbübischen Art brachte er Beispiel für die vier verschiedenen Marken-Arten („boring, functional, exciting and vital brand“). Durch die Unterscheidung der Marken auf Grund ihres Hauptproduktes unterscheiden sich auch deren „Social Profiles“.
Fazit: leider viel zu kurze Redezeit für diesen interessanten Vortrag! Hier das Beispiel für die „exiting brand“ Red Bull: 
 
Rainer Nowak, Ressortleiter Innenpolitik der Tageszeitung „Die Presse“, kam sozusagen als „Notnagel“ für seinen Chefredakteur Michael Fleischhacker zum Einsatz. In humorvoller Art lockerte er den Tag auf, gab aber auch indirekt zu dass er mit Social Media nicht wirklich viel am Hut hat.
Fazit: fachlich konnte Nowak nicht unbedingt etwas beitragen, eine Auflockerung war´s allemal.
 
Niko Alm, Geschäftsführer der Super-Fi GmbH, war sicher der nächste Höhepunkt. In interessanter Weise stellt er sich bzw. seinen Ansatz für Social Media mit dem Kürzel „E³SP“ (Reichweite, Relevanz, Reputation) vor.
Fazit: gelungene Selbstvermarktung die dem Zuhörer bzw. -seher mit provozierenden Bildern und Gedanken Lust auf mehr von Niko Alm macht. Hier ein Beispiel seiner Ideen:
 
Wolfgang Renzl, Anwalt für Medien- und Immaterialgüterrecht, bemühte sich sehr die Informationen an den Mann/die Frau zu bringen, hatte jedoch zwei Fakten gegen sich: das Thema (ist nun einmal trocken) und den Zeitpunkt seines Beitrages (letzter Beitrag vor der Mittagspause).  Trotzdem ist das Thema „Persönlichkeitsrechte in Social Media“ sehr interessant, sollte jedoch in einem eigenen Themenblock noch genauer abgehandelt werden da hierfür sicher die Zeit zu knapp bemessen war, wie die anschließenden Fragen der Teilnehmer auch zeigten.
Fazit: sehr interessantes Thema das leider sehr oft zu kurz kommt; ob die Kurzzusammenfassung dieses Beitrages durch Sabine Hoffmann mit „ich muss auf Tatsachen aufbauen dann darf ich jeden einen Idioten nennen“ (oder so ähnlich)  wirklich der Wahrheit entspricht möchte ich nicht unbedingt ausprobieren…
 
F. Scott Woods von Facebook Germany,  war anhand der Tatsache dass es der erste Auftritt eines offiziellen „Facebookers“ in Österreich war bereits ein Highlight. In launiger Manier stellte er Facebook vor wobei er nicht allzu viel Neues mitbrachte – außer dass er selbst schon „Facebook Places“ nutzen darf. Zum Thema Datenschutz waren die Aussagen – „no na net“ – Facebook-Linie; ob´s wirklich so gehandhabt wird steht auf einem anderen Stern.
Fazit: schön dass er dabei war, interessant was er gesagt hat – aber eben nicht allzu viel Neues.
 
Stefan Wehmeier & Sieglinde Martin, FH Wien: Stefan Wehmeier rüttelte gleich einmal mit dem Beispiel der Pizzakette „Domino´s“ auf. Die Grundlagen „Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Reputation“ verband er mit empirischen Forschungsergebnissen. Sieglinde Martin beendete dann den Vortrag mit Empfehlungen zu Blogs, Twitter, Facebook und Co.
Fazit: Interessant das Thema auch einmal aus der Studien- bzw. Literaturrichtung nähergebracht zu bekommen.
 
Madlen Nicolaus, Social Media Managerin Kodak EAMER, brachte die Social Media-Bemühungen von Kodak mit diversen Blogs und Facebook-Auftritten näher. Irgendwie konnte ich mich zuerst aber des Eindrucks nicht erwehren dass das Social Media-Thema bei Kodak ziemlich „aufgesetzt“ klingt. Nach „einer Nacht darüber schlafen“ kam mir der Gedanke dass es vielleicht daran liegt dass Nicolaus in ihrem Vortrag sehr viele Zahlen brachte, die zeigten, was die einzelnen Aktionen vordergründig bringen (Beispiel Twitter: 800.000 Reichweite, 41 % Steigerung, etc.).  Die Zahlen alleine sagten mir bei dem Vortrag weniger – viel interessanter war der Werdegang von Kodak im Segment der Social Media-Kameras von Zi6 bis PlaySport sowie die Erfolgsmessung dazu.
Fazit: Zahlen von Fans und Followern sind nicht alles – wichtig ist, was es Kodak tatsächlich gebracht hat (was ja dann in der Folge im Vortrag auch kam).
 
Thomas Mayer, Senior Brand Manager T-Mobile, brachte „Philippes Projekt“ und die Verbindung von T-Mobile mit dem Thema AIDS auf die Bühne. Sowohl die Präsentation als auch der Vortrag waren gelungen und ließen Einblicke in den Ablauf von den Vorbereitungen bis zum Abschluss zu. Gebracht dürfte es T-Mobile auch im entsprechenden Handysegment etwas haben…
Fazit: anscheinend gut gelungenes Projekt, nur – wie eine Teilnehmerin bei den anschließenden Fragen anmerkte: mit voller Hose ist´s leicht stinken!
 
Bob Pearson, Chief Technology & Media Officer von WCG, war leider nur per eingespieltem Videovortrag sichtbar, Fragen wurden per Skype gestellt bzw. von ihm beantwortet. Anscheinend wurde das Video in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden aufgenommen oder die Leute von ambuzzador haben ihn aus dem Mittagsschlaf geholt – zumindest der monotonen Stimmlage nach zu schließen. Schade, denn der Vortrag an sich ist sehr interessant gestaltet wobei ich vor allem die Nummer 8 der Trends herausstreichen möchte: Kunden möchten Ideen, Produktkenntnisse und Lösungen zu Produkten teilen.
Fazit: inhaltlich ein sehr guter und gelungener Vortrag, zu diesem Zeitpunkt wäre es jedoch besser gewesen Bob hätte am Kahlenberg vorgetragen und nicht per Video – ein Espresso  hätte ihn munterer gemacht…
 
Erich Morawek, SOMAIN,  und Martin-Hannes Giesswein, Country Manager NOKIA Österreich, brachten den betriebswirtschaftlichen Effekt des Reputationsmanagement über Social Media mit. Zwar waren die 5 Handlungsempfehlungen nichts wirklich Neues jedoch brachten vor allem die Ideen und Sichtweisen seitens NOKIA interessante Einblicke, beispielsweise ins Recruiting per Social Media.
Fazit: inhaltlich nicht extrem viel Neues, dafür aber interessant und gut vorgebracht mit kleinen Einblicken in ein Blue-Chip-Unternehmen wie NOKIA.
 
Robindro Ullah, Referent Hochschulmarketing der DB Mobility Logistics AG (Deutsche Bahn), hatte leider das Pech der letzte im Bunde zu sein – da hatten sich schon einige der Zuhörer verabschiedet. In witziger Art referierte er von Sinn und Unsinn des Social Media im Personalmarketing und scheute sich auch nicht zuzugeben dass auch er einige Zeit benötigte bis er den richtigen Zugang zum Thema Social Media und vor allem zum Personalrecruiting hatte. Nun dürfte es anscheinend klappen…
Fazit:  toller Vortragender, zeigte auch auf dass Fehler vorkommen werden bzw. müssen um erfolgreich und besser zu werden. Sein beruflicher Twitter-Account scheint nachahmenswert.
 
Die Dateisammlung zu „buzzattack 2010“ gibt´s hier.
 
Abschließend kann die Veranstaltung als insgesamt sehr gelungen bewertet werden; großteils waren die Vorträge sehr interessant gestaltet. Schade fand ich dass es den ganzen Tag über Zeitdruck gab – sowohl für die Vortragenden als auch für die Teilnehmer. Hier wäre beim nächsten Mal die Devise „weniger ist mehr“ zu berücksichtigen: weniger Vortragende, mehr Redezeit für die Vortragenden aber auch mehr Zeit  zum Netzwerken und Austauschen für die Teilnehmer.
 
In diesem Sinne: nach buzzattack 2010 ist vor buzzattack 2011!!
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