Freddy Laker hat auf Advertising Age  einige Annahmen erstellt, wie Social Media 2012 aufsehen wird (die folgenden Zeilen wurden von Webfeuer auf Deutsch übersetzt und von dort übernommen).

Auffällig dabei ist, dass sich Internet und Social Media mehr auf den Anwender einstellen werden (die Technik macht´s möglich).
Gerade diese Möglichkeiten zu nutzen wird Aufgabe der Banken sein – damit wir uns auch in Social Media von unserer kundenfreundlichen Seite zu zeigen (wir Volksbanken haben mit dem Recommender-Award im Word of Mouth-Marketing ja die Nase vorn).

Ist doch eine schöne Zielsetzung: wir Volksbanken wollen „mittendrin statt nur dabei“ im semantischen Web (siehe Punkt 10) sein.
Ein Beispiel: gibt unser Kunde eine Suchanfrage in seine Suchmaschine ein, ist die Volksbank bereits durch sein bisheriges „Verhalten“ in den Top-Ergebnissen der Suchmaschine gelistet.
Durch Social Media Monitoring bzw. geeignete Tools kann dann eruiert werden, wie weit die Volksbank in der Beliebtheit vorne liegt. Wäre das nicht der Recommender-Award zum Quadrat („Recommender²“)?

Semantic Web (Bildquelle: lifeboat.com)

Anbei nun der der Artikel:

Wenn man das Internet mit dem vergleicht, was wir vor 3 Jahren als solches bezeichnet haben, wird klar, wie schnell sich die Web-Welt dreht. Bereits jetzt werden erste Ansätze gemacht, um Social Media und das Verhalten der User erneut zu revolutionieren. Und wie geht es weiter?

1. Die Einstellung zur Privatsphäre wird sich ändern
Es wird einen kulturellen Wandel geben, bei dem das Preisgeben von persönlichen Informationen auf diversen Social Media Plattformen mehr und mehr akzeptiert wird. Die eigenen Vorlieben, Gedanken, Meinungen, Fotos, Videos und vieles mehr zu teilen wird die Norm sein und die Bedenken werden sich drastisch verringern.

2. Location Based Services (LBS)

Ohne Zweifel werden mobile Endgeräte noch viel mehr mit Social Media verschmelzen. Ein großes Schlagword dabei wird das „Location Based Service“. Beim LBS wird mithilfe von GPS-basierten Karten auf mobilen Endgeräten angezeigt, wo man sich selbst befindet und auch, wo genau sich die eigenen Freunde befinden. Real-time Angebote aus der Umgebung werden genauso integriert, wie dazugehörige Reviews. Bereits jetzt haben Services wie Foursquare oder Gowalla damit begonnen, und LBS wird ohne Zweifel die nächste große Revolution im Bereich Social Media. Auch die Bereitschaft den eigenen Standort bekannt zu geben, wird deutlich ansteigen und genauso akzeptiert werden, wie die eigenen Gedanken und Tätigkeiten öffentlich zu machen. Dadurch wird sich auch im Bereich „Social CRM“ die Art, wie Firmen ihre Businesskontakte und Kunden betreuen, drastisch verändern.

3. Komplette Dezentralisierung von Social Networks

Das Konzept des Freundes-Netzwerks wird plattformunabhängig sein. Die persönlichen Informationen und auch die verknüpften Kontakte werden sich problemlos auf jede Plattform übertragen lassen. Der Anfang ist bereits jetzt mit Facebook Connect und Googles FriendConnect gemacht worden.

4. Unsere Interaktion mit Suchmaschinen wird sich verändern

Googles Echtzeitsuche, die jetzt auch Twitter, Facebook, Blog-Posts und User-Reviews anzeigt wird noch viel mehr Gewichtung haben. Die „Social Suche“ wird die Art unserer Interaktion mit Suchmaschinen verändern. Nachdem damit relevante Inhalte aus unseren persönlichen Netzwerken in den obersten Suchergebnissen angezeigt werden, werden diese auch persönlicher. Die Wichtigkeit „digitaler Meinungsbildner“ wird enorm ansteigen.

5. Aufstieg der Content Aggregatoren

Die Menge der Online Inhalte steigt exponentiell, die meisten User haben wenigstens drei Online Profile, von Social Networks über Microblogging bis hin zu Social News Seiten. Diesen Anstieg des produzierten Contents zu managen wird eine Herausforderung und Content Aggregatoren mit der Fähigkeit diese zu filtern, aufzubereiten und einfach bedienbare Services anzubieten werden dann die neuen Halbgötter im Internet.

6. Social Media Augmented Reality

„Augmented Reality“ bezeichnet eine Technologie, bei der die „reale Welt“ mit mobilen Endgeräten verschmilzt. Beispiel: Die Handykamera wird auf den Stephansdom gerichtet, und am Display werden alle Informationen dazu angezeigt. Informationen aus Social Media-Plattformen werden dabei dann ebenfalls integriert werden. Bei einem Anruf mit dem Handy wird auch gleich real-time Updates aus Facebook und Twitter bei den Kontakten angezeigt, um zu sehen, was der gleich Angerufene derzeit macht.

7. Influencer Marketing wird neu definiert

Da Social Media mehr und mehr Bereiche auch außerhalb von Plattformen durchdringt, wird die Bedeutung von Influencer Marketing deutlich ansteigen. So wird die Integration von Twitter und Usermeinungen bei Google dafür sorgen, dass die Inhalte in den Suchergebnissen sich nicht nach dem berüchtigten PageRank oder gutem SEO richten, sondern nach „Social Influence“, Popularität und Relevanz in den sozialen Netzwerken. Jene User (Influencer) herauszusuchen, die den Firmen helfen die Zielgruppe bestmöglich zu erreichen und Inhalte erfolgreich zu verbreiten wird der effektivste und wichtigste Weg im Online Marketing werden.

8. Ratings und Reviews überall

In der heutigen Zeit eine kommerzielle Website zu haben, die keine Möglichkeit für Userreviews bietet, kann sich bereits jetzt negativ auf die Online Verkäufe auswirken. Zukünftig wird es das A und O im Online-Handel sein Userreviews zuzulassen Produkten und offenes Feedback der Kunden zu akzeptieren.

9. Auf der (Google) Welle reiten

Google Wave steht gerade erst am Anfang und ist im Moment lediglich für Entwickler und eine relativ kleine Zielgruppe interessant, hat allerdings großes Potential um Kollaborationen und Engagement zu revolutionieren. Google Wave bietet im Bereich Marketing einen einzigartigen und Weg, um die Interaktionen zwischen den Kunden untereinander zu ermöglichen. Und zwar auf eine Weise, die Welten von dem entfernt ist, was wir bisher kennen und nutzen. Pfiffige Marketingleute werden Erweiterungen für Wave entwickeln, die die Kommunikation zu einem Markenerlebnis machen, und damit ein neues Level der Interaktion schaffen – von „Crowdsourced Storytelling“ bis hin zu „Crowdsourced Product Design“.

10. „Semantisches Web“

2009 richtete sich der Fokus sehr auf das „real-time“-Prinzip von Social Media. Die Folgen von Kundenfeedback und Marken-Interaktion durch Facebook oder Twitter brachte Marketers dazu den Blick in Richtung Social Media Tools zu richten. Wenn wir jetzt in die Zukunft schauen, müssen wir ein Auge darauf haben, wie sich das Internet entwickelt und die wahrscheinlichste Antwort, was das Internet demnächst revolutionieren wird ist: das semantische Web (Semantik = Bedeutungslehre). In einer „semantischen Web-Welt“ werden die relevantesten Suchergebnisse danach ausgewählt, was Suchmaschinen über uns wissen (wie z.B. den Informationen in unseren öffentlichen Social Media Profilen) und unser Verhalten im Web wird mit einbezogen. Diese Entwicklung wird auch das Marketing im Internet stark beeinflussen.

Wie auch immer Social Media in Zukunft aussehen wird, fest steht, dass Social Media nicht mehr aus dem Internet wegzudenken ist. Die Entwicklung in diese Richtungen hat bereits jetzt begonnen, und das Internet wird unaufhörlich in rasantem Tempo revolutioniert.